Magdeburger Themenwoche zum Welt-Alzheimertag
Vom 18. bis 25. September/Eröffnung durch Beigeordneten Hans-Werner Brüning
Mit einer vielfältigen Themenwoche vom 18. bis 25. September wollen die Stadtverwaltung, mehrere Wohlfahrtsverbände und Pflegekassen sowie die Otto-von-Guericke-Universität gemeinsam den Blick für die Situation von demenzkranken Menschen und deren Angehörigen schärfen. Unter dem Titel „Demenz – Jeder kann etwas tun“ ist dazu ein buntes Programm geplant. Veranstaltungsorte sind die Alten- und Service-Zentren, die Pfeifferschen Stiftungen, das Oli-Kino und das Alte Rathaus.
Hintergrund ist der jährliche Welt-Alzheimertag am 21. September. Allein in Magdeburg leiden rund 3.400 Menschen der über 65-Jährigen an einer mittelschweren bis schweren Demenzerkrankung, wobei die Alzheimer-Demenz die häufigste Form aller Demenz-Erkrankungen ist. Laut dem Pflegereport 2010 der Barmer GEK erkranken in Deutschland fast jede zweite Frau und jeder dritte Mann über 65 Jahre an einer Demenzerkrankung. Mit der Zunahme der Lebenserwartung steigt auch die Anzahl der Erkrankungen.
Neben den direkt Betroffenen müssen die betreuenden Angehörigen oftmals weitreichende Einschränkungen in der Lebensqualität auf sich nehmen und sind aufgrund der häufig erforderlichen Rund-um-die-Uhr-Beaufsichtigung nicht selten mit Schamgefühlen sozial isoliert.
Die Veranstalter der Magdeburger Themenwoche möchten mit zahlreichen Angeboten auf diese Situation aufmerksam. Zielgruppe sind neben den Betroffenen und ihren Angehörigen auch Fachleute und alle Interessierten. Der offizielle Start ist am 18. September um 10.00 Uhr im Alten- und Service-Zentrum Sudenburg in der Halberstädter Straße 115a. Auf einer Vernissage werden mit Unterstützung der Alzheimer-Gesellschaft Sachsen- Anhalt e.V. Fotos gezeigt, auf denen die Krankheit mit großer Einfühlsamkeit ins Bild gesetzt wurde. Die Eröffnung übernimmt der Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Hans-Werner Brüning.
Ebenfalls am 18. September zeigt das Alten- und Service-Zentrum im Bürgerhaus Cracau um 15.00 Uhr den Film der Schauspielerin und Regisseurin Sarah Polley „Menschen hautnah – leben, lieben und vergessen…“ nach einer Kurzgeschichte von Alice Munroe. Der Film dokumentiert das einschneidende Schicksal einer jungen Familie als Folge einer frühen Demenzerkrankung der Ehefrau und Mutter.
Das Alten- und Service-Zentrum Olvenstedt folgt am Montag, dem 22. September um 14.30 Uhr mit dem Tanznachmittag „Schwofen gegen das Vergessen“. Erkrankte erlangen mit dem Tanzen oftmals diese verloren geglaubte Fähigkeit und somit ein Stück Lebensfreude zurück.
Ebenfalls am 22. September können sich Interessierte von 16.00 bis 19.00 Uhr über das Modell der „Pflegeoase“ im Hedwig-Pfeiffer-Haus der Pfeifferschen Stiftungen informieren und sich bei Fragen zu Demenzerkrankungen beraten lassen.
Ein weiteres Kino-Highlight folgt am 23. September. An historischer Stätte – im Oli-Kino in der Olvenstedter Straße 25 – gibt es um 16.30 Uhr ein Wiedersehen mit Annekathrin Bürger und Horst Jansen im Spielfilm „Eines Tages…“. Der Streifen zeigt, wie die Erkrankung das Schicksal von drei Familien bestimmt. Nach der Filmvorführung bietet sich im Oli die Möglichkeit mit Experten ins Gespräch zu kommen und persönliche Anliegen anzusprechen. Die Veranstalter wollen dabei insbesondere auch pflegende Angehörige erreichen und bieten deshalb während der Filmvorführung eine Betreuungsmöglichkeit für Erkrankte. Dafür ist eine telefonische Voranmeldung unter der Rufnummer 03 91/5 40 34 31 notwendig.
Zünftig geht es am 24. September um 16.30 Uhr beim gemeinsamen Grillen im Alten- und Service-Zentrum „Pik ASZ“ für Betroffenen und Angehörige zu.
Die Abschlussveranstaltung am 25. September um 16.30 Uhr in der Ratsdiele des Alten Rathauses bietet neben Informationen über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zur Krankheit auch die Möglichkeit an einem Forum teilzunehmen und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Hauptreferent ist Prof. Dr. Jens Pahnke von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Universität Oslo.
Alle interessierten Magdeburgerinnen und Magdeburger sind zu den Veranstaltungen herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei. Informationen zur Themenwoche und Ansprechpartner sind im Internet unter www.magdeburg.de zu finden.
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