Touristische Wegweisung, Verstärkung des ÖPNV und ein interner Shuttlebus im Bergpark – verkehrslenkende Maßnahmen für die Wasserspielsaison 2014 im Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe

(Gemeinsame PM von mhk, KVG, Kassel Marketing und Stadt Kassel)

07. April 2014. Die erste volle Saison seit der Verleihung des Welterbetitels an den Bergpark Wilhelmshöhe wird in Kassel mit dem Start der Wasserspiele am 1. Mai 2014 beginnen. Wenn die Wasserspiele von Mai bis Oktober mittwochs und sonntags stattfinden, werden wieder viele zusätzliche Gäste im Bergpark erwartet.

Die Stadt Kassel, die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) und die Kassel Marketing GmbH haben nach den ersten Erfahrungen und Erkenntnissen des vergangenen Jahres seit Verleihung des Titels an einem besucherorientiertem Verkehrskonzept für den Sommer 2014 gearbeitet.

Ausgangspunkt für alle verkehrlichen Planungen, sowohl für die Gestaltung als auch den Betrieb, ist das im März 2010 beschlossene „Gesamterschließungskonzept Bergpark Wilhelmshöhe“ der Stadt Kassel. Es ist offizieller Teil der Welterbeanmeldung und im Managementplan Weltkulturerbe festgeschrieben. „Das Erschließungskonzept steht für zurückhaltende und flexibel einsetzbare Maßnahmen, die den Bergpark vor baulichen Eingriffen schützen und ihn gleichzeitig für künftige Erschließungsanforderungen stärken“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda. Alle Maßnahmen müssen welterbeverträglich sein, Eingriffe in das Landschaftsbild gilt es zu minimieren.

Der Bergpark soll für alle Menschen zu Fuß erlebbar sein, Beförderungen schwerpunktmäßig für mobilitätseingeschränkte Menschen zur Verfügung stehen.

Beobachten, Analysieren, Auswerten der Verkehrssituation: In der Saison 2013 wurden die Verkehrssituation und die Wirkungen des Verkehrssondermaßnahmen sehr aufmerksam beobachtet und analysiert. Die daraus gezogenen Schlüsse sind in Maßnahmen für die Saison 2014 umgesetzt worden. Auch im Jahr 2014 sind verschiedene Regelungen noch als Provisorium anzusehen, da die baulichen Maßnahmen noch nicht komplett abgeschlossen sind.

Eine von der Stadt Kassel erhobene Verkehrszählung hat an „normalen“ Wasserspieltagen Besucherzahlen bis zu 7 000 ergeben, ein Spitzenwert von 9 000 Besuchern wurde in der Museumsnacht mit beleuchteten Wasserspielen gezählt. Dieser Tag ist bemerkenswert, da nur 44 Prozent der Besucher mit eigenem PKW und 56 Prozent mit Bus und Bahn den Bergpark angesteuert haben. Daraus ergibt sich die Bedeutung des ÖPNV an dieser Stelle im Gesamtsystem der Verkehrserschließung.

Vier Bausteine des Gesamterschließungskonzeptes: Das Gesamterschließungskonzept für den Bergpark Wilhelmshöhe hat vier Bausteine, die als ineinandergreifende Maßnahmen zu verstehen sind:

• Die Bündelung der Infrastruktur - des Individualverkehrs, des öffentlichen Personennahverkehrs sowie der wegweisenden Informationen - an den Besucherzentren

• Die innere Erschließung –vorgesehen sind zwei Midibusse, die im Shuttleverkehr das Schlossplateau bzw. Löwenburg und Kaskadenwirtschaft an den Wasserspieltagen anfahren. Ein Service, der sich insbesondere an ältere Besucher, Familien mit Kleinkindern oder Menschen mit Handicaps richtet.

• Die äußere Erschließung – vorgesehen ist die Einführung einer durchgehenden äußeren Busverbindung zwischen den Polen Besucherzentrum am Parkplatz Ochsenallee und Besucherzentrum am Herkules über die Straße Im Druseltal.

• Die Integration der Tulpenallee – bauliche Maßnahme steht vor dem Abschluss. Zur Erhöhung der Parkplatzkapazitäten steht der Umbau des Parkplatzes Ochsenallee voraussichtlich Ende 2014 bzw. 2015 an.

Parkplätze: Der Parkplatz Ochsenallee und der Brandt-Stoph-Parkplatz bleiben in dieser Saison in Betrieb. Notwendige Baumaßnahmen werden nach der Saison 2014 umgesetzt. Zusätzlich wird das straßenbegleitende Parken an der Zufahrtsstraße zum Herkules möglich sein, wobei die Befüllung von oben nach unten stattfinden soll.

Einsatz von Parkplatzeinweisern: Um die Zufahrtswege für den ÖPNV frei zu halten und die Parkraumkapazität zu erhöhen wird die MHK in enger Abstimmung mit der städtischen Straßenverkehrsbehörde in der Saison 2014 wieder in die Parkplätze einweisen. Der Einsatz von Parkplatzeinweisern und das somit geregelte Parken der Besucher in der vergangenen Saison haben gezeigt, dass der vorhandene Parkraum zu 50 Prozent mehr ausgenutzt werden konnte. Dies wird auch in dieser Saison wieder aufgenommen. An den Parkplätzen am Herkules sowie an der Ochsenallee werden an allen Wasserspieltagen Parkplatzeinweiser den Besuchern den Weg weisen.

Als Begleitung der ab Mai erwarteten Besucher durch den Park setzt die MHK in diesem Jahr fünf Parkaufsichten ein, drei mehr als im vergangenen Jahr. Sie folgen dem Weg der Wasserspiele und dienen vor allem der Sicherheit der Besucher, indem sie das Klettern auf den Wasserarchitekturen verhindern oder im Notfall Hilfe holen können.

