09. Mai 2014.
Der „klimabewusste“ Hessentag 2013 in Kassel macht noch einmal von sich reden und zeigt, was möglich ist, wenn Besucherinnen und Besucher einer Großveranstaltung auf einen bedachteren Umgang mit Ressourcen hingewiesen werden. Direkt vor den Toren der Stadt Kassel, im Habichtswald, wurde mit Geld, das im Zuge der „Klimameile“ in der Wilhelmsstraße zusammen gekommen ist, – die Aufforstung einer ehemals von der Bundeswehr genutzten Fläche realisiert. „Dieser unglaubliche Hessentag 2013 hat nicht nur Rekordzahlen von Besuchern in die Stadt gezogen und eine begeisternde Stimmung geweckt, sondern mit der „Klimameile“ auch viele, viele Menschen zu einem umweltbewussteren Verhalten animiert,“ sagte Kassels Stadtbaurat Christof Nolda während eines Pressetermins an der Aufforstungsfläche, zu dem die Stadt Kassel gemeinsam mit dem Forstamt Wolfhagen eingeladen hatte. Nolda: „Diese kleine, aber wertvolle neue Waldfläche im Habichtswald ist das sichtbare Zeichen dafür, dass auch Großveranstaltungen wie der Hessentag einen bewussteren Umgang mit Ressourcen voran bringen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.“ Die Stadt Kassel hatte den Hessentag vom 10. bis 24. Juni 2013 unter anderem auf ein klimaschonendes Verkehrskonzept ausgerichtet und mit der „Klimameile“ in der Wilhelmsstraße an einem zentralen Veranstaltungsort zahlreiche Akzente gesetzt, wie auch Besucherinnen und Besucher einer Großveranstaltung sich klimaschonender verhalten können. So hatten die Hessentagsgäste durch Spenden und ihre Beiträge an der Trinkwasserquelle von KasselWasser in der Wilhelmsstraße selbst zur Finanzierung des Aufforstungsprojekts im Habichtswald beigetragen. Holznutzung als aktiver Klimaschutz Nach dem Rückbau der Standortschießanlage der Bundeswehr im Habichtswald wird auf einer Teilfläche ein Vorwald aus 1.500 Schwarzerlen angepflanzt. Auf diesen Flächen sollen nach einigen Jahren im Halbschatten der Erlen noch Douglasien gepflanzt werden. Im nördlichen Randbereich werden bereits jetzt Douglasien gepflanzt. Diese Baumart bindet durch ihren Holzzuwachs eine deutlich größere Menge CO2 als die im Habichtswald ohnehin vorherrschenden Laubbäume. „CO2 ist der Hauptverursacher der Klimaerwärmung. Bäume entnehmen der Atmosphäre beim Wachstum das Treibhausgas Kohlendioxid und geben zugleich Sauerstoff zurück“, erläuterte Forstdirektor Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. „Der Kohlenstoff wird in die Pflanze eingebaut. Gut 50 Prozent der Holz- und Blattmasse eines Baumes bestehen aus Kohlenstoff, der aus dem CO2 der Luft stammt.“ Noch stärker als die CO2-Aufnahme beim Holzwachstum trägt in der Folge die nachhaltige Holznutzung zur dauerhaften Bindung von Kohlendioxid bei. Langfristige Bindung von CO2 wird zum Beispiel über die Verwendung von Holz als Baustoff oder Möbel erreicht und ist damit ein tatsächlicher Beitrag zum Klimaschutz. „Wer beim Hausbau Holz verwendet“, erklärt Zindel, „vermeidet daher pro Kubikmeter durchschnittlich gut eine Tonne CO2. Dies hängt mit dem Ersetzen von anderen Materialien wie zum Beispiel Stahl oder Beton zusammen, bei deren Herstellung viel mehr Energie benötigt und somit deutlich mehr CO2 freigesetzt wird.“ Das Holz aus dem hessischen Staatswald erspare der Atmosphäre auf diese Weise jedes Jahr mehr als 1,5 Millionen Tonnen CO2. „Eine Aufforstung ist also eine gute Investition in die Zukunft. Mit dem Wachstum von jedem Kubikmeter Holz werden der Atmosphäre etwa 1,4 Tonnen CO2 entzogen − und damit so viel, wie ein 6-Liter-Auto auf rund 10.000 Kilometern ausstößt. Darüber hinaus wird mit jedem Kubikmeter Holz durch das Wachstum des Waldes eine Tonne Sauerstoff in die Atmosphäre abgegeben", resümierte Zindel. Klimabelastende Emissionen vermeiden, verringern, kompensieren Beim Hessentag 2013 hatte die Stadt Kassel unter dem Motto „vermeiden, verringern und kompensieren“ in der Verkehrsplanung, in der Veranstaltungstechnik und in den Angeboten für die Hessentagsgäste das Mögliche getan, um klimabelastende Emissionen zu reduzieren und der Bedeutung des Klimaschutzes gerecht zu werden. Zur Abrundung dieses Ansatzes wurde durch den Hessentags-Sponsor „Städtische Werke AG“ rechnerisch sogar ein Ausgleich für die durch den Hessentag 2013 entstandenen klimabelastenden Emissionen hergestellt. Durch mehrere durch die Städtischen Werke finanzierte Klimaschutzprojekte in China, Brasilien und der Türkei wurden die durch den Hessentag 2013 verursachten Emissionen von etwa 27.000 Tonnen CO2 nachweislich kompensiert. Diese Emissionsminderungs-Projekte müssen strenge Auflagen erfüllen. Das zentrale Kriterium ist Zusätzlichkeit der CO2- Minderung. „Auch dies ist ein Beispiel dafür, was wir in Europa für den weltweiten Klimaschutz tun können“, sagte Michael Oelemann von den Städtische Werke AG. Gelungenes Gemeinschaftsprojekt stärkt Gemeinwohl Von den im vorigen Jahr am Hessen-Forst Stand aktiven Hessentagsbesuchern sind am Freitag einige gekommen, um die „erruderten“ Bäume selbst zu pflanzen. An dem Rudergerät auf der Sonderschau „Der Natur auf der Spur“ waren insgesamt 7.008 Bäume errudert worden. Weit über diese Zahl hinaus kommt das Forstamt Wolfhagen der eingegangenen Verpflichtung nach und hat in diesem Frühjahr im landeseigenen Wald insgesamt 27.570 Setzlinge gepflanzt. Beim diesjährigen Hessentag in Bensheim wird Hessen-Forst diese originelle Möglichkeit, den Wald aktiv zu unterstützen, wieder anbieten. Die Abrundung des „klimabewussten Hessentags 2013“ in Kassel durch das Aufforstungsprojekt im Habichtwald bezeichnete Kassels Stadtbaurat Nolda abschließend als „i-Tüpfelchen einer rundum gelungenen Veranstaltung, die uns alle begeistert hat und auch im Sinne des Klimaschutzes mit gutem Gewissen in Erinnerung bleiben wird.“
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