Kräftige Impulse für Stadterneuerung – Stadt Kassel erhält vier Millionen Euro aus nationaler Städtebauförderung

30. Dezember 2014. Der Bürgi-Park im Stadtteil Wesertor wird neu gestaltet - ebenso der Schulhof des Goethe-Gymnasiums, der anschließend nicht nur von den Schülern, sondern auch von den Bewohnern des Stadtteils genutzt werden soll. Im Quartier Brückenhof in Kassel-Oberzwehren wird das Wohnumfeld der GWH-Gebäude ansprechender und barrierefrei gestaltet. Und in Rothenditmold erhält das derzeit weitgehend ungenutzte evangelische Gemeindezentrum durch den Umbau zu einem Zukunftshaus und Stadtteilzentrum eine neue Nutzung. Gefördert werden diese und weitere Projekte aus der nationalen Städtebauförderung des Bundes.

„Wir betreiben aktive Stadterneuerung in Stadtteilen, die umfassenden städtebaulichen Entwicklungs- und Erneuerungsbedarf haben“, erklärt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda. Eingesetzt werden die Zuschüsse, die der Stadt Kassel kürzlich aufgrund ihrer Planungen bewilligt wurden, in den Fördergebieten „Soziale Stadt Rothenditmold“ und „Soziale Stadt Wesertor“, „Stadtumbau West Oberzwehren / Mattenberg“ und „Aktive Kerne Friedrich-Ebert-Straße / Goethestraße / Obere Königsstraße“. Stadtbaurat Nolda: „Wir werden der Kasseler Stadterneuerung erneut einen kräftigen Impuls geben“. Die Zuschüsse betragen zwischen 75 und 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. (Eine Übersicht über die einzelnen Förderbescheide finden Sie in der pdf-Anlage)

Über den gesamten bisherigen Förderzeitraum seit dem Jahr 2004 wurden damit in diesen Gebieten Fördermittel in Höhe von 20.533.104 Euro für Kosten von 26.080.266 Euro gewährt. In allen genannten Stadtteilen konnte mit diesen Fördermitteln unter anderem ein aktives Stadtteilmanagement eingerichtet werden. Dieses ist in wichtiges Bindeglied zwischen Stadtverwaltung, lokaler Politik, Bürgern und Vereinen sowie örtlichen Interessengemeinschaften. Das Stadtteilmanagement wird auch in Zukunft fortgesetzt.

Der Eigenart der Gebiete entsprechend werden unterschiedliche Vorhaben gefördert und Entwicklungsimpulse gesetzt. Die Zuschüsse werden stets beantragt auf der Grundlage sogenannter Integrierter Entwicklungskonzepte für ein Fördergebiet, in denen die wesentlichen Vorhaben des mehrjährigen Stadterneuerungs-Prozesses festgeschrieben sind. Auf dieser Grundlage wird jedes Jahr in den stadtteilbezogenen Beteiligungsformen beraten, welche Vorhaben für das Förderprogramm angemeldet werden sollen.

„Erfreulich in diesem Jahr sind insbesondere die Förderbescheide in den beiden Programmgebieten der Sozialen Stadt, nachdem die finanzielle Ausstattung des Programms in den vergangenen Jahren nur deutlich geringere Förderbescheide ermöglicht hatte“, erklärt Stadtbaurat Christof Nolda. In diesem Jahr wurde nun die Aufstockung der Mittel bei Bund und Land wirksam für die Stadt Kassel umgesetzt.

Vorgesehene Projekte

Neben der Fortführung des Stadtteilmanagements in allen Gebieten sollen die Zuschüsse aus dem Förderprogramm vor allem für folgende Maßnahmen eingesetzt werden.

Soziale Stadt Rothenditmold:

In Rothenditmold stehen zwei länger vorbereitete Vorhaben im Mittelpunkt der Umsetzung im Jahre 2015.

Für das Vorhaben „Familienzentrum des Kinderschutzbundes“ auf dem Grundstück Wolfhager Straße 170 wurde bereits eine Fördervereinbarung abgeschlossen, um das für den Stadtteil vorbildliche Projekt des Kinderschutzbundes durch Übernahme sogenannter unrentierlicher Kosten zu unterstützen. (Unrentierliche Kosten sind alle zur Umsetzung eines Projektes notwendigen Kosten, die nicht durch die zu erwartenden Erträge der Infrastrukturmaßnahme und Fördermittel gedeckt werden können).

