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Haltern am See/Aarhus, 10.03.2014
Ein begehbarer Regenbogen aus Glas
Ingenieurbüro aus Haltern am See sorgte für Standsicherheit einer begehbaren Glas-Stahl-Konstruktion auf dänischem Museum - Ingenieurkammer-Bau NRW verleiht Fachpreis
Wer durch diesen „Regenbogen“ geht, dem bietet sich alle paar Meter eine neue Ansicht auf die Stadt. Auf dem Dach des Kunstmuseums Aros im dänischen Aarhus lädt seit Mai 2011 eine begehbare Glas-Stahl-Konstruktion zum Rundgang, die in den Farben eines Regenbogens gestaltet ist und wechselnde Sichtweisen auf das städtische Panorama erlaubt. Entworfen hatte das „Rainbow Panorama“ der dänisch-isländische Lichtkünstler Olafur Eliasson, vor Ort betreut wurde das Projekt von dem dänischen Architektenbüro Schmidt, Hammer & Lassen. Für die Tragwerksplanung und die Standsicherheit des ringförmigen Bauwerks sorgte die GSK-Glas Statik Konstruktion GmbH aus Haltern am See (Kreis Recklinghausen). Da das Projekt in besonderer Weise die Leistungen von Ingenieuren vorführt, erhielt es von der Ingenieurkammer-Bau NRW jetzt einen Fachpreis.
Die Ingenieurkammer zeichnete das Vorhaben im Bereich „Optimierung der Wirtschaftlichkeit“ aus. Das Projekt zeigt nach Ansicht einer Fachjury vorbildlich, wie spezielle Herausforderungen mit ingenieurtechnischer Cleverness und Kreativität gelöst werden können. Das Vorhaben ist eines von rund 70, mit denen sich Ingenieure anlässlich eines Projekt-Wettbewerbs zum 20-jährigen Bestehen der IK-Bau NRW im Jahr 2014 präsentieren. Die Öffentlichkeit kann im Internet unter http://www.projektwettbewerb.ikbaunrw.de über alle Vorhaben abstimmen. Der Wettbewerb der IK-Bau NRW dauert noch bis November. Jeder Teilnehmer der Abstimmung hat die Chance auf einen von zehn Preisen.
Das „Rainbow Panorama“ in Aarhus befindet sich in einer Höhe von etwa 50 Metern auf dem Museum. Das Bauwerk hat eine Länge rund 150 Metern, ist 3,2 Meter hoch und 3 Meter breit. Das Gewicht der Stahlkonstruktion beträgt 200 Tonnen, die Glasscheiben bringen es noch einmal auf rund 60 Tonnen. Verbunden werden das Stahldach und der Stahlboden dabei über gebogene Verbundsicherheitsgläser. „Die Verglasungen tragen dabei nicht nur das Dach, sondern sie steifen auch die Stahlbodenkonstruktion aus“, sagt GSK-Geschäftsführer Dipl.-Phys. Wolfgang Kahlert.
Die Konstruktion ruht auf zwölf Stützen, die auf dem Dach des Museums errichtet wurden. Das Eigengewicht sowie die Belastungen durch Wind und Schnee werden über die Stützen in das Dach des Museums eingeleitet. Dank der schmalen Stützen ergibt sich aus der Entfernung der Eindruck, dass der Ring über dem Gebäude schwebt. „Durch das hybride Tragkonzept, in dem Produkteigenschaften der Stahlbauteile und der Verbundgläser optimal aufeinander abgestimmt sind, können solche Glaskonstruktion künftig deutlich preisgünstiger als bislang errichtet werden“, erklärt Kahlert.
Lichtkünstler Eliasson wollte mit dem Bauwerk einen Raum schaffen, der die Grenze zwischen Innen und Außen beseitigt. Für die Farbgebung der Verglasung sorgen eingefärbte PVB-Folien, die zwischen die Glasscheiben einlaminiert wurden. Insgesamt 116 Verbundsicherheitsgläser in 42 verschiedenen Farbtönen wurden hergestellt und montiert. Die Scheiben und die Stahlkonstruktion wurden mit speziellem 2K-Silikon verklebt.
Michael BosseDie Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen (IK-Bau NRW) ist die berufsständische Selbstverwaltung und Interessenvertretung der im Bauwesen tätigen Ingenieurinnen und Ingenieure in Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 10.000 Mitgliedern ist sie die mitgliederstärkste Ingenieurkammer in Deutschland.
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