17. September 2014. Wie kann man Eltern in den wichtigen Prozess der Berufsorientierung Jugendlicher besser einbinden? Darüber haben sich pädagogische Fachkräfte und andere Akteure im Übergang Schule-Beruf in Kassel in mehreren Veranstaltungsreihen auseinandergesetzt. Das städtische Jugendamt hat den gesamten Entwicklungsprozess mit den Beiträgen der beteiligten Experten sowie Praxisbeispielen dokumentiert. Der Bericht kann ab sofort angefordert oder online abgerufen werden.
Ausgangslage
Den Eltern wird im Berufswahlprozess der Jugendlichen eine wichtige Rolle als Ratgeber und Begleiter zugesprochen. Mit ihrer Verantwortung gehen Eltern jedoch sehr unterschiedlich um, so dass pädagogische Fachkräfte die Kompetenzen vieler Mütter und Väter kritisch einschätzen. Sie sehen bei den Eltern Informationslücken über das Berufsbildungssystem und mangelndes Engagement bei der Berufswahlentscheidung ihrer Kinder.
Prozessbeteiligte
Die Regionale OloV-Koordination ("Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf") der Stadt Kassel sowie das Kasseler Übergangsmanagement Schule-Beruf zeigen sich für die Konzeption des Projektes verantwortlich. Am Entwicklungsprozess beteiligten sich zahlreiche Institutionen, die den Übergang von der Schule ins Berufsleben in Kassel mitgestalten, wie die Allgemeinbildenden und Beruflichen Schulen, Träger außerschulischer Jugendbildung, die Arbeitsagentur, die Kammern und die Kreishandwerkerschaft. Vertreter der jeweiligen Einrichtungen haben regelmäßig an Veranstaltungen teilgenommen und sich gegenseitig bei der Entwicklung von neuen Ansätzen zur Kooperation mit Eltern unterstützt.
Entwicklungsprozess
Den Anfang der Entwicklungsphase bildete eine Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2010, auf der die Ausgangslage und der geplante Prozess diskutiert wurden. In Workshops präsentierten Expertinnen und Experten Praxisbeispiele, wie ein guter Übergang von der Schule ins Berufsleben gelingen kann. Darunter befanden sich auch zwei Beispiele aus Kassel: Anke Schäfer von der Jugendberufshilfe des Landkreises Kassel stellte das Projekt „B-E-A – Bildung – Erfolg – Ausbildung“ vor, in dem unter anderem muttersprachliche Bildungsvermittlerinnen und -vermittler die Kooperation mit Eltern unterstützen. Die Übergangsmanagerin Mimi Krajczy und Dominik Becker als Mitglied der Schulleitung der Georg-August-Zinn-Schule stellten Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Eltern, insbesondere auch Müttern mit Migrationshintergrund vor.
Darüber hinaus erläuterte der Leiter des Fachdienstes Jugend – Bildung – Migration in Reutlingen, Andreas Foitzik, warum aus seiner Sicht die Elternbildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft eine Frage der Haltung von pädagogischen Fachkräften ist. Evelyn Rößer, die Leiterin des Regionalen Übergangsmanagements sowie OloV-Regionalkoordinatorin des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg berichtete über eine Fortbildungsreihe für Lehrkräfte sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeiter an allgemeinbildenden Schulen, bei denen sieben Projekte entwickelt und erprobt wurden. Stefanie Göckler, pädagogische Mitarbeiterin des DRK-Kreisverbandes Hamm, stellte Überlegungen zur kultursensiblen Kommunikation mit Erziehungsberechtigten vor, in die Erkenntnisse aus Sinus-Studien eingeflossen waren.
Auf diese erste Phase mit der Auftaktveranstaltung und den Input-Workshops folgten bis zum Jahr 2013 fünf Workshops, in denen die Teilnehmer Projekte zur Erprobung neuer Ideen für die Elternbeteiligung in der Berufsorientierung entwickelten und miteinander berieten. Nach der Erprobung dieser Vorhaben wurden die Erfahrungen untereinander ausgetauscht und diskutiert.
Dokumentation
Die veröffentlichte Dokumentation enthält im ersten Teil Kurzfassungen von Praxisbeispielen, die die Expertinnen und Experten in den Workshops vorstellten. Im zweiten Teil befinden sich Darstellungen der erprobten Praxisvorhaben. Im Anhang sind Materialien zu finden, die während der Projektphase entstanden sind.
Die Dokumentation kann als PDF-Dokument angefordert werden bei Gabriela Pohle von der Abteilung Kommunales Jugendbildungswerk unter der E-Mail-Adresse: gabriela.pohle@kassel.de. Außerdem ist der Bericht im Internet herunterladbar unter der Adresse: http://www.olov-hessen.de/ks-elternbeteiligung-in-der-berufsorientierung.html.
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