Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 22. Januar 2014

Europa: Frauennetzwerk trifft sich zum ersten Mal in den Niederlanden

Informationen zu Veränderungen im niederländischen Sozialsystem

Bocholt (PID).

Das Frauennetzwerk „Frauenbrücke Deutschland-Niederlande“ traf sich am Montag, 20. Januar 2014 zum ersten Mal seit der Gründung am 4. März 2013 auf der niederländischen Seite. Mehr als 70 Frauen aus den Niederlanden und fast 40 Frauen aus Deutschland kamen auf dem Weingut „Besselinkschans“ in Lievelde (NL) zusammen, um sich über die Veränderungen im niederländischen Sozialsystem zu informieren.

Die Beigeordnete der niederländischen Gemeinde Winterswijk, Ilse Saris, stellte in ihrem Vortrag die anstehenden Änderungen im Sozialhilfe- und Jugendbereich sowie Pflege vor. In den Niederländen wird derzeit angestrebt, die Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen zu senken und den Bürgerinnen und Bürgern mehr Eigenverantwortung in der Gestaltung ihrer Lebensumstände zu geben. Gleichzeitig soll ihnen die Verantwortung für die Gesellschaft übertragen und der Sozialstaat zum Teilhabestaat umgewandelt werden. Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden, so Ilse Saris, dass die Menschen verstärkt Eigenverantwortung, Eigenfürsorge sowie Verantwortung für ihr soziales Umfeld übernehmen sollen.

Dieser Perspektivenwechsel in der Sozialpolitik, der sich nun auf die Stärken und die Eigenverantwortung der Bürgerschaft konzentriert, der sich einmischt und die soziale Arbeit mitgestaltet, setzt voraus, dass sowohl die niederländischen Kommunen als auch die Sozialorganisationen und die Fachkräfte in der sozialen Arbeit ihre Haltung und ihre Arbeitsweisen überprüfen und verändern.

Einen besonderen Einschnitt erfahren die Kommunen dadurch, erklärte Ilse Saris, dass mit der Übertragung dieser Aufgaben vom Reich auf die Gemeinden eine gleichzeitige Kürzung der Leistungen um 20 % erfolgt. Diese stellt gerade die Kommunen im niederländischen Nachbarland vor enorme Herausforderungen.

Die beiden Bocholter Referentinnen und Mitglieder im Frauennetzwerk, die Kreistagsabgeordneten Gerti Tanjsek und Uta Röhrmann, gaben Informationen u. a. zum Pflegeversicherungssystem in Deutschland inklusive der Pflegestufen und finanziellen Auswirkungen für die Betroffenen und deren Angehörige. Grundsätzlich ist in Deutschland Sozialarbeit als Gemeinwesenarbeit und Stadtteilarbeit seit Jahrzehnten bekannt. In Bocholt kümmert sich darum der Verein „Leben im Alter e.V.“ (L.i.A.) darum. Mit diesem Ansatz starten jetzt auch die Niederlande. Die Förderung bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements sowie die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungsprozessen, z. B in ihren Stadtteilen und Sozialräumen, ist eine Aufgabe, die über den Wissenstransfer im Frauennetzwerk „Frauenbrücke Deutschland-Niederlande“ gemeistert werden könnte.

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein bestand die Gelegenheit, sich grenzübergreifend auszutauschen und erste Kontakte zum Wissenstransfer auf diesem Gebiet zu knüpfen.

Ansprechpartnerin für das Frauennetzwerk „Frauenbrücke Deutschland-Niederlande“ in Deutschland ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bocholt, Astrid Schupp (Tel.-Nr. 02871/953-151, E-Mail: astrid.schupp@mail.bocholt.de). Interessierte Frauen, die gerne im Frauennetzwerk mitarbeiten möchten, können sich an die Gleichstellungsbeauftragte wenden. Unterstützt wird die „Frauenbrücke Deutschland-Niederlande“ vom Europe-direct Informationszentrum Bocholt.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Zentrale Verwaltung, Partnerschaftsbeauftragte Petra Taubach, Telefon 0 28 71 95 33 28, E-Mail: ptaubach@mail.bocholt.de


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Treffen der Frauenbrücke Deutschland-Niederlande am 20. Januar.
Niederländische und deutsche Organisatorinnen beim ersten Treffen der "Frauenbrücke Deutschland-Niederlande" in Lievelde (NL) am 20. Januar 2014 (Foto: Stadt Bocholt, Petra Taubach)