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| Pressemitteilung vom 30. Januar 2014 |
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Schmidt: „Tischtuch mit Dr. Sontheimer ist zerschnitten“ Region Kassel. „Für mich ist das Tischtuch mit Herrn Dr. Sontheimer zerschnitten“, zieht Landrat Uwe Schmidt eine ernüchternde Bilanz aus den Gesprächen zur Rettung der Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus Wolfhagen. Schmidt hatte in den letzten Wochen versucht, mit allen Beteiligten eine Lösung zur Aufrechterhaltung der Geburtshilfe am Standort Wolfhagen zu erreichen. „Die Gespräche waren konstruktiv und wir haben uns so angenähert, dass eine Zukunft für die Geburtshilfe erreichbar gewesen wäre“, informiert der Landrat. Leider habe der Vorstandsvorsitzende der Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) das Scheitern aller Kompromissversuche „billigend in Kauf genommen“. Sowohl die Belegärzte der Gynäkologie wie auch die Stadt Wolfhagen hätten sich bewegt und konstruktive Vorschläge gemacht. Schmidt: „Ich hätte diesen Weg zur Kompromissfindung gern weiter unterstützt – ohne die Bereitschaft von Dr. Sontheimer an einem Kompromiss mitzuarbeiten, sehe ich hier allerdings keine Möglichkeiten“. Da sich der Vorstandsvorsitzende der GNH auch nicht an die Absprachen in den Gesprächen gehalten habe, sei eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem GNH-Chef „für mich nicht mehr möglich“, so Schmidt weiter.
Da somit die Schließung der Geburtshilfe zum 31. Januar 2014 nicht aufzuhalten sei, werde er zusammen mit der Stadt Wolfhagen nach Alternativen suchen, so Schmidt weiter. Vorstellbar wäre zum Beispiel der Aufbau eines ambulanten Geburtshauses in Kooperation mit in Wolfhagen ansässigen Fachärzten und Hebammen.
Als die früher eigenständigen Kreiskliniken 2004 in die GNH eingebracht wurden, sei vereinbartes Ziel mit der Stadt Kassel gewesen, die Klinikstandorte im Landkreis zu sichern und sie im Rahmen der Krankenhausplanung des Landes Hessen weiterzuentwickeln. „Ich kann nicht erkennen, dass dieses Ziel von Dr. Sontheimer zurzeit ernsthaft verfolgt wird“, betont Landrat Schmidt.
Aus Sicht des Landkreises bestehe durchaus eine prüfenswerte Option für den Fortbestand der Geburtshilfe in Wolfhagen, „auch wenn dies zusätzliche finanzielle Belastungen für die Kreiskliniken GmbH bedeuten würde“, so Schmidt weiter.
Neben der betriebswirtschaftlichen Sicht auf die Klinikstandorte komme es auch auf die gesundheitliche Versorgung der Menschen im Wolfhager Land und das Image der Kreiskliniken an. Schmidt: „Durch das von Dr. Sontheimer mitverschuldete Hickhack um die Geburtshilfe in Wolfhagen wurde dem Klinikstandort kein Gefallen getan – auch das kann sich betriebswirtschaftlich negativ auswirken“. Als Landrat werde er sich weiter „uneingeschränkt für die Klinik in ihrer jetzigen Form und eine zukunftsfähige Weiterentwicklung einsetzen“.
Mit Blick auf den Auftrag des Kreistags zur Zukunft der Kreiskliniken vom Dezember 2013 ist Schmidt skeptisch, ob es bereits in der nächsten Kreistagssitzung zu einer Beschlussfassung zum Klinikstandort Helmarshausen kommen kann. „Ich werde dem Kreistag nur dann eine entsprechende Beschlussvorlage vorlegen, wenn ich mir sicher bin, dass mit der Stadt Kassel eine wirklich tragfähige Vereinbarung zur Sicherung und Weiterentwicklung der Klinikstandorte in Hofgeismar und Wolfhagen möglich ist“, kündigt der Landrat an. Ob dies bis zur Kreistagssitzung am 27. Februar realistisch umsetzbar ist, sei aktuell eher zweifelhaft. Schmidt: „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt Kassel, die hier als Mehrheitsgesellschafter der GNH unser Vertragspartner ist“. Bei diesen Gesprächen gehe eindeutig „Qualität vor Geschwindigkeit“. Bevor der Klinikstandort in Bad Karlshafen-Helmarshausen auslaufen kann, müssen Kreistag und Kasseler Stadtverordnetenversammlung entsprechende Beschlüsse fassen.
Hintergrund: Der Kreistag hatte in seiner Sitzung am 5. Dezember 2013 Landrat Uwe Schmidt beauftragt, im Aufsichtsrat der Kreiskliniken Kassel GmbH ein Ausstiegsszenario für den Klinikstandort Helmarshausen einzufordern, das auch feste Zusagen zur Zukunft der Kreiskliniken in Wolfhagen und Hofgeismar enthalten sollte. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn |
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LANDKREIS KASSEL
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