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Hanau, 21. Mai 2014
Auf den Spuren der Rot-Kreuz-Gründer
- Nachfahren von Dunant, Moynier und Appia zu Gast in Hanau

Auf ihrer Studienreise über die Lebenswege der Gründer des Roten Kreuzes besuchten dieser Tage zwölf Mitglieder der Gesellschaft Génève Humanitaire die Brüder-Grimm-Stadt Hanau. Oberbürgermeister Claus Kaminsky traf die Gruppe aus Genf zu einem Gedankenaustausch im Hanauer Rathaus. Der Vorsitzende der Gesellschaft Roger Durant, zugleich Präsident der Société Henry Dunant, konnte dem Rathauschef gleich mehrere Ur-Ur-Enkel und Ur-Enkel der Rot-Kreuz-Gründer Dunant, Moynier und Appia vorstellen. Yvette Develay berichtete über ihre genealogischen Forschungen zu Ihrem Vorfahren Louis Appia. Dieser wurde 1818 in Hanau als Sohn des Pfarrers der Wallonischen Kirche geboren.

Die Besucher aus Genf recherchierten über Appia im Hanauer Stadtarchiv, im Archiv des Hanauer Geschichtsvereins und in der landeskundlichen Abteilung Hanau-Hessen der Stadtbibliothek. Zudem begab sie sich auf eine Stadtführung durch die Innenstadt, einen Besuch der Wallonisch-Niederländischen Kirche mit Helmut Noll und einen Besuch im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe. Historiker Erhard Bus informierte über das Leben in der Grimm-Stadt um 1800 und seine Recherchen über die Rot-Kreuz-Bewegung in Hanau und Region. 

Oberbürgermeister und Kulturdezernent Claus Kaminsky, Vorsitzender Roger Durant und Fachbereichsleiter Martin Hoppe, der für Kultur, Stadtidentität und internationale Beziehungen verantwortlich zeichnet, kamen überein, dem 200. Geburtstag von Louis Appia im Oktober 2018 in Hanau zu gedenken. Dies könnte in Form einer Ausstellung und / oder Tagung zu Ehren des berühmten Hanauers geschehen. 

 

Hintergrund:

Louis Appia wurde 1818 in Hanau als Sohn des Pfarrers der Wallonischen Kirche geboren. Appia besuchte das Frankfurter Gymnasium und ging im Alter von 18 Jahren nach Genf, um dort die Hochschulreife zu erlangen. 1838 begann er an der Universität in Heidelberg ein Medizinstudium. Nach dessen Abschluss 1843 kehrte er nach Frankfurt zurück.

1849, nach dem Tod des Vaters, ließ Appia sich in Genf nieder und wurde später Schweizer Staatsbürger. Sein Interesse für die Probleme der Kriegschirurgie führte ihn 1859 auf den italienischen Kriegsschauplatz, wo er seine Studien auf den Schlachtfeldern und in den Lazaretten betrieb, so auch bei der Schlacht von Solferino, deren Zeuge auch der Genfer Kaufmann Henry Dunant wurde. Dessen drei Jahre später erschienener Erlebnisbericht "Eine Erinnerung an Solferino", war ein Appell für die Pflege der Verwundeten und löste eine weltweite Bewegung aus.
Appia und Dunant gründeten, zusammen mit dem Rechtsanwalt Gustav Moynier, dem General Wilhelm Dufour und dem Arzt Theodor Maunoir, im Frühjahr 1863 das "Fünfer-Komitee", den Vorläufer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, welches die europäischen Mächte zur ersten Genfer Konferenz am 26. Oktober 1863 einlud.
1867 wurde Appia Sekretär des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (bis 1870). Er war ein unermüdlicher Förderer und Propagandist der Idee des Roten Kreuzes. Er schrieb Fachartikel und Broschüren. Auf vielen Kongressen und Konferenzen engagierte er sich für die Prinzipien des Roten Kreuzes und verhalf ihnen somit zum Durchbruch. Appia trat dafür ein, dass über den Einsatz im Krieg hinaus die nationalen Hilfsgesellschaften der Bevölkerung auch bei Naturkatastrophen und Epidemien beistehen sollten. Er starb am 1. Mai 1898 in Genf.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Gruppenbild Nachfahren
OB Claus Kaminsky und Martin Hoppe, Leiter des Fachbereichs Kultur, Stadtidentität und internationale Beziehkungen, begrüßen die zwölf Mitglieder der Gesellschaft Génève Humanitaire im Rathaus. Rathaus. Der Vorsitzende der Gesellschaft Roger Durant, zugleich Präsident der Société Henry Dunant, konnte dem Rathauschef gleich mehrere Ur-Ur-Enkel und Ur-Enkel der Rot-Kreuz-Gründer Dunant, Moynier und Appia vorstellen.


Louis Appia
Louis Paul Amédée Appia (* 13. Oktober 1818 in Hanau; † 1. Mai 1898 in Genf) war einer der Mitbegründer des Roten Kreuzes.


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