Von gleich großer Bedeutung ist das Vorhaben Zukunftshaus und Stadtteilzentrum mit Bürgerraum, das auf die intensiven und konstruktiven Diskussionen einer Zukunftswerkstatt mit vielen engagierten Beteiligten aus dem Stadtteil fußt. Mit dem Projektträger, der städtischen StadtBild gGmbH, wurde ebenfalls bereits ein Durchführungsvertrag abgeschlossen.

Mit diesem Vorhaben wird in zentraler Lage von Rothenditmold das weitgehend ungenutzte evangelische Gemeindezentrum, das zum Verkauf stand, einer neuen Nutzung zugeführt. Das Nutzungsspektrum für das Zukunftshaus kann mit folgenden Stichworten beschrieben werden:

• Kompetenzzentrum Schulung, Qualifizierung, berufliche Orientierung junger Menschen

• Erweiterung des Stadtteiltreffs Engelhardt 7

• Statteilbüro Soziale Stadt Rothenditmold

• Stadtteilzentrum, Bürgerraum

• Weitere flankierende Projekte im Kontext der Förderstrukturen des Europäischen Sozialfonds und weiterer Bundes- oder Landesförderung

Für folgende weitere Maßnahmen sind Fördermittel vorgesehen:

• Planung und Bau generationsübergreifender Spielplätze

• Standorte für Kunstprojekte im öffentlichen Raum

• Verbesserung des Schallschutzes Skate-Halle Mr. Wilson.

Stadtumbau West Oberzwehren - Mattenberg:

2015 soll als weiteres wichtiges Wohnumfeldprojekt die nördliche Eingangssituation in das Quartier Brückenhof attraktiv und einladend gestaltet werden. Die GWH Wohnungsgesellschaft Hessen mbH plant, die Außenanlagen an den Gebäuden Brückenhofstraße 71 – 75 durch Neuordnung der Wege und der Freiflächen umfassend neu zu gestalten. Die Hauseingangsbereiche sollen erneuert und das Wohnumfeld barrierefrei erschlossen werden. Durch Sitzgelegenheiten, attraktive Bepflanzungen und den Neubau einer geschlossenen Müllentsorgungs-Station werden die Aufenthaltsqualität und das Erscheinungsbild aufgewertet.

Für die Stadt hat diese Maßnahme große Bedeutung: Der vor den Gebäuden verlaufende Erschließungsweg wird auch als öffentlicher Fußweg genutzt und gewinnt mit dieser Maßnahme deutlich an Qualität.

Soziale Stadt Wesertor:

Im Stadtteil soll mit den Fördermitteln die bisher sehr erfolgreiche Stadterneuerung kontinuierlich fortgesetzt werden, nachdem in den vergangenen Jahren starke Förderimpulse auch durch ergänzende Mittel aus dem EFRE-Strukturfonds und dem Konjunkturpakt II möglich waren.

Planung der Umgestaltung Schulhof Goethe-Gymnasium an der Ysenburgstraße:

Der Schulhof des Goethe-Gymnasiums am Standort Ysenburgstraße ist komplett asphaltversiegelt und bietet kaum Aufenthaltsqualität. Unter Berücksichtigung einer Nutzung durch die Abendschule soll der Schulhof neu gestaltet werden. Der Schulhof ist anschließend für die Nutzung durch Bewohner des Stadtteils zu öffnen. Im Jahr 2015 soll die Planung stattfinden.

Freestyle-Außenanlage und Halle:

Zur Verbesserung der Nutzung der bereits seit 2010 bestehenden Freestyle-Halle sollen weitere bauliche Investitionen im und am Gebäude getätigt werden. Dazu gehören vor allem der Ausbau der Umkleiden, Toiletten sowie Duschen und die Gestaltung der Außenanlagen zu einem zentralen Freiraum für Jugendliche. Gespräche mit dem neuen Eigentümer des Geländes und der Halle sind in Planung.

Josephplatz - Planung:

Der Josephplatz liegt inmitten des zentralen Gründerzeitquartiers und ist damit auch von hoher Bedeutung für die Stadtteil-Identität. Aktuell wird der Platz kaum als Stadtteilplatz genutzt. Die an der Nordseite des Platzes angrenzende Ysenburgstraße wirkt mit ihrer hohen Verkehrsbelastung negativ auf die Aufenthaltsqualität des Platzes. Die Gestaltung des Platzes ist zudem wenig geeignet, um einen ansprechenden Rahmen für Begegnung und Aufenthalt zu geben.

