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Vortrag und Filmvorführung „An der 'Heimatfront' – Westfalen und Lippe im Ersten Weltkrieg“ in der Reihe „Geschichte ist mehr...“

Mittwoch, den 19. November 2014, 19.30 Uhr im Borkener Stadtmuseum

07. November 2014. Das Stadtmuseum Borken lädt ein zu Vortrag und Filmvorführung: „An der 'Heimatfront' – Westfalen und Lippe im Ersten Weltkrieg“.

Im Gedenkjahr an die Katastrophe des Ersten Weltkrieges zeigt ein neuer Film des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe die Geschehnisse der Jahre zwischen 1914 und 1918 aus regionaler Perspektive. Wie sah die Wirklichkeit des Krieges an der westfälischen „Heimatfront“ aus, wie empfanden Zeitzeugen die unterschiedlichen Phasen von Euphorie und Sorge zu Kriegsbeginn bis zum von Hunger und Elend gezeichneten Kriegsende? Die Spuren des Krieges prägten alle Lebensbereiche, auch „Daheimgebliebene“ konnten sich der Macht des Krieges nicht entziehen. Der Film zeigt auf, dass Kriegsdienst nicht nur in den Schützengräben, sondern auch an der „Heimatfront“ geleistet wurde. So unterstützte die Zivilbevölkerung die Truppen und Kriegerfamilien beispielsweise durch sogenannte „Liebestätigkeiten“, die aus Sendungen von Lebensmitteln und anderen Geschenken aus der Heimat an die Front bestanden. Ferner führte die Rohstoffknappheit während des Krieges zur Beschlagnahmung kriegsrelevanter Materialien bis hin zum Einschmelzen der Kirchenglocken. Frauen mussten außerhalb des heimischen Herdes in Behörden, in der Rüstungsindustrie oder in der Krankenpflege arbeiten. Kriegsgefangene wurden in Westfalen vor allem in der Landwirtschaft als Arbeitskräfte eingesetzt. Schließlich zeigte sich auch eine unterschiedliche Versorgungslage im Ruhrgebiet und im ländlichen Bereich, etwa während des „Steckrübenwinters“ 1916/1917 und den Hamsterfahrten aufs Land. Neben den zahlreichen Toten, die Kriegerwitwen und Waise zurückließen, waren auch die schrecklichen körperlichen und seelischen Wunden der Kriegsversehrten zu beklagen.

Der 35-minütige Film, dessen Premiere in diesem Frühjahr stattfand, verbindet historisches Bild- und Textmaterial mit Aussagen von Zeitzeugen und lässt biografische Aufzeichnungen und Archivmaterial lebendig werden. Die unterschiedlichen Blickwinkel von drei Protagonisten, einer Schülerin aus Lüdenscheid, die zu Kriegsbeginn etwa 14 Jahre alt war, einer Mutter von 13 Kindern und Ehefrau eines Kreisamtsarztes in Ahaus sowie eines münsterschen Stadtarchivars machen private Tagebuch- und Chronikaufzeichnungen anschaulich.

Dabei spielten für die Erinnerungskultur die zahlreichen visuellen Dokumente, die durch die Anfang des 20. Jahrhunderts schon verbreitete Fotografie ermöglicht wurden, eine besondere Rolle. Es stellt sich auch die Frage, auf welche Motive sich der Blick richtete, ob und zu welchem Zweck möglicherweise Fotos inszeniert wurden. Prof. Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen und Honorarprofessor an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wird in den Film einführen und auch die fotografische und filmische Überlieferung des Ersten Weltkrieges thematisieren.

Markus Köster (geb. 1966) hat neuere Geschichte, Politikwissenschaft und katholische Theologie in Münster und Brighton studiert. Nach verschiedenen Stationen ist er seit 2002 Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen und lehrt als Honorarprofessor an der Universität Münster. Er publiziert u.a. zur Regionalgeschichte Westfalens und zur Geschichte von Film und Fotografie.

Der Vortrag und die Filmvorführung sind eine Veranstaltung der Reihe „Geschichte ist mehr...“, die im zweiten Halbjahr 2014 unter dem Thema 100 Jahre 1. Weltkrieg steht.

Der Eintritt kostet 4 €.

Adresse: Stadtmuseum Borken Marktpassage 6 46325 Borken

www.stadtmusem.borken.de Tel.: 02861 939 242

Öffnungszeiten Die. - Sa. 15.00-18.00 Uhr So. und an Feiertagen: 10.30 -17.30 Uhr

Pressekontakt: Stadt Borken, Pressestelle Borken, Tel. 02861 / 939 - 103

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Lastenträgerinnen am Güterbahnhof


Lastenträgerinnen am Güterbahnhof Recklinghausen im 1. Weltkrieg, Nachlass Joseph Schäfer, @LWL-Medienzentrum für Westfalen.
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