14. Januar 2015. Der Nachlass des Grafikers, Illustrators und Grafikdesigners Hans Georg Hillmann (1925 - 2014) ist von seiner Witwe, Rosa Marlies Hillmann, am 14. Januar im Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen übergeben worden. Verbunden mit der Übergabe ist eine Spende von 10.000 Euro, die zur Aufarbeitung des Nachlasses verwendet werden soll.
Das Kasseler documenta Archiv wird die neue Heimat der Hillmann-Materialien. Dessen Leiter, Dr. Gerd Mörsch, Dirk Schwarze als Vorsitzender des documenta forums sowie Professor Gunter Rambow, der bekannteste Schüler Hillmans, