04. Dezember 2014.
Dem documenta Archiv der Stadt Kassel ist heute der Hessische Archivpreis 2014 verliehen worden. Die Auszeichnung nahm in feierlichem Rahmen im Rathaus neben Oberbürgermeister Bertram Hilgen der Leiter des Archivs, Dr. Gerd Mörsch, entgegen. Oberbürgermeister Bertram Hilgen sagte, die Stadt sei „stolz, mit dem documenta Archiv über eine Forschungseinrichtung von internationalem Rang zu verfügen. Die Verleihung des Hessischen Archivpreises würdigt die hervorragende Arbeit, die hier geleistet wird.“
Der Hessische Archivpreis wird alljährlich von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit dem Landesverband Hessen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) ausgelobt.
Das städtische documenta Archiv hatte die Jury durch seine gezielte inhaltliche Ausrichtung auf alle im Zusammenhang mit den documenta-Ausstellungen stehenden Dokumente und Publikationen überzeugt. Den Sammlungskern der Institution bilden die Akten und Materialien rund um die documenta-Ausstellungen, darunter die Korrespondenz der jeweiligen documenta-Organisation und -Mitarbeiter. Heute beherbergt das documenta Archiv außerdem eine der bedeutendsten Spezialbibliotheken für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in Deutschland, eine umfangreiche Presseausschnittsammlung sowie ein stetig wachsendes Medienarchiv, das den vielfältigen Sammlungsbestand multimedial ergänzt. Auch die Nachlässe von Arnold Bode, Hans Hillmann und Harry Kramer sowie der Vorlass von Floris M. Neusüss zählen zu den Schätzen des Archivs.
Träger des documenta Archivs ist die Stadt Kassel. Als kommunale Einrichtung hat sich das documenta Archiv als fachlicher Kooperationspartner der documenta GmbH etabliert und zugleich seine enge institutionelle Anbindung an das Kulturamt der Stadt Kassel bewahrt. Das hohe Engagement der Kommune für das von ihr getragene Archiv ist aus Sicht der Jury preiswürdig.
Zukunftspläne: Ein documenta-Institut
Oberbürgermeister Hilgen äußerte sich in seiner Ansprache auch zu den Zukunftsplänen für das documenta Archiv: Hier werde wertvolles Kulturgut dauerhaft gesichert. Stadt und Land wollten mit der Gründung eines documenta-Zentrums diese Schätze noch mehr ins Licht rücken wollten. Es sei wichtig und sinnvoll, permanent Aufmerksamkeit und Interesse auf die Alleinstellungsmerkmale und die Unverwechselbarkeit der documenta zu lenken, vor allem um zwischen den Ausstellungen eine deutlich stärkere Präsenz zu zeigen, Perspektiven zu entwickeln und inhaltliche Impulse zu setzen. Ein documenta-Institut mit dem eingegliederten documenta Archiv sei die Antwort darauf.
In Gesprächen hätten Staatsminister Rhein und er daher vereinbart, dass das documenta Archiv in die Trägerschaft der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH übergeleitet werde, führte OB Hilgen, der auch Kulturdezernent ist, aus: Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst habe die dafür notwendigen Haushaltsmittel für den Haushalt 2016 beantragt. Erste Abstimmungsgespräche zur Umsetzung seien bereits terminiert. Parallel dazu beabsichtigte die Universität, einen interdisziplinären Lehr- und Forschungsschwerpunkt zum Thema documenta zu installieren. „Wenn es uns gelingt, die Kräfte zu bündeln und in einem überschaubaren Zeitraum die personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, dann kann das künftige documenta-Institut einschließlich der unglaublichen Materialfülle des documenta Archivs zu einem Zentrum der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nicht nur in Deutschland werden. Damit hätten wir dann den Grundstein für eine Institution gelegt, die der weltweiten Bedeutung der documenta entspricht und zwischen den Ausstellungen die Aufmerksamkeit auf sich zieht, die wir uns immer gewünscht und erhofft haben. Was für eine Perspektive im Hinblick auf 2015, wenn wir den 60. Geburtstag der documenta feiern!“, sagte der Oberbürgermeister.
Hintergrund:
Die Kasseler documenta ist die größte und weltweit am meisten beachtete Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Die enorme Materialfülle, die im Umfeld der Vorbereitung und Realisierung dieses einzigartigen Ausstellungsereignisses zusammenkommt, inspirierte bereits den documenta-Gründer Arnold Bode 1961 zur Idee eines documenta Archivs. Ihm ging es dabei zunächst besonders darum, dass die Materialien der vorherigen documenta-Ausstellungen eine unverzichtbare Basis für die Vorbereitung der nächsten sein würden. Den seither anwachsenden Sammlungskern der Institution bildeten daher zunächst die Akten und Materialien, die Korrespondenz der jeweiligen documenta-Organisation und -Mitarbeiter.
Heute beherbergt das documenta Archiv außerdem eine der bedeutendsten Spezialbibliotheken für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in Deutschland, eine umfangreiche Presseausschnittsammlung sowie ein stetig wachsendes Medienarchiv, das den vielfältigen Sammlungsbestand multimedial ergänzt.
Eine Datenbank ermöglicht der breiten Öffentlichkeit den Zugang zu Materialien und Informationen aller bisherigen documenta-Ausstellungen. Als Spartenarchiv ist das documenta Archiv dadurch zu einer wichtigen Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, Fachpublikum und Künstler geworden.
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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Stephan Kaiser
Stadt Kassel
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