Ein Potenzial stellt der Baumbestand des Platzes dar. Im Rahmen eines Nutzungs- und Gestaltungskonzeptes sollen Vorschläge entwickelt werden, die bestehende Platzgestaltung weiter zu entwickeln und zugleich den Platz in seiner Funktion als Begegnungsort zu stärken (in Berücksichtigung der notwendigen Verkehrsnutzung).

Umgestaltung Bürgi-Park:

Der Bürgi-Park liegt zwischen Ysenburgstraße, Bürgistraße und der Mönchebergstraße und wird derzeit kaum als Park wahrgenommen. Aus diesem Grund soll der Park umfassend umgestaltet werden. Eine umfangreiche Beteiligung mit den Nutzern, Anliegern sowie Kindern und Jugendlichen hat bereits stattgefunden. Die Planung ist abgeschlossen. Im Jahr 2015 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Die Gestaltung sieht unter anderem eine abgewinkelte Wegeführung vor, die eine Erschließung des Parks mit sechs Prozent Gefälle möglich macht, so dass er barrierefrei nutzbar ist. Es sind sowohl eine Spielkombination für Kinder, als auch Fitnessgeräte für Erwachsene geplant.

Spielplatz-Hartwigstraße – Grunderwerb und Planung:

In Ergänzung der bereits 1999 gestalteten Spielfläche in der Hartwigstraße soll der bislang fehlende Raum für Bewegungsspiele geschaffen werden. Durch die dichte Blockrandbebauung fehlt es weiterhin an Freiräumen für Kinder. Eine Ergänzung des Spielplatzes um eine angrenzende private Brachfläche ist wünschenswert. Im Jahr 2015 sollen Verhandlungen über den Ankauf der Fläche geführt werden und eine Planung mit Kinderbeteiligung stattfinden.

Begrünung Magazinstraße:

Der Straßenraum der westlichen Magazinstraße soll durch Baumpflanzungen aufgewertet werden. Ausbau Fuß-/ und Radweg Klärwerk Aus den Wohnbereichen um Kellermann- und Fuldatalstraße gibt es derzeit keine direkte Fuß- oder Radwegeverbindung zum Grünstreifen entlang der Fulda. Zwischen der Fuldatalstraße und dem Klärwerk liegen Felder und Wiesen, die bereits als Beginn des Freiraums betrachtet werden können. Die Lücke zum bestehenden Radweg Richtung Wolfsanger soll durch einen offiziellen Fuß- und Radweg geschlossen werden. Auch das Fuldaufer wäre darüber zu erreichen.

Aktive Kernbereiche Friedrich-Ebert-Straße / Goethestraße / Obere Königsstraße:

600.000 Euro Zuschuss sind für die Grunderneuerung der Königsstraße bewilligt worden - bei zuwendungsfähigen Kosten von 793.700 Euro. Daneben fließen die Fördergelder insbesondere in die Aufwertung der Freiflächen zwischen der Albert-Schweitzer-Schule und dem Luisenplatz – die sogenannte Grüne Banane. Diese Maßnahme ist neben dem Ausbau der Goethestraße und der Friedrich-Ebert-Straße der zentrale strukturelle Entwicklungsimpuls für das Quartier. Mit der baulichen Umsetzung wird im Frühjahr 2016 begonnen. Zurzeit läuft die Objektplanung für den Stadtplatz Annastraße auf der Grundlage des mit umfangreicher Beteiligung erarbeiteten städtebaulichen Konzeptes.

Weiter fließen Fördermittel in den Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Ständeplatz und Goethestraße (Wohnumfeld-Verbesserung) und in ein Gutachten für die Neuorganisation der Stellplätze im Quartier. Mit der zunehmenden Aufwertung des Quartiers, dem Abbau von Leerständen und der Innenentwicklung sind die Parkplätze dort immer gefragter. Das Gutachten soll das Angebot vorhandener Stellplätze sowie den Bedarf an zusätzlichen Stellplätzen ermitteln. Es soll auch die bisherige Parkraumbewirtschaftung sowie die Grenzziehung des Anwohnerparkens überprüfen. Das „Gesamtkonzept Parken“ soll Aussagen zur Standortwahl sowie zur Frage der Immobilienentwicklung und der genauen Bewirtschaftung vorhandener und ggf. zusätzlicher Stellplatzanlagen treffen.

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