05. März 2014. Das Kasseler Frauenbündnis legt in diesem Jahr bei seiner Aktion zum weltweit begangenen Internationalen Frauentag am 8. März den Schwerpunkt auf die Situation von Flüchtlingsfrauen. Auch Frauendezernentin Anne Janz weist darauf hin, dass angesichts der zahlreichen Krisen, kriegerischen Auseinandersetzungen und humanitären Katastrophen in der Welt die Situation von Frauen auf der Flucht besonders beachtet werden muss: „Es gibt viele frauenspezifische Gründe zur Flucht: Staatliche Verfolgung aufgrund des Verstoßes gegen gesellschaftliche Normen, drohende Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung. In vielen Kriegen und Bürgerkriegen gehören systematische Vergewaltigungen zu den Instrumenten, mit denen Terror verbreitet wird. Auch auf dem Fluchtweg sind Frauen häufig schutzlos Gewalt ausgeliefert. Daher ist es wichtig, dass wir ein besonderes Augenmerk auf die Situation der Frauen und der Kinder legen, wenn sie hier bei uns ankommen“ Dazu gehört, dass Frauen die Möglichkeit haben, sich an Hilfeeinrichtungen und Beratungsstellen zu wenden, wenn sie Unterstützung brauchen, um sich z. B. gegen Partnergewalt zu wehren. „Wir haben gute Anlaufstellen für Gewaltproblematiken, und ich möchte ermutigen, diese in Anspruch zu nehmen. Wir werden aber auch darauf achten, ob für die besonderen Traumatisierungen, die Frauen vor oder auf der Flucht erleiden, besondere Angebote nötig sind und gegebenenfalls versuchen, hier zu helfen.“, so Janz. In den letzten Jahren waren jeweils etwas weniger als die Hälfte der in Kassel aufgenommenen Flüchtlinge Mädchen und Frauen. Aktuell erhalten ca. 500 Personen in Kassel Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, sie leben in insgesamt 330 Haushalten und etwa hälftig in Gemeinschaftsunterkünften und in Wohnungen. Herkunftsländer sind schwerpunktmäßig neben der Türkei Afghanistan, Somalia, die Balkanstaaten und der Irak. Am Internationalen Frauentag, der seit mehr als 100 Jahren begangen wird, werden immer aktuelle frauenpolitische Aspekte aufgegriffen. Seit der Frauenbewegung der 70er Jahre ist die eigenständige Existenzsicherung von Frauen durch gute Ausbildung und Erwerbstätigkeit ein wichtiges Thema. Auch die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und internationale Solidarität unter Frauen hat einen hohen Stellenwert. Die Breite der zu bearbeitenden Problematiken spiegelt sich auch in den Themen der Veranstaltungsreihe zum 8. März wieder. In diesem Jahr gibt es unter anderem Diskussionsveranstaltungen zu der Frage, ob Prostitution verboten werden sollte. Die Reihe, zu der auch kulturelle Veranstaltungen und Feste gehören, wird vom Kasseler Frauenbündnis getragen, einem Zusammenschluss verschiedener frauenpolitischer Initiativen, Projekte und Institutionen, an dem sich auch das Frauenbüro der Stadt Kassel beteiligt.
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