documenta Archiv – Wichtiger Zuwachs für den Nachlass Harry Kramer

25. Februar 2014. Das documenta Archiv freut sich über eine bedeutende Erweiterung seiner Bestände: Mit Hilfe einer großzügigen Spende des Verlegers Dr. Dirk Ippen und Unterstützung des documenta forums konnte die Stadt Kassel für das documenta Archiv einen bedeutenden Ankauf tätigen. Der im Aschrotthaus beheimatete Nachlass des Künstlers und Kasseler Hochschullehrers Harry Kramer wird durch das neu erworbene Kunstwerk wesentlich erweitert.

‚Lolli‘ ist der Titel des 1968 von Harry Kramer geschaffenen Objektes, das Oberbürgermeister Bertram Hilgen gemeinsam mit Dr. Gerd Mörsch, Leiter des documenta Archivs, und Kulturamtsleiterin Dorotheé Rhiemeier der Öffentlichkeit im Rathaus nun stolz präsentiert. Lolli ist ein feuerrotes, knapp ein Meter hohes Stehaufmännchen aus Polyester. Im Inneren sorgt schweres Blei dafür, dass die Figur niemals umkippen kann, sondern hin und her wippt, bis sie ihr Gleichgewicht wiedergefunden hat.

„Wir sind sehr froh, dass wir mit Lolli ein Werk erwerben konnten, das nicht nur sehr schön ist, sondern auch eine wichtige Phase im Schaffen Kramers repräsentiert. Der Nachlass wird damit wesentlich aufgewertet“, betonte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen.

„Dieser humorvolle wie spielerische Ansatz ist kennzeichnend für viele Arbeiten Harry Kramers“, beschreibt Dr. Mörsch die Neuerwerbung.

Harry Kramer (* 1925, + 1997) ist in Kassel vor allem durch seine Initiative zur Künstlernekropole am Blauen See im Habichtswald bekannt. Der ‚Friseur aus Lingen‘, wie sich der Künstler mit einiger Selbstironie 1997 anlässlich einer Retrospektive und auch danach gerne selbst bezeichnete, verdingte sich als junger Mann u.a. als Schauspieler, Tänzer und Puppenspieler.

Bereits in den 1950er und dann in den 1960er Jahren avancierte Kramer zu einem international vielbeachteten Künstler: Mit seinem mechanischen Theater (1952) und vor allem mit seinen sogenannten automobilen Skulpturen, mit denen er u.a. auch mehrere experimentelle Filme drehte. Mit seinen bewegten Objekten wurde Harry Kramer – ähnlich wie auch Tinguely – zu einem Protagonisten der kinetischen Kunst. Diese bildeten 1964 auf der documenta 3 eine Attraktion in der Abteilung "Licht und Bewegung".

Auch als Professor, besser Hochschullehrer, an der Hochschule für bildende Künste in Kassel (heute Kunsthochschule Kassel) erwarb Harry Kramer große Anerkennung. In den 1970er und 1980er Jahren erarbeitete er zusammen mit seinen Studentinnen und Studenten aufsehenerregende Gemeinschaftsarbeiten, -aktionen und Performances. Und der zweimalige documenta-Leiter Manfred Schneckenburger lobte die außerordentliche Lehrtätigkeit Kramers wie folgt: „ Ich kenne keinen anderen Fall, in dem ein Oeuvre (…) sich so lange nicht nach Jahreszahlen, sondern nach Semestern bemisst.“

Das von seiner Frau in Anlehnung an sein Atelier eingerichtete Harry Kramer Archiv befindet sich im, dem documenta Archiv nahe nahegelegenen Aschrotthaus (Oberste Gasse 24, 34117 Kassel). Der umfangreiche Nachlass, der persönliche Gegenstände, Originalkunstwerke und Archivalien zu seinem künstlerischen Schaffen, aber auch seiner Lehrtätigkeit aufweist, ist nach Absprache einsehbar.

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