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Mönchengladbach/Dorsten, 27.01.2014
Auf kurzen Wegen durch die Klinik
Ingenieurkammer-Bau NRW verleiht Fachpreis für Erweiterungsbau des Krankenhauses St. Franziskus in Mönchengladbach
Wer im Krankenhaus aufgenommen wird, der ist über kurze Wege im Gebäude stets dankbar. Dieses Konzept beherzigt auch das Krankenhaus St. Franziskus in Mönchengladbach bei seinem neuen Erweiterungsbau. Innerhalb von drei Jahren ließ das Architektur- und Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Rainer Thieken GmbH aus Dorsten den Neubau errichten, in welchem unter anderem die Kardiologie, die Neurologie, eine Klinik für Radiologie und eine Intensivstation eingezogen sind. Da das Projekt auf besondere Weise die Leistungen von Ingenieuren vorführt, wurde es von der Ingenieurkammer-Bau NRW jetzt mit einem Fachpreis in der Kategorie „Nutzungsoptimierte Abläufe“ ausgezeichnet.
Das Projekt zeigt nach Ansicht einer Fachjury vorbildlich, wie spezielle Herausforderungen mit ingenieurtechnischer Cleverness und Kreativität gelöst werden können. Das Vorhaben ist eines von etwa 70, mit denen sich Ingenieure anlässlich eines Projekt-Wettbewerbs zum 20-jährigen Bestehen der IK-Bau NRW im Jahr 2014 präsentieren. Die Öffentlichkeit kann im Internet unter http://www.projektwettbewerb.ikbaunrw.de über alle Vorhaben abstimmen. Der Wettbewerb der IK-Bau NRW dauert noch bis November.
Mitte 2013 waren die Arbeiten am Erweiterungsbau der Klinik beendet worden. „Dank einer Optimierung der Bauabläufe konnte der Erweiterungsbau in vier Teilabschnitten fertig gestellt und in Betrieb genommen werden“, sagt Projektleiter Dipl.-Ing. Christian Brinkmann. Erhebliche Betriebskosten konnten eingespart werden, weil ausgelagerte Betriebsstätten der Kliniken früher aufgegeben wurden und in den Erweiterungsbau umziehen konnten.
Durch den Neubau des Funktionstraktes ist eine zusätzliche Bruttogeschossfläche (BGF) von 34.700 Quadratmetern entstanden, die Baukosten belaufen sich auf rund 66 Millionen Euro. Während der Bauarbeiten mussten 135.000 Kubikmeter Erde bewegt und 1.340 Kilometer Kabel verlegt werden - und die Arbeiten vor Ort dauern auch noch an: So befindet sich derzeit eine Großküche mit Personalspeisenversorgung kurz vor der Fertigstellung.
In dem Erweiterungsbau sind etwa 140 neue Betten, verteilt auf mehrere Stationen, entstanden. Zudem wurde eine neue Eingangshalle errichtet, welche die Wege im Krankenhaus erheblich verkürzt. Von dem Foyer aus gehen einzelne „Gebäudefinger“ ab, in welchen die verschiedenen Abteilungen untergebracht sind. „Dieses Konzept ermöglicht kurze Wege, die im Notfall lebensrettend sein können“, erklärt Brinkmann. So liegt zum Beispiel ein neu errichteter Operationsbereich nur wenige Meter von der zentralen Notaufnahme entfernt.
Die Übergänge vom Alt- zum Neubau sind zudem barrierefrei. Zur besseren Orientierung wurde ein Farbkonzept umgesetzt, bei dem jede Abteilung in einer anderen Farbgebung gestaltet wurde. Eine helle und weitläufige Atmosphäre soll dazu beitragen, dass die Patienten sich wohlfühlen und den Heilungsprozess beschleunigen.
Auch ökologische Aspekte haben bei dem Neubau eine Rolle gespielt: So entstand auf einer Fläche von 2.300 Quadratmetern eine Technikzentrale mit hocheffizienten Lüftungsanlagen zur Wärmerückgewinnung. Im Zuge des Küchenneubaus wurden die bereits vorhandenen Anlagen zur Kraft-Wärmekopplung erweitert, um die Eigenenergieversorgung zu erhöhen.
Auch die Dächer des Gebäudes sind zu 80 Prozent begrünt. Der Wald, der früher auf dem bebauten Grundstück gestanden hatte, wurde im Rahmen einer Ersatzmaßnahme an anderer Stelle wieder aufgeforstet. Für jeden abgeholzten Baum wurden sieben neue Bäume gepflanzt.
Michael BosseDie Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen (IK-Bau NRW) ist die berufsständische Selbstverwaltung und Interessenvertretung der im Bauwesen tätigen Ingenieurinnen und Ingenieure in Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 10.000 Mitgliedern ist sie die mitgliederstärkste Ingenieurkammer in Deutschland.
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