24. September 2014. Ab November geht es los: Dann sollen 600 Drittklässler von insgesamt 15 Kasseler Grundschulen an einer Gesundheitsuntersuchung teilnehmen. „Das Ganze ist eine absolut freiwillige Aktion und wir hoffen, dass unser Konzept viele Eltern überzeugt, mitzumachen“, sagt Prof. Dr. Birgit Babitsch von der Universität Osnabrück, die das vom Bundesgesundheitsministerium initiierte Modellvorhaben in Kassel und zwei weiteren ausgewählten Modellregionen durchführen wird.
Anne Janz, Dezernentin für Schule und Gesundheit in der Stadt Kassel: „Wir sind sehr froh, dass wir die Möglichkeit haben, in diesem Modellvorhaben mitzuarbeiten, weil Gesundheit und Bildung nachweislich eng zusammenhängen. Wer gesund ist und sich in der Schule wohlfühlt, lernt leichter und lieber. Und wer besser gebildet ist, hat auch im späteren Lebensverlauf größere Chancen gesund zu bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass in unseren Kitas und Schulen die Gesundheit und die Gesundheitsförderung bei Kindern ein zentrales Thema ist.“
Bei den „Gesundheitsuntersuchungen in Grundschulen – GrundGesund“ handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Gesundheit initiiertes und gefördertes Modellvorhaben, das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung koordiniert und von der Universität Osnabrück durchgeführt wird. Umgesetzt wird es in Kassel, Flensburg und im Kreis Recklinghausen. Im Rahmen dieser zusätzlichen Untersuchung soll festgestellt werden, ob die Kinder gesundheitliche Auffälligkeiten haben und den schulischen Herausforderungen gewachsen sind.
Im Rahmen des Modellvorhabens werden Ärztinnen vom schulärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes Region Kassel die teilnehmenden Schulen besuchen und dort unter anderem untersuchen, wie es um Größe und Gewicht, ums Hören und Sehen der Kinder bestellt ist. Aber auch „neue“ Risiken wie Bewegungsmangel, Medienkonsum und psychosoziale Probleme sollen erkannt werden.
Ziel sei es einerseits, den Kindern, bei denen gesundheitliche Auffälligkeiten festgestellt werden, ganz individuell zu helfen. „Andererseits erwarten wir, dass es Probleme geben wird, die für viele Kinder in gleicher Weise gelten“, sagt Dr. Gabriele Oefner, Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendgesundheit/allgemeine Prävention im Gesundheitsamt Region Kassel. Gemeinsam mit den Schulen werden passgenaue Möglichkeiten für ihre Schüler und Schülerinnen entwickelt, „damit die Kassler Schulen im Hinblick auf die gesundheitlichen Bedürfnisse der Kinder noch besser aufgestellt sind“, so Prof. Dr. Birgit Babitsch. Sie erinnert in diesem Zusammenhang an die vielen und unterschiedlichen Aktivitäten in Grundschulen, die zum Beispiel das Ernährungsverhalten der Kinder positiv verändern.
Eine rege Zustimmung der Eltern zur Teilnahme ihrer Kinder an der Untersuchung wünschen sich Michael Scholz, Direktor am Landesschulamt, und Regine Bresler, Leiterin des Schulärztlichen Dienstes, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Diese Ergebnisse können in der Kooperation zwischen dem Staatlichen Schulamt und dem Gesundheitsamt Region Kassel zur Weiterentwicklung der „Gesundheitsfördernden Schulen“ in Kassel einen wertvollen Beitrag leisten.
Michael Scholz, Direktor am Landesschulamt und Dezernent für Schule und Gesundheit, bringt es auf den Punkt. „Die teilnehmenden Schulen erhalten eine zusätzliche Chance zur Steigerung der Bildungsqualität durch eine Stärkung der schulischen Gesundheitsqualität. Gewinner sind hierbei nicht nur die Schulen, sondern alle am Modellvorhaben beteiligten Schülerinnen und Schüler.“
Die Eltern werden umfassend über das Modellvorhaben informiert und in die Gesundheitsuntersuchung in der Grundschule mit einbezogen. Ihre Erfahrungen haben für die Untersuchung eine große Bedeutung und fließen in die Ergebnisse des Modellvorhabens mit ein. Eine erste Information erfolgt im Rahmen der Elternabende und durch umfangreiches Informationsmaterial.
Das Modellvorhaben
Beim Modellvorhaben „Gesundheitsuntersuchungen in Grundschulen – GrundGesund“ arbeiten das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Länder Hessen, NRW und Schleswig Holstein, die Universität Osnabrück, die Städte Kassel und Flensburg sowie der Kreis Recklinghausen eng zusammen. Ermittelt werden soll, ob sich eine zusätzliche Untersuchung und davon abgeleitete Maßnahmen der Gesundheitsförderung positiv auf die Gesundheit und den Bildungsweg der Kinder auswirken, um diese dann ggf. verbindlich für alle Kinder der dritten Klassen zu etablieren.
(4592 Zeichen)
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de
Pressesprecher Ingo Happel-Emrich
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp
Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.