Touristische Wegweiser zum Welterbe: An den Autobahnen werden die beiden vorhandenen touristischen Tafeln an der A 7 von Norden kommend vor der Anschlussstelle Kassel Nord und an der A 44 von Westen kommend vor der Anschlussstelle Kassel – Bad Wilhelmshöhe durch neue Schilder ersetzt, die auf den Welterbestatus des Bergparks hinweisen. Die Museumslandschaft Hessen Kassel hat einen Gestaltungsentwurf entwickelt und Hessen Mobil mit der Umsetzung der Maßnahme beauftragt. Wegen der Dichte an Anschlussstellen ist das Aufstellen einer touristischen Unterrichtungstafel an der A 49 von Südwesten kommend laut Hessen Mobil nicht möglich. Beantragt ist für das kommende Jahr zudem eine weitere touristische Wegweiser an der A 7 von Süden kommend, vor dem Autobahndreieck Kassel Süd.

Für die innerstädtische Beschilderung sind touristische Hinweisschilder entwickelt worden, die in weißer Schrift auf braunen Grund mit dem UNESCO Piktogramm gestaltet sind. Mit der Montage wird im Mai begonnen. Das Layout der rund neunzig Schilder haben MHK und Kassel Marketing abgestimmt. Es handelt sich um amtliche touristische Wegweisung außerhalb von Bundesautobahnen mit den Maßen 2 x 0,5 Metern.

Die Hinweisschilder lenken die mit dem Auto kommenden Besucher von den Hauptverkehrsstraßen zum Parkplatz Ochsenallee und dem dortigen Besucherzentrum sowie zum darüber liegenden Brandt-Stoph-Parkplatz. Eine weitere Wegweisung wird von der Autobahn 44 kommend über die Konrad-Adenauer Straße über die Elgershäuserstraße, Druseltalstraße zum Herkules und dem dortigen Besucherzentrum Herkules führen.

Innere Erschließung des Bergparks: Als Teil des Verkehrserschließungskonzeptes Bergpark Wilhelmshöhe wird die MHK ab dem 1. Mai 2014 einen eigenen Shuttlebus in Betrieb nehmen. Dieser ersetzt das Angebot der KVG, das bisher an Wasserspieltagen zwischen dem Parkplatz an der Ochsenallee und der Löwenburg verkehrt ist. „Durch die Anerkennung des Welterbetitels haben wir uns dazu verpflichtet, eine innere Parkerschließung für mobilitätseigeschränkte Besucher anzubieten. Mit Beginn der neuen Wasserspielsaison wird ein Shuttlebus den Parkplatz an der Ochsenallee mit dem Schlossplateau und der Löwenburg verbinden“, erläutert Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel.

Äußere Erschließung: Um die zahlreichen Besucher zu den Wasserkünsten im Bergpark und wieder zurück zur Kasseler Innenstadt zu bringen, verstärkt die KVG auch in der diesjährigen Saison vom 1. Mai bis 3. Oktober ihre Kapazitäten auf den Linien 1, 3 und 22.

Ab dem 1. Mai gestaltet sich das ÖPNV-Angebot folgendermaßen:

Anreise zu den Wasserspielen: Die Tram 3 fährt sonntags zwischen etwa 12 Uhr und 15 Uhr im Viertelstundentakt ab der Kasseler Innenstadt zur Endhaltestelle „Druseltal“. Mittwochs fahren die Bahnen, wie an allen übrigen Werktagen, im 15 Minuten-Takt bis etwa 20 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten fahren die Trams im Halbstundentakt.

Zum Herkules gelangen die Besucher ab „Druseltal“ mit den Bussen der Linie 22, die etwa zwei Stunden vor Beginn der Wasserspiele ebenfalls verstärkt wird.

Die Tram 1 fährt werktags nach Fahrplan im 15 Minuten-Takt und sonntags im Halbstundentakt und wird durch den teilweisen Einsatz von Doppeltraktionen verstärkt.

Abreise von den Wasserspielen: Die Tram 1 fährt ab „Wilhelmshöhe (Park)“ zur Kasseler Innenstadt und die Tram 3 ab der Endhaltestelle „Druseltal“ über die Haltestelle „Brabanter Straße“. Die Bahnen beider Linien halten auch am Bahnhof Wilhelmshöhe. Werktags fahren die Tram 1 und die Tram 3 bis etwa 20 Uhr im Viertelstundentakt. Außerhalb der genannten Zeiten sind die Bahnen im Halbstundentakt unterwegs. Sollten die Kapazitäten der Tram 1 nicht reichen, versucht die KVG durch weitere Fahrten zu verstärken.

Beleuchtete Wasserkünste: Während der beleuchteten Wasserkünste im Bergpark von jedem ersten Samstag im Monat von Juni bis September fahren die Trams und Busse nach einem gesonderten Fahrplan, über den die KVG frühzeitig informieren wird.

Buslinie 23: Als wichtiger Baustein des ÖPNV-Angebotes war die Verstärkung der Buslinie 23 vorgesehen, die die zwei Pole Endstation der Linie 1 am Parkplatz Ochsenallee über die Endstation der Linie 3 „Druseltal“ bis zum Herkules verbinden würde. Damit würde nicht nur das Angebot ergänzt, sondern auch eine zweite ÖPNV-Verbindung zum Herkules geschaffen.

Diese Linie wird voraussichtlich in dieser Saison nicht fahren, weil ihre Finanzierung nicht gesichert ist.

(9346 Zeichen)


Bild: Druckansicht Druckansicht

Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel

Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de

Pressesprecher Ingo Happel-Emrich
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp

Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de

presse-service.de Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.