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Hanau, 05. Juni 2014
Der Mut zur Furcht
Dritte Premiere der Brüder Grimm Festspiele steht unmittelbar bevor

Die erste Probe auf der Märchenbühne im Amphitheater dauerte zwölf Stunden. Erst dann waren alle technischen Voraussetzungen, die für den reibungslosen Ablauf des Stückes notwendig sind, besprochen und geklärt. Nach den Worten von Adisat Semenitsch, die in der dritten Inszenierung der Brüder Grimm Festspiele die Regie führt, ist das aber nichts Außergewöhnliches. Selbst bei einem gut eingespielten Technik-Team wie bei den Festspielen kann vieles erst auf dem realen Schauplatz getestet und gegebenenfalls korrigiert werden. Dafür konnte die erste der sogenannten Endproben des „Märchens von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ am Dienstag Nachmittag ohne größere Unterbrechungen durchlaufen. Mit kurzen Anmerkungen dirigierte die erfahrene Regisseurin das Ensemble und korrigierte – zum Teil nach Rücksprache mit dem ebenfalls im Theater anwesenden Autoren Jan Radermacher - die Einsätze oder Positionen auf der großen Drehbühne.

Wenn am Freitag (6. Juni) die Fanfare zur Premiere ertönt, sind aber alle Ungereimtheiten beseitigt, und das Publikum darf sich auf eine höchst unterhaltsame Inszenierung freuen, in deren Mittelpunkt ein naiver Jüngling steht, der weder Angst noch tiefere Gefühle kennt. Verspottet von der Dorfgemeinschaft und verstoßen von seinem Vater, zieht Hannes in die Welt hinaus, um endlich das Fürchten zu lernen. Auf seinem Weg begegnen ihm nicht nur eine geheimnisvolle Fremde und deren vermeintlicher Sohn, sondern auch der ehemalige König eines verwunschenen Schlosses, ein böser Schattenkönig, unheimliche Kreaturen und am Ende gar eine ganze Skelett-Armee, mit der er um sein Leben kegeln muss. Wie es Hannes dabei am Ende gelingt, den Mut zum Fürchten und zum Fühlen zu erlangen, erzählt auf einfühlsame und spannende Weise die tiefsinnige und komische Geschichte.

Mit einem erstmals ausgeschriebenen Autorenwettbewerb wurde die Dramatisierung für das „Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ ausgesucht. Radermacher war es gelungen, mit seinem Manuskript die hochkarätig besetzte Jury auf Anhieb zu überzeugen. Er trägt damit nicht nur als Regisseur des Stückes „Es war einmal“ zum Erfolg der diesjährigen Jubiläums-Saison bei, sondern auch als Autor des „zauberhaft komischen Gruselmärchens“, das als Jugendstück den Spielplan bereichert. Adisat Semenitsch, die bereits unter anderem an der Vagantenbühne in Berlin sowie am Theater am Kurfürstendamm inszeniert hat, konnte als Regisseurin verpflichtet werden. Für sie ist es das erste Engagement bei den Brüder Grimm Festspielen.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929




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Foto: Stadt Hanau


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