„Für Magdeburg wäre das eine Katastrophe!“
OB Dr. Lutz Trümper zu Vorschlägen des Wissenschaftsministers
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat die mit der Hochschulstrukturplanung geplanten Kürzungen des Landes scharf kritisiert. Nach den Sparvorschlägen von Wissenschaftsminister Hartmut Möllring sollen an der Otto-von-Guericke-Universität jeder 6. Studienplatz wegfallen und die Fakultät für Humanwissenschaften geschlossen werden. „Für Magdeburg wäre das eine Katastrophe“, so der Oberbürgermeister.
„Die geplanten Kürzungen hätten erheblich Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Stadt. Magdeburg hat seit dem Beginn der 1990er Jahre einen dramatischen Strukturwandel vollzogen und dabei einen großen Einwohnerverlust hinnehmen müssen. In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, diesen fatalen Trend zu stoppen. Die Einwohnerzahlen steigen, die Stadt ist attraktiv für junge Menschen.
Wesentlicher Grund dafür sind die positiven Entwicklungen der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal. Fast 20.000 junge Leute aus dem In- und Ausland studieren hier in Magdeburg. Dazu kommen junge Wissenschaftler und ihre Familien. Neben den demografischen Effekten ist das auch für die Wirtschaft, insbesondere auch den Dienstleistungsbereich, von herausragender Bedeutung.
Jetzt setzt das Land Sachsen-Anhalt seine rigorose Sparpolitik des vergangenen Jahres im Hochschulbereich fort. Entgegen der verbalen Bekundungen von Minister Möllring, die Studentenzahlen halten zu wollen, ist dem jetzt vorgelegten Papier zu entnehmen, dass allein die Otto-von-Guericke-Universität auf 2.245 Studenten verzichten soll.
Mit der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas will Magdeburg die positive Stadtentwicklung fortsetzen. Ein Abbau der Geisteswissenschaften mit Schließung der größten Fakultät würde das rigorose Ende dieser Bemühungen bedeuten.
In fast allen europäischen Ländern wird in Bildung und Forschung investiert, um die Wettbewerbsfähigkeit der Länder im internationalen Maßstab zu sichern. Ausgerechnet ein Bundesland mit großem Nachholbedarf wie Sachsen-Anhalt will an dieser entscheidenden Stelle sparen, obwohl man sich zum Beispiel des kommenden Fachkräftemangels und der negativen demografischen Entwicklung durchaus bewusst ist und mit aufwendigen Rückhole- und Werbeaktionen versucht, junge Menschen nach Sachsen-Anhalt zu locken. Dagegen kommen Studenten freiwillig und sind ein wirtschaftlicher Gewinn für das Land! Paradoxerweise soll aber genau dabei gespart werden.
Die Otto-von-Guericke-Universität und die Hochschule Magdeburg-Stendal sind sich ihrer Verantwortung bewusst, mit eigenen Vorschlägen für einen effektiven Mitteleinsatz zu sorgen. Die Kahlschlagvorschläge aus dem Ministerium sind dagegen kontraproduktiv. Erst recht in einer Zeit, in der aktiv um Studenten für das neue Semester geworben wird.“
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