13. Mai 2014. Mit Hilfe der Modellregion „Inklusive Bildung Kassel“ soll Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen noch leichter ermöglicht werden, eine allgemeine Schule in Kassel zu besuchen. In Kassel gibt es bereits an vielen Stellen - sei es in Schulen oder Kitas - gute Beispiele für gelungene Inklusion, erklärte Stadträtin Anne Janz. Diese inklusiven Ansätze flächendeckend auf das allgemeine Schulsystem zu übertragen, darin liege die besondere Herausforderung und die Unterstützungsleistung durch die Modellregion.
„Inklusion ist, wenn keiner draußen bleiben muss und alle mitmachen können“, sagte Schuldezernentin Janz bei der Auftaktveranstaltung zur Modellregion „Inklusive Bildung Kassel“ vor mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Staatlichem Schulamt, politischen Gremien in der Stadt, Frühförderstellen, Behindertenverbänden, Universität und anderen Institutionen.
Janz wies darauf hin, dass Inklusion einen längst überfälligen Paradigmenwechsel im gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung bedeutet. Der Inklusionsgedanke der UN-Behindertenrechtskonvention fordere systemische Veränderungen im Schulwesen. Janz: „Nicht die Schülerin oder der Schüler mit Behinderung müssen sich bestehenden Schulstrukturen anpassen, sondern das Schulsystem muss sich an den Bedarfen und Fähigkeiten der Kinder orientieren.“ Damit sei klargestellt, dass es nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie“ der inklusiven Bildung geht. Land und Kommune sind hier gemeinsam in der Verantwortung, erklärte Janz. So sei die Stellenzuweisung für den inklusiven Unterricht in den vergangenen fünf Jahren deutlich erhöht worden.
Hintergrund: Ziel der Modellregion „Inklusive Bildung Kassel“ ist es, die allgemeine Schule in ihrem inklusiven Prozess zu unterstützen und zu begleiten, bestehende Ressourcen zu bündeln sowie Vernetzungsstrukturen mit allen beteiligten Professionen und Institutionen aufzubauen. In der Modellregion soll erprobt werden, wie es gelingen kann, inklusive Strukturen im allgemeinen Schulsystem flächendeckend einzurichten.
Dies setzt zum einen den Abbau stationärer Systeme voraus. Die damit freiwerdenden Stellen werden zur Stärkung und zum weiteren Ausbau des inklusiven Unterrichts in der Modellregion eingesetzt. Zum anderen muss der Schulträger Angebote zur inklusiven Beschulung von Kindern aller Förderschwerpunkte einrichten und sich über den bisherigen Standard hinaus an der Umsetzung der inklusiven Beschulung beteiligen. Damit die Lehrerinnen und Lehrer inklusiven Unterricht umsetzen können, werden sie mit Fortbildungen unterstützt. Modellregionen bestehen bereits in Wiesbaden, im Wetterauskreis, im Kreis Offenbach sowie im Hochtaunuskreis.
Das vom Land geforderte Rahmenkonzept für die Modellregion soll von einer Arbeitsgruppe, in der auch Schulen, Eltern- und Schülervertretungen sowie Behindertenverbände eingebunden sind, erarbeitet werden. Die in der Diskussionsrunde vorgetragenen Bedenken und Ängste, die Anforderungen, aber auch die Chancen und Möglichkeiten, die eine inklusive Beschulung bietet, werden im Konzept berücksichtigt. Stadträtin Janz zeigte sich abschließend zuversichtlich, dass es gelingt, eine gute und tragfähige Lösung zu erreichen, die von einer breiten Mehrheit in der Stadtgesellschaft gestützt wird.
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