Arbeitsgruppe berät über Zugänglichkeit von Veranstaltungsstätten, über Eingliederungshilfe und Grundsicherung
Einladung zur 71. Sitzung der AG Menschen mit Behinderungen am 20.11.14
Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen der Landeshauptstadt Magdeburg trifft sich am Donnerstag, dem 20. November 2014, 13.30 Uhr zu ihrer 71. Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt.
Auf der Tagesordnung der Arbeitsgruppe stehen wie gewohnt aktuelle Probleme im Zusammenhang mit der Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Personenverkehr, im städtischen Raum und bei öffentlich zugänglichen Gebäuden. Dazu sind Vertreter der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) und der zuständigen Ämter und Fachbereiche der Stadtverwaltung eingeladen.
Bei der 71. Sitzung der AG soll außerdem über die Perspektiven der Veranstaltungsstätten der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM) in Bezug auf deren Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für Menschen mit Behinderungen informiert werden. Das Thema liegt vielen mobilitätseingeschränkten Betroffenen sehr am Herzen, die den Elbauenpark besuchen oder an Veranstaltungen in der Stadthalle, dem AMO-Kulturhaus oder der GETEC-Arena teilnehmen wollen.
Themen sind ferner Berichte aus dem städtischen Sozial- und Wohnungsamt zur Inanspruchnahme von Leistungen der Eingliederungshilfe und der Grundsicherung sowie des Jobcenters zur Betreuung und zu Angeboten für Menschen mit Behinderungen bzw. Rehabilitanden, die auf Hilfe nach dem SGB II angewiesen sind. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen mit Behinderung ist wesentlich höher als unter nichtbehinderten Kunden des Jobcenters. Menschen mit Behinderungen haben bundesweit bisher deutlich weniger vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert als Betroffene ohne behinderungs- oder krankheitsbedingte Einschränkungen, erklärt dazu der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt, Hans-Peter Pischner. In Magdeburg ging die Zahl der offiziell gemeldeten schwerbehinderten Arbeitslosen seit Oktober 2013 immerhin um rund 10% zurück.
Hintergrund:
An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich Mitglieder von Behindertenverbänden und –vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive. Die AG war 1999 als beratendes Gremium und Forum für die Belange behinderter Menschen gegründet worden.
Zum Jahresende 2013 lebten rund 7,5 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, waren das rund 260.000 oder 3,6 % mehr als am Jahresende 2011. 2013 waren somit 9,4 % der gesamten Bevölkerung in Deutschland schwerbehindert.
In Sachsen-Anhalt leben rund 180.200 anerkannte Schwerbehinderte. Das sind 8,0 % der Bevölkerung, also weit weniger als im Bundesdurchschnitt. In der Landeshauptstadt sind mit Stand vom Dezember 2013 rund 17.300 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,5 %). Schließt man die Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 mit ein, sind bis zu 25.000 Menschen betroffen (11 %).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 9.400 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G), Schätzungsweise 2.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 293 waren blind, 208 gehörlos und ca. 4.200 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten 2.079 Menschen (Merkzeichen H). Fast 2.300 Magdeburger besitzen das Merkzeichen RF und zahlen aufgrund von seh- oder Hörbehinderung oder schwerer Behinderung einen ermäßigten Rundfunkbeitrag, soweit sie nicht wegen geringen Einkommens ganz befreit werden. 58,5 % der Betroffenen sind bereits 65 Jahre und älter, während nur 2,3 % jünger als 18 Jahre sind 52,1 % der Behinderten sind weiblich.
An den beiden Magdeburger Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind über 1.000 Betroffene beschäftigt. Rund 900 Menschen mit Behinderungen leben in stationären Einrichtungen (Heime bzw. Wohnstätten an den Werkstätten). Mehr als 6.700 Magdeburger sind pflegebedürftig, mehr als 2.800 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt, die übrigen in der Familie oder von ambulanten Pflegediensten. Nach der offiziellen Arbeitslosenstatistik waren im Oktober 2014 in Magdeburg 447 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, davon rund zwei Drittel im Bereich des SGB II (Jobcenter). Im Oktober 2013 wurden noch 500 arbeitslose Schwerbehinderte gemeldet.
Ansprechpartner:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter
Telefon 0391/540 2342
E-Mail: behindert@magdeburg.de
|