Kreis Steinfurt. Einsteigen in die Ausbildungs- und Berufswelt - aber wie und in welche Richtung soll es gehen? Das wissen Jugendliche auch kurz vor dem Schulabschluss oft noch nicht. Viele können sich nicht vorstellen, was sie im Beruf oder im Studium erwartet. Das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ will Abhilfe schaffen. In der Berufs- und Studienorientierung wird unter anderem mit der Berufsfelderkundung ein neues Standardelement eingeführt. Bedeutet: Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse schnuppern vor einem Betriebspraktikum einen Tag in Berufe und den betrieblichen Alltag.
Das Angebot für die Jugendlichen will gut vorbereitet sein. Die Kommunale Koordinierungsstelle des Kreises Steinfurt ist bei der Umsetzung von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ seit Frühjahr 2014 federführend aktiv. Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Schule, Wirtschaft/Handwerk, Arbeitsberatung und -vermittlung, Jugendhilfe und Kommunen in der Region entwickelt sie verschiedene Modelle, um die standardisierte Berufs- und Studienorientierung zu realisieren. Dazu gehören Treffen, bei dem sich die Studien- und Berufswahlkoordinatoren der Schulen mit Vertretern der Betriebe austauschen. „Die Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie den Schülerinnen und Schülern die Türen öffnen und ihnen den Einblick in die Firmen ermöglichen“, betont Kreis-Sozialdezernent Dr. Peter Lüttmann im Hinblick auf das erste Treffen am kommenden Mittwoch in Rheine. Dabei geht es darum, aus den Perspektiven „Schule“ und „Arbeitswelt“ die Rahmenbedingungen für eine gelungene Berufsfelderkundung der Mädchen und Jungen zu erarbeiten. In Kürze folgen weitere Treffen in Lengerich, Steinfurt und noch einmal in Rheine.
Für das laufende Schuljahr besteht eine besondere Herausforderung für die Beteiligten: 2.166 Achtklässler im Kreis Steinfurt sollen nach den Plänen der Kommunalen Koordinierungsstelle des Kreises Steinfurt an Potenzial-Analysen und Berufsfelderkundungen teilnehmen. Regionale Betriebe haben die notwendigen Plätze dafür zugesagt. Bis zum Schuljahr 2018/19 sollen alle Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse bis zum Übergang in einen Beruf oder ein Studium diese Entscheidungshilfen zur Berufsorientierung wahrnehmen.
Die Berufsfelderkundung ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen frühen Einstieg in die eigene Berufsorientierung. Den Ausbildungsbetrieben dient dieser erste Kontakt zu potenziellen Praktikanten und Auszubildenden, um die Branche und die jeweiligen Berufe vorzustellen und künftige Fachkräfte für sich zu gewinnen.