Vernissage mit Konzert: Kunst von Bauhaus-Schüler Martin Jahn in der Musikakademie

09. Dezember 2014.

Zu einer Kunstausstellung unter dem Titel „KONTRASTE“ lädt die Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ alle kunstinteressierten Bürgerinnen und Bürger Kassels ab Dienstag, 16. Dezember, in ihren Konzertsaal am Karlsplatz ein. Gezeigt werden Bilder und Zeichnungen von Martin Jahn (1898 - 1981), der in den 1920er Jahren Schüler am von Walter Gropius in Weimar gegründeten Bauhaus war.

Auch die Vernissage mit Konzert am Montag, 15. Dezember, ab 19 Uhr im Konzertsaal ist öffentlich. Zugegen ist dabei mit Prof. Jörg-Wolfgang Jahn, Karlsruhe, ein Sohn des Künstlers. Auf dem Programm der Eröffnung steht auch Musik von Béla Bartók und Igor Strawinsky. Mitwirkende sind Tianwa Yang (Violine), Prof. Wolfgang Meyer (Klarinette, a. G.) und Nicholas Rimmer (Klavier, a. G.). Zur Aufführung kommt ein Werk von Béla Bartók, dessen Titel ebenfalls „Kontraste“ ist. Der Komponist genoss unter den Künstlern des Bauhauses hohes Ansehen, und Aufführungen seiner Werke - eben auch seiner „Kontraste“ - sind sowohl in Weimar als auch in Dessau mehrfach belegt. Der Eintritt zur Vernissage ist frei.

Die Musikakademie nutzt ihren Konzertsaal seit einigen Semestern für Kunstausstellungen, nicht zuletzt um auf die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Musik und Bildender Kunst hinzuweisen. Viele Begriffe, die in beiden Künsten Verwendung finden (wie zum Beispiel: Kontrast, Ausdruck, Ton, Farbe, Klang oder Rhythmus), weisen bereits auf die Verwandtschaft zwischen den Künsten hin. Offenkundig werden diese Einflüsse auch in den Bildern von Martin Jahn, der nach seinem Studium am Bauhaus in Weimar ein reichhaltiges Werk geschaffen hat.

Die Ausstellung ist bis Juni 2015 regelmäßig während der Veranstaltungen der Musikakademie, montags bis freitags von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr, zu besichtigen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich zu außerordentlichen Besichtigungsterminen im Sekretariat der Musikakademie unter Telefon (0561) 787 4180 oder per E-Mail unter musikakademie@kassel.de anzumelden.  Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, jedoch kostet der Besuch der Veranstaltungen in der Regel acht Euro beziehungsweise sechs Euro ermäßigt für Schüler/-innen, Studierende und Schwerbehinderte gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises.

 

Hintergrund:

Martin Jahn (1898 – 1981) war der Sohn eines Potsdamer Kunstschlossers, der auch zu Arbeiten für das schmiedeeiserne Gitter um das Berliner Stadtschloss herangezogen wurde. Nach der Schule arbeitete er in einer Kunstschlosserei, dann in einer lithographischen Anstalt. Von 1916 bis 1919 besuchte er die Staatliche Kunstschule in Berlin, die Zeichenlehrer im Sinne des Naturalismus ausbildete, legte dort das Staatsexamen ab und entschloss sich, sein Studium nach der Referendarzeit in Potsdam und Berlin am 1919 von Walter Gropius gegründeten Bauhaus Weimar fortzusetzen. Er wurde zum Wintersemester 1920 dort aufgenommen. Martin Jahn absolvierte dort die Vorlehre bei Johannes Itten und wurde danach in der Metallwerkstatt ausgebildet, die nacheinander unter der künstlerischen Leitung von Johannes Itten, László Moholy-Nagy und Paul Klee stand, und nahm Anregungen von Lyonel Feininger auf. 1923 legte er vor der Handwerkskammer Weimar seine Gesellenprüfung als Silberschmied ab. Die Abbildung seines Gesellenstücks, einer Mokkakanne aus Bronze, ist in jedem Standardwerk über das Bauhaus enthalten. Jahn allerdings hat später nie wieder mit Metall gearbeitet, sondern sein künstlerisches Talent ausschließlich dem Malen und Zeichnen gewidmet. Das Bronzekännchen gehört heute zur Sammlung des Bauhaus-Museums Berlin, ebenso wie eine Reihe von Zeichnungen, die in Ittens Vorlehre entstanden. Ab 1924 arbeitete Martin Jahn als Kunsterzieher an Gymnasien in Thüringen: kurzzeitig in Arnstadt, von 1924 bis 1930 in Weida, ab 1930 bis 1947 in Saalfeld – mit Unterbrechung durch seine Tätigkeit an der Deutschen Schule in Rom und Tirol. 1948 flüchtete Martin Jahn mit seiner Familie in den Westen. In Gummersbach bei Köln wirkte er am Städtischen Jungen-Gymnasium bis zu seiner Pensionierung 1963. Für dieses Gymnasium entwarf er 1962 – als Ehrenmal für die gefallenen Schüler – ein Glasfenster mit dem Titel „Die Trauernde“. 1974 zog Martin Jahn mit seiner Frau nach Darmstadt, wo er 1981 starb.

Neben seiner Tätigkeit als Kunsterzieher hat Jahn ein außerordentlich umfangreiches malerisches und zeichnerisches Werk geschaffen.

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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Stephan Kaiser


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