24. April 2014.
"Ohne Dirigent" - unter diesem Motto lädt Fmaks, die Fördergesellschaft der Musikakademie Kassel „Louis Spohr“ e.V., zu einem ungewöhnlichen Orchesterkonzert mit Studierenden der Musikakademie am Dienstag und Mittwoch, 29. und 30. April, jeweils um 19 Uhr in die Karlskirche. Es erklingen Werke von Johann Friedrich Fasch (Sinfonia d-Moll), Wolfgang Amadeus Mozart („Salzburger Sinfonie“ - Divertimento F-Dur, KV 138) sowie Peter Tschaikowsky (Serenade für Streicher C-dur, op. 48). Die Einstudierung erfolgte durch Professor Jörg-Wolfgang Jahn, Karlsruhe, der im Sommersemester 2014 die Leitung des Akademieorchesters als Gastdirigent übernommen hat. Ein Kurzvideo von einer Probe ist unter https://www.youtube.com/watch?v=6bz4fXFNbQs zu sehen.
Dass einem Orchester normalerweise ein Dirigent vorsteht, versteht sich nicht nur für Musikliebhaber spätestens seit dem frühen 19. Jahrhundert eigentlich von selbst. Carl Maria von Weber in Dresden, aber vor allem auch Louis Spohr in Kassel haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ein Mann oder auch eine Frau für die Einstudierung des Werks während der Probenarbeit verantwortlich zeichnet und am Konzertabend mit seinen / ihren Händen oder auch einem Dirigierstab dafür sorgt, dass alle Mitwirkenden während des Konzerts zeitgleich einsetzen, Melodien gemeinsam gestalten und aus der Vielzahl der Instrumente ein Klangkörper entsteht. „Natürlich war die Entstehung des Berufsbild des Dirigenten ein Meilenstein in der Entwicklung der Musik für Orchester, aber auch der Oper,“, so Akademiedirektor Dr. Peter Gries, „ohne die Sinfonien Gustav Mahlers, Anton Bruckners, die Ballette Strawinskys oder auch die Bühnenwerke Richard Wagners undenkbar gewesen wären. Dennoch liegt das Geheimnis des Erfolgs großer Sinfonieorchester die Freude am gemeinsamen Musizieren, der intensive, vom Dirigenten / der Dirigentin unabhängige Kontakt zwischen den Mitwirkenden und die Kommunikation mit Blicken, Gesten oder Mimik.“
Mit Professor Jahn - dem Kasseler Publikum indirekt auch als Lehrer der an der Musikakademie lehrenden und international gefeierten Violonvirtuosin Tianwa Yang bekannt - ist es der Musikakademie gelungen, einen weit Deutschland bekannten Geiger und Professor, Kammermusiker und eben auch Orchestererzieher als Gastdozent zu verpflichten. Seinen Workshop „Kammerorchester ohne Dirigent“ führt Professor Jahn seit vielen Jahren rund um den Erdball von Südamerika bis nach China mit verblüffenden Ergebnissen durch. Klassische Probenarbeit einer Akademieorchesterarbeitsphase sieht anders aus: In diesen Tagen werden in der Musikakademie nicht nur die Saiten gestrichen, es wird auch geklatscht, gesungen, es werden Münzen geworfen, um den Moment des gemeinsamen Einsatzes zu erfühlen, Stühle werden gedreht, um auch Rücken an Rücken zusammenzuspielen, althergebrachte Sitzordnungen durcheinander gewirbelt usw. Akademiedirektor Dr. Gries: „ Die Studierenden sind begeistert und berichten, dass die Proben im Nu vorüber sind. Wir sind sicher, dass durch diesen Workshop das Zusammenspiel und die Musizierfreude der Studierenden nachhaltig gefördert werden können.“
Der Eintritt beträgt acht Euro. Einen ermäßigten Eintritt zu sechs Euro erhalten Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Schwerbehinderte gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises. Der Kartenverkauf erfolgt an der Abendkasse, telefonisch können Karten bei der Musikakademie unter 0561 / 787 4180 per Fax unter 0561/ 787 4188 oder per E-Mail musikakademie@kassel.de vorbestellt werden.
PROF. JÖRG-WOLFGANG JAHN
geboren 1936 in Saalfeld/Thüringen, Violinstudium in Köln bei Max Rostal. Kammermusikunterricht bei Maurits Frank, Günther Kehr, Janos Starker und den Mitgliedern des QUARTETTO ITALIANO. Erster Preis beim Mendelssohn-Wettbewerb (Klaviertrio).Konzertmeistertätigkeit in Kammer- und Sinfonieorchestern. Mit dem 1968 gegründeten BARTHOLDY-QUARTETT Konzerte in Europa, mehrere Weltreisen, Fernseh-, Film-, Rundfunk- und Schallplattenproduktionen, darunter die Gesamtaufnahme der Streichquartette Mendelssohns (Grand Prix du Disque und Deutscher Schallplattenpreis).
Seit 1972 Professor für Violine und Kammermusik an der Karlsruher Musikhochschule. 25 Jahre lang Leiter des Hochschul-Kammerorchesters. Konzerte u. a. in London, Nottingham, Coventry, Oslo, Helsinki, Stockholm, Jerusalem, Halle und Dresden). Meisterkurse für Violine, Kammermusik und Kammerorchester in Europa, Südamerika, Vietnam, Japan und China. Seit 2005 Gastprofessur an der Musikhochschule Peking.
Schwerpunkt: Kammermusik. Spezialität: Kammerorchester ohne Dirigent.
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