Sabine Kronfoth erhält den Adelheid-Preis 2014
Ehrung für ehrenamtliches soziales Engagement/Verleihung am 22. Februar
Die Magdeburgerin Sabine Kronfoth erhält für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement den Adelheid-Preis 2014. Damit würdigt das Preiskuratorium unter anderem ihren hohen persönlichen Einsatz in unterschiedlichen Bereichen sozialer Arbeit. Ihr mehr als 20-jähriges Ehrenamtswirken ist dabei stets mit der Überwindung vielfältiger gesellschaftlicher und persönlicher Erschwernisse verbunden, weil die diesjährige Preisträgerin seit Anfang der 1990er Jahre infolge einer Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
„Sabine Kronfoth ist seit Gründung der Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen Magdeburg in dieser kommunalen Interessenvertretung ehrenamtlich aktiv tätig“, so die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Simone Borris. „Zudem unterstützt sie seit 15 Jahren den Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt, zum Beispiel bei der Überprüfung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum oder in Beratungsgesprächen. Mit dem Adelheid-Preis 2014 wird dieses langjährige Engagement gewürdigt.“
Besonders setzt sich Sabine Kronfoth für die Herstellung, Sicherung und Weiterentwicklung der Barrierefreiheit in der Landeshauptstadt und dabei insbesondere im öffentlichen Personenverkehr ein. So schulte und sensibilisierte sie in zahlreichen Veranstaltungen die Fahrerinnen und Fahrer der Magdeburger Verkehrsbetriebe im Hinblick auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen.
Auch bei Fragen des barrierefreien Tourismus ist Sabine Kronfoth eine geschätzte Ansprechpartnerin, zum Beispiel für die Magdeburg Marketing, Kongress und Tourismus GmbH (MMKT). Vielen von Behinderungen betroffene Mitmenschen hilft sie seit Jahren mit ihren Erfahrungen und unterstützt sie bei der Meisterung von schwierigen Lebenssituationen im Alltag und vor Ort. Sie berät Betroffene bei der Beantragung und Beschaffung geeigneter Hilfsmittel und der Vermittlung entsprechender Hilfsangebote.
Als selbst betroffene Mutter mit Behinderung unterstützt Sabine Kronfoth Familien, Mütter oder Väter mit Behinderungen, die einen Kinderwunsch haben und Kinder selbst oder mit einer Familienhilfe erziehen möchten.
Darüber hinaus vertritt sie engagiert, streitbar und mit Nachdruck die Belange von Menschen mit Behinderungen in vielfältigen Gremien der Kommune und auf Landesebene. Sie ist beratendes Mitglied des Jugendhilfeausschusses der Landeshauptstadt und des Landesjugendhilfeausschusses sowie des Landesfrauenrates. Darüber hinaus ist sie Sprecherin der Arbeitsgruppe Inklusion des Runden Tisches der Menschen mit Behinderung auf Landesebene. 2014 wurde sie vom Minister für Arbeit und Soziales erneut in die vierjährige Amtsperiode des Landesbehindertenbeirates berufen.
Seit Jahren ist Sabine Kronfoth außerdem ehrenamtlich als verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift des Behindertenbeirates des Landes tätig, die unter dem Titel „normal!“ dreimal jährlich erscheint. Damit bringt sie persönliche und politisch bedeutsame Fragen von Menschen mit Behinderungen in die Öffentlichkeit und sensibilisiert so nachhaltig Menschen mit und ohne Behinderungen, Ämter und Verwaltungen im Land für die Belange von chronisch kranken und behinderten Menschen. Auch in der Evangelischen Altstadtgemeinde ist sie auf vielfältige Weise aktiv und gehört derzeit dem Gemeindekirchenrat als stellvertretende Vorsitzende an.
Mit ihrem jahrelangen Wirken im Rahmen des gesellschaftlichen Projektes „Leben von Menschen mit Behinderungen in Selbstbestimmung und Würde“ und ihrem persönlichen Beispiel gibt sie vielen Menschen mit Behinderungen auch über die Ottostadt Magdeburg hinaus Kraft und stärkt ihr Selbstwertgefühl, um einen eigenständigen und selbstbestimmten Weg ins Leben zu finden und diesen zu gehen.
Mit dem Adelheid-Preis würdigt die Landeshauptstadt Magdeburg jährlich Personen oder Gruppen, die sich durch hervorragendes ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich auszeichnen. Erstmals wurde der Adelheid-Preis durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, im Jahr 2012 verliehen.
Zum Kuratorium gehören (in alphabetischer Reihenfolge) Hans-Dieter Bromberg von der SPD-Stadtratsfraktion, Matthias Boxhorn von der CDU/FDP/BfM-Stadtratsfraktion, Stadtrat Rainer Buller, Birgit Bursee von der Arbeitsgruppe „Magdeburger Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement“, der Vorstand der Stadtsparkasse Magdeburg Horst Eckert, die Vorsitzende des Gesundheits- und Sozialausschusses Kornelia Keune, Gabriele Haberland von der Kreisarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Dr. Jürgen Hildebrand von der Stadtratsfraktion DIE LINKE/Gartenpartei und Alfred Westphal von der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Namensgeberin für den Adelheid-Preis ist Kaiserin Adelheid (931 – 999), die zweite Ehefrau Ottos des Großen, die wegen ihres karitativen Wirkens und ihrer Mildtätigkeit bereits zu Lebzeiten vom Volk verehrt wurde. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert als finanzielle Unterstützung sozialer Projekte der Preisträgerin. Die Bekanntgabe der durch das Kuratorium zur Vergabe des Adelheid-Preises ermittelten Preisträger erfolgt jährlich am 16. Dezember anlässlich des Todestages der Kaiserin Adelheid im Jahr 999.
Die Verleihung des Adelheid-Preises an Sabine Kronfoth erfolgt am 22. Februar 2015 im Konzertsaal des Klosters „Unser Lieben Frauen“ im Rahmen eines Festaktes der Landeshauptstadt Magdeburg, zu dem zahlreiche Vertreter sozialer Träger und Vereine erwartet werden.
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