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Entwicklung des Borkener Mühlenareals

Eine Nachbetrachtung des Bürgerinformationsabends am 30. September 2014

02. Oktober 2014. Das Borkener Mühlenareal bezeichnet den Bereich des Zusammenflusses der Borkener Aa und des Döringbachs. Als „Tor zur Innenstadt“ ist das Mühlenareal bedeutend für die zukünftige Stadtentwicklung. Im jetzigen Zustand sind insbesondere die vorhandene Brücke „Mühlenstraße“ sowie das Stauwehr der ehemaligen Stadtmühle baufällig und müssen zeitnah erneuert werden.

Die Stadt Borken hat die Ingenieurgesellschaft Lindschulte mit den Planungen zum Neubau der Mühlenbrücke und der Wehranlage sowie der dafür notwendigen Fischaufstiegsanlage beauftragt. Nach einer ersten Präsentation im Umwelt- und Planungsausschuss fand am 30.09.2014 eine Bürgerinformation im großen Sitzungssaal des Rathauses statt. Marc-Christian Vrielink vom Büro Lindschulte stellte den aktuellen Planungsstand vor und erläuterte die zur Diskussion stehenden vier Varianten. Die Präsentation ist im Internet unter www.borken.de in der Rubrik "Bau | Planung / Aktuelle Planungen / Planung Mühlenareal" abrufbar.

Wohl auch aufgrund der bereits erfolgten umfassenden Information über die Zeitungen und das Internet war der Saal nicht ganz gefüllt. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger zeigten sich aber nicht nur sehr engagiert für die Stadtentwicklung, sondern auch sachlich gut vorbereitet.

Bürgerbeteiligung ausdrücklich gewünscht

Bürgermeister Rolf Lührmann betonte bei seiner Einführung, dass die Stadt Borken sehr großes Interesse an einer umfassenden Bürgerbeteiligung habe und deshalb schon jetzt – zu einem sehr frühen Planungsstand – mit Informationsveranstaltungen begonnen worden sei: „Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, sich mit Anregungen oder Fragen an der städtebaulichen Entwicklung zu beteiligen.“

Anschließend erläuterte Christian Vrielink mit Hinweis auf zukünftige städtebauliche Veränderungen (wie die Umgestaltung des Kirchplatzes oder den Neubau der Turmgalerie) den derzeitigen Planungsstand und das umfangreiche Bewertungsverfahren. Mit dieser „Variantenmatrix mit Senstivitätsanalyse“, in der aktuell etwa 30 Kriterien unter anderem aus den Bereichen Städtebau, Verkehr, Gewässer, Ökologie, Baukosten oder Bauablauf gegenübergestellt werden können, ist eine neutrale und nachprüfbare Bewertung möglich, die auch einen Vergleich unterschiedlicher Prioritäten ermöglicht. So kann gezeigt werden, ob eine Variante sich auch unter extremen Bewertungs-Blickwinkeln als „robust“ erweist. Neben dieser technisch aufwändigen Berechnungsmethodik erklärte Vrielink sehr praxisorientiert unter anderem die aufgrund der Neigungsunterschiede problematische Situation der Varianten 1 und 2 am Beispiel der unkomfortablen Liegendanfahrt zum Krankenhaus. Diese Varianten seien zwar „genehmigunsfähig“, aber unter fast allen Gesichtpunkten „grenzwertig“ und damit nicht nachhaltig sinnvoll für die städtebauliche Entwicklung von Borken.

Umfassende Planungskriterien und umfangreiche Variantenbewertungen

Natürlich wurde auch die aktuelle und die prognostizierte zukünftige Verkehrsentwicklung bei den Planungen berücksichtigt. Daraus ergab sich auch, dass hier ein Kreisverkehr eine deutlich bessere Leistungsfähigkeit gegenüber einer Kreuzung hat.

Sorgen um das Stadtbild aufgrund der vielen technischen Betonbauwerke konnten Ludger Bücker (Bauverwaltung) und Martin Dahlhaus (Umwelt & Planung) zerstreuen: „Die Aufenthaltsqualität an der Aa ist uns ein wichtiges Anliegen. So können zum Beispiel die Fischtreppe mit Natursteinen verkleidet sowie die Aa-Terrassen neu gestaltet und aufgepflanzt werden.“ Die Anregung, Teile der alten Mühle wie das Mühlrad in die Neugestaltung zu integrieren, wurde gerne aufgenommen.

Es kam bei den Anwesenden sehr gut an, dass nicht nur verkehrliche Themen berücksichtigt werden, sondern eine umfassende Betrachtung stattfindet. Auch die Verbesserung der verkehrlichen Gesamtsituation des Mühlenareals wurde positiv anerkannt, insbesondere die Berücksichtigung der Parkplatzsituation für den Einzelhandel. Erstaunen löste zunächst der Rahmenterminplan aus, da erst Anfang 2017 mit den Bauarbeiten begonnen werden könne. Daran ist aber weder eine zu langsame Planung noch die Verwaltung der Stadt Borken schuld, sondern die vom Gesetzgeber erlassenen Genehmigungs-Richtlinien, die nicht zuletzt eine umfassende Bürgerbeteiligung sicherstellen sollen und sich leider nicht abkürzen lassen. Vrielink: „Und ich möchte mich Ihnen gegenüber schließlich nicht in fünf Jahren für den ‚BER von Borken‘ rechtfertigen müssen, weil Planungen und Baumaßnahmen zu schnell durchgeführt wurden.“

Auch um den Gebäudebestand haben sich die Planer Gedanken gemacht. So wurde eine Grundwasserabsenkung während der Bauarbeiten an der Borkener Aa bereits verworfen, um die Standsicherheit der vorhandenen Bebauung im Uferbereich nicht zu gefährden. Stattdessen werde mit dem so genannten Nassbagger-Verfahren und mit Unterwasser-Beton gearbeitet, erklärte Vrielink. Große „Batzen“ und „Spielereien“ wurden berücksichtigt

Die Frage nach der Bezahlbarkeit der Maßnahme hatte die 1. Beigeordnete Mechtild Schulze-Hessing erwartet: „Die Signale des Landes hinsichtlich Mitteln zur Städtebauförderung sind positiv. Damit würden sechzig Prozent aus Landesmitteln finanziert, nur noch vierzig Prozent durch uns. Borken ist schuldenfrei – und das soll auch so bleiben. Aber gerade vor diesem Hintergrund sind nachhaltige und langfristige Verbesserungen sehr wichtig.“

Mit der abschließenden Frage hatte kaum jemand gerechnet: „Was ist denn bei der Variante 4 mit dem Kinderspielplatz auf der Insel?“. Aber auch hier konnte das Planungsteam beruhigen: „Der Spielplatz liegt weiter südlich und ist durch die Umgestaltung nicht betroffen.“ So konnte nicht nur diese Bürgerin nach zwei informativen Stunden mit einem guten Gefühl für die Neugestaltung des Mühlenareals den Heimweg antreten.

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Variantenbetrachtung Mühlenareal



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Bürgerinformationsabend zur Entwicklung Mühlenareal 30.09.2014



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Leiter Büro des Bürgermeisters
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E-Mail: pressestelle(at)borken.de

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