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Aachen, 10.02.2014
Barrierefreies Bauen leichter gemacht
Kempen Krause Ingenieure GmbH entwickelt Konzept zum barrierefreien Bauen von öffentlich zugänglichen Gebäuden - Ingenieurkammer-Bau NRW verleiht Fachpreis

Die Bedeutung des barrierefreien Bauens hat in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. Bei den Bauvorhaben müssen die Lebens- und Wohnbereiche so gestaltet werden, dass sie für Menschen mit Behinderungen ohne Probleme zugänglich und nutzbar sind. Um die Planung und Gestaltung solcher Gebäude zu erleichtern, hat die Kempen Krause Ingenieure GmbH aus Aachen ein Konzept entwickelt, das die Barrierefreiheit für ein Gebäude schlüssig nachweist und umsetzbar darstellt. Da das Projekt auf besondere Weise die Leistungen von Ingenieuren vorführt, erhielt es von der Ingenieurkammer-Bau NRW jetzt einen Fachpreis.

 

Die Ingenieurkammer zeichnete das Vorhaben im Bereich „Innovationen in der Barrierefreiheit“ aus. Das Projekt zeigt nach Ansicht einer Fachjury vorbildlich, wie spezielle Herausforderungen mit ingenieurtechnischer Cleverness und Kreativität gelöst werden können. Das Vorhaben ist eines von etwa 70, mit denen sich Ingenieure anlässlich eines Projekt-Wettbewerbs zum 20-jährigen Bestehen der IK-Bau NRW im Jahr 2014 präsentieren. Die Öffentlichkeit kann im Internet (www.projektwettbewerb.ikbaunrw.de) über alle Vorhaben abstimmen. Der Wettbewerb der IK-Bau NRW dauert noch bis November. Jeder Teilnehmer der Abstimmung hat die Chance auf einen von zehn Preisen, die verlost werden.

 

„Das Konzept eignet sich für Neubauten wie auch beim Bauen im Bestand“, sagt Diplom-Ingenieurin und Architektin Stephanie Hess, die Leiterin des Fachbereichs Barrierefreies Planen und Bauen bei der Kempen Krause Ingenieure GmbH ist. Entwickelt wurde das Planungsinstrument Anfang 2013 als Musterprojekt im Zuge eines Bauvorhabens der RWTH Aachen.

 

Alle baurechtlichen Anforderungen, die sich in Abhängigkeit von Gebäudeart und –nutzung an die Barrierefreiheit ergeben, werden in dem Konzept zu einer prüffähigen Beurteilung des Gebäudes zusammengefasst. Systematisch werden alle barrierefreien Maßnahmen - etwa in den Bereichen Treppen, Aufzüge, Möblierung oder Leitsysteme - erläutert und mit Blick auf ihre Funktionalität bewertet. Zudem können alternative Lösungsansätze zur Umsetzung der Barrierefreiheit hinsichtlich ihrer Gleichwertigkeit aufgezeigt werden. Darüber hinaus dient das Konzept auch zur Formulierung von Kompensationsmaßnahmen, die bei Bestandsbauten im Zuge von Abweichungen herangezogen werden.

 

Das Barrierefrei-Konzept, das aus einem Textteil und zugehörigen Plänen besteht, eigne sich besonders als technische Planvorlage im Genehmigungsverfahren, betont Frau Hess. „Dadurch kann die Prüfung und Genehmigung von barrierefreien Bauten deutlich erleichtert und beschleunigt werden“, erklärt sie. Der Fokus richtet sich dabei auf öffentlich zugängliche Gebäude. Darüber hinaus bildet das Konzept aber auch eine transparente Planungsgrundlage für alle an einem Bauvorhaben Beteiligten. Mit Hilfe des Konzepts können die Schnittstellen des barrierefreien Bauens zu anderen Fachdisziplinen, wie beispielsweise dem Brandschutz oder der Technischen Gebäudeausrüstung, festgelegt und dokumentiert werden.

 

Als Beratungs- und Fachplanungsleistung bietet das Aachener Ingenieurunternehmen das Konzept sowohl öffentlichen und privaten Bauherren als auch anderen Büros zur Umsetzung an. Derzeit wird das Barrierefrei-Konzept der Kempen Krause Ingenieure bei der Nachrüstung der Barrierefreiheit im Bestand angewendet. In Köln werden in drei Verwaltungsgebäuden des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) Maßnahmen durchgeführt, um die Objekte für Menschen mit Behinderungen besser zugänglich und nutzbar zu machen.

 

Umgesetzt wird unter anderem ein taktiles Blindenleitsystem, mit dem blinden und sehbehinderten Besuchern das Auffinden der Sitzungsräume erleichtert wird. Zudem wird eine technische Hörhilfe installiert, die es Menschen mit Hörschädigung möglich macht, Vorträgen zu folgen. Durch die Maßnahmen soll die sogenannte Inklusion - also die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben - weiter gefördert werden.

 

http://www.projektwettbewerb.ikbaunrw.de

Michael Bosse
Pressesprecher
Ingenieurkammer-Bau NRW
Zollhof 2
40211 Düsseldorf

Tel. 0211-130 67 132
Fax 0211-130 67 150
Mobil 0170-6341750
E-Mail bosse@ikbaunrw.de

Die Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen (IK-Bau NRW) ist die berufsständische Selbstverwaltung und Interessenvertretung der im Bauwesen tätigen Ingenieurinnen und Ingenieure in Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 10.000 Mitgliedern ist sie die mitgliederstärkste Ingenieurkammer in Deutschland.

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