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Hanau, 16. Januar 2014
Durch Merlin zur Lebensretterin geworden
Städtische Mitarbeiterin spendet Stammzellen für Kind aus der Schweiz

„Wir sind sehr stolz, Sie in unseren Reihen zu haben.“ Adressatin dieser Wertschätzung durch Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist Beatriz Rivera. Die Mitarbeiterin im Büro der Stadtverordnetenversammlung hat Ende November 2013 Stammzellen für einen Sechsjährigen aus der Schweiz gespendet, der lebensbedrohend an Blutkrebs erkrankt ist. Die Mutter von drei Kindern hatte sich im August 2010 bei der großen DKMS-Typisierungsaktion der Stadt Hanau für Merlin registrieren lassen. 1215 Menschen folgten damals im Congress Park Hanau ihrem Beispiel.

Im März erfährt  Beatriz Rivera, ob der kleine Junge durch ihre Stammzellspende die Chance auf ein neues Leben hat. Sie wird ihn zu ihrem Bedauern niemals persönlich kennenlernen, denn  die Gesetzgebung der Schweiz  sieht eine Kontaktaufnahme zwischen Spender und Empfänger nicht vor. Doch der Zufall will es, dass sie erleben darf, wie es einem anderen Kind ergangen ist, das eine Stammzellspende erhalten hat und sich als fröhliches Kindergartenkind auf die Einschulung in diesem Sommer  freut: Merlin. Wie viel Spaß der heute Siebenjährige am Leben hat, das erfährt Beatriz Rivera aus erster Hand von einem Kollegen. Der Pflegevater von Merlin  arbeitet nämlich ebenfalls bei der Stadt Hanau.

Beide wussten nicht, dass sich ihre Wege kreuzen würden. Als Petra Ennenbach von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspendedatei)  der städtischen Mitarbeiterin im Beisein von Claus Kaminsky und der Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck eine Anerkennungsurkunde  überreichen wollte, erkannte sie auf dem OB-Flur Merlins Vater wieder. Die Überraschung war riesengroß. „Das ist wirklich außergewöhnlich“, konstatiert die DKMS-Mitarbeiterin. Zehn solcher  „Lebensretter“ wie Beatriz Rivera sind aus der Typisierungsaktion für Merlin hervorgegangen. Auch das sei nach nur drei Jahren bemerkenswert. „Seit  ihrer Gründung 1991 hat die DKMS 40.000 Menschen auf der ganzen Welt eine Chance auf ein neues Leben geschenkt“, betont Petra Ennenbach.  In Deutschland sind 3,9 Millionen Frauen und Männer in der DKMS-Datei registriert.

„Als ich nach der Spende in der Universitätsklinik Frankfurt erfuhr, dass meine Stammzellen für ein Kind bestimmt sind, war ich sehr berührt“, erinnert sich Beatriz Rivera.  Sie freut sich sehr über das spontane Angebot von Merlins Vater, dessen Pflegesohn  kennenzulernen und sich die Geschichte der Genesung erzählen zu lassen.  „Ich kann mich in meiner langen Zeit bei der Stadt Hanau an so eine besondere Situation nicht erinnern“, sagt der sichtlich verblüffte  Oberbürgermeister, als er sich bei der städtischen Mitarbeiterin herzlich bedankt. Die von vielen Akteurinnen und Akteuren in der Stadt getragene Typisierungsaktion für Merlin   habe das Bewusstsein in der Bevölkerung geschärft, wie wichtig es ist, sich in die Spenderdatei aufnehmen zu lassen, um dazu beitragen zu können, Menschenleben zu retten. In Deutschland wird nach Angaben der DKMS alle 16 Minuten ein Mensch mit der Diagnose Blutkrebs konfrontiert. Bis zur Aktion für Merlin waren in der Brüder-Grimm-Stadt rund 2000 potenzielle Spenderinnen und Spender registriert, aktuell sind es 3300.  „Hanau mit seinem mehr als 90.000 Einwohnerinnen und Einwohnern hat das Potential, mindestens die 4000er Marke zu knacken“, davon ist Claus Kaminsky überzeugt. „Lassen Sie sich typisieren“, fordert er die Hanauerinnen und Hanauer auf. „Werden Sie zu Lebensrettern wie Beatriz Rivera.“

Grundsätzlich kann sich jeder Gesunde zwischen 18 und 55 Jahren als Stammzellspender bei der DKMS aufnehmen lassen. Da in der näheren Umgebung in nächster Zeit keine öffentlichen  Aktionen lokaler Initiativgruppen oder Einzelpersonen geplant sind, bietet sich als zweite Möglichkeit an, sich im Internet unter www.dkms.de oder per Telefon (0221/9405820) ein Registrierungsset nach Hause zu bestellen. Die darin enthaltenen Wattestäbchen werden – mit einem Abstrich der Wangenschleimhaut versehen – per Post an die DKMS geschickt. Durchschnittlich 8000 Menschen nehmen dieses Angebot pro Monat wahr.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

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Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteher Beate Funck sind stolz auf Beatriz Rivera (Dritte von links), die von Petra Ennenbach von der DKMS eine Anerkennungsurkunde für ihre Stammzellspende entgegennahm. Foto: Stadt Hanau


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