Aktuelle Meldungen der Stadt Hanau

RSS-Feed abonnieren

[Alle Meldungen]
[Medienarchiv]
[E-Mail-Abo]
[Suche]

[Druckansicht]

Hanau, 24. Juni 2014
Gedenken an Familie Gieles in Klein-Auheim
- Lesung am 3. Juli im Zentrum für Ortsgeschichte

Am Sonntag, 29. Juni 2014, ist es 130 Jahre her, dass Franz Xaver Gieles in Klein-Auheim das Licht der Welt erblickte. Oberbürgermeister Claus Kaminsky erinnert anlässlich des Jahrestags an den bemerkenswerten Mann, der als Pädagoge und Rektor an der Volkschule sowie Kirchenverwalter und Organist ein höchst anerkannter und respektierter Mann in Hanau war. „Rektor Gieles war ein aufrechter Mann mit Prinzipien, der nach 1933 schnell in Opposition zu den faschistischen Machthabern stand und somit häufig Kritik und Schikanen der lokalen NS-Oberen ausgesetzt war“, berichtet der OB. Doch habe Gieles sich nicht einschüchtern lassen und sei unbeirrt seinen Weg gegangen.  

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten versuchte er, die Freiheit des Lehrens und der Erziehung gegenüber den totalitären Ansprüchen des Regimes zu wahren. Mehrfach wurde er deshalb unter anderem beim NS-Lehrerverband und bei der NS-Kreisleitung in Offenbach denunziert. „Politische Unzuverlässigkeit“ führte mit Ablauf des Monats März 1942 zu seiner Enthebung aus dem Amt, zumal sein Sohn Josef mit den Münchener Studenten der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ in Verbindung stand und mit Sophie und Hans Scholl im gleichen Haus wohnte.

Von Josef Gieles, Student der Medizin in München und Soldat im Dritten Reich (gefallen am 27.1.1945 in Russland) sind im Familienarchiv Gieles viele Briefe an die Eltern und Geschwister in Klein-Auheim von September 1939 bis Ende 1942 erhalten. Sie spiegeln die innere und äußere Entwicklung eines jungen Mannes während des Nationalsozialismus wider, dessen Studium parallel zu militärischer Ausbildung und dem Dienst in einer Sanitäts-/Studentenkompagnie lief. Auch die Verbindungen zu den Scholls und Alexander Schmorell werden eindrücklich aufgezeigt.

Die einzigartigen Zeitdokumente hat der Schwager von Gieles, Professor Heinrich Kanz, vor kurzem in einer zweiten Auflage in der Peter Lang Edition mit Unterstützung der Stadt Hanau herausgegeben. Kanz, emeritierter Pädagogikprofessor aus Bonn, wird am Donnerstag, 3. Juli, um 19 Uhr, in einer gemeinsamen Veranstaltung des Heimat- und Geschichtsvereins Klein-Auheim und der Stadt Hanau im Zentrum für Ortsgeschichte, (Schönfelderstr. 1, 63456 Hanau /Klein-Auheim) über seine Familie und das Buch referieren. Mitglieder des Geschichtsvereins tragen mehrere Texte von Gieles vor. Vorsitzende Maria Grimm und der Leiter des Fachbereichs Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen Martin Hoppe werden die Gäste begrüßen und die Veranstaltung moderieren. Der Eintritt ist frei.

Das Buch von Heinrich Kanz "Josef Gieles - Studentenbriefe 1939-1942. Widerständiges Denken im Umfeld der Weißen Rose" kann an diesem Abend zum Preis von 59,95 Euro erworben werden.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Franz Xaver Gieles
Geboren in Klein-Auheim am 29. 6. 1884 – gestorben in Klein-Auheim am 17. 9. 1953


[Zurück]


Stadt Hanau
Öffentlichkeitsarbeit
Am Markt 14-18
63450 Hanau

Oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de

Die Pressestelle "Stadt Hanau" ist Mitglied bei presse-service.de [http://www.presse-service.de/]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren. presse-service.de