Umwelt- und Gartenamt pflegt freizugängliche Obstwiesen in Kassel

03. Februar 2014. Auf mehreren städtischen Grünflächen im Stadtgebiet – so in Nieder- und Oberzwehren, Kirchditmold und Harleshausen – werden im Frühjahr wieder die Obstbäume geschnitten. Ziel der Schnittmaßnahmen sei der Erhalt der Bäume in ihrer typischen Form, erklärte Stadtbaurat und Umweltdezernent Christof Nolda. Die Arbeiten werden von einer vom Umwelt- und Gartenamt beauftragten Fachfirma ausgeführt und richten sich zeitlich nach den Witterungsbedingungen.

Schätzungsweise bis zu 1.000 städtische Obstbäume gebe es in der Stadt Kassel, teilte Nolda mit. Die meisten stehen auf etwa 15 Streuobstwiesen, andere aber auch in städtischen Parkanlagen. Neben Schnittmaßnahmen werde auf den einzelnen Flächen auch nachgepflanzt, um die Obstbaumbestände dauerhaft zu erhalten. Auf der Streuobstwiese Leimenkaute in Niederzwehren wurden beispielsweise zu den über 30 vorhandenen Bäumen vor einiger Zeit 16 junge Bäume gepflanzt. Bei guter Pflege blühen und fruchten hier unter anderem bald wieder lokale Raritäten wie die „Kasseler Renette“, die „Hessische Tiefenblüte“, die „Naumburger Schafsnase“, der „Vaterapfel“ und der „Trendelburger Calvill“.

Kostenlos ernten könne das Obst der städtischen Obstwiesen jeder, sagte Stadtbaurat Nolda weiter. Da die Bäume nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt oder künstlich gedüngt werden, liefern sie gesundes, wertvolles Obst für die Bürger. Neben den Klassikern wie Äpfeln und Birnen wachsen auf vielen Flächen auch Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Walnüsse und Haselnüsse. Sogar seltene Obstsorten wie Quitten, Mispeln oder Esskastanien gebe es. Neben dem Frischverzehr oder der Lagerung im Keller zu Hause biete sich zudem die Möglichkeit, das Obst gemeinsam mit Nachbarn zu sammeln und in der Mosterei zu Saft verarbeiten zu lassen.

Das bei den Schnittmaßnahmen anfallende tote Holz werde nur entfernt, wenn es eine unmittelbare Gefahr für die Menschen darstelle, erklärte Nolda. Im Biotop Obstwiese stelle es sonst für viele Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Lebensgrundlage dar. Auf Streuobstwiesen seien bis zu 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten nachweisbar, sie gehören damit zu unseren artenreichsten Lebensräumen überhaupt. Aus diesem Grund werden an geeigneten Stellen aus dem Schnittgut Totholzhaufen aufgesetzt, die Insekten, Vögeln, Igeln und anderen Kleinsäugern als Rückzugsgebiet dienen sollen. Weiterhin verbleiben auf den einzelnen Flächen nach Möglichkeit Zonen mit Gebüschen und Sukzessionsbereiche, die nicht gemäht werden.

In Hessen sind nach § 30 BNatSchG Streuobstbestände außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile gesetzlich geschützte Biotope. Streuobstbestände sind durch folgende Merkmale charakterisiert:

Weitere Informationen zu Streuobstwiesen in der Stadt Kassel sowie eine Karte mit Standorten gibt es auf der Internetseite des städtischen Umweltportals unter http://umweltportal.stadt-kassel.de/miniwebs/umweltportal/19199/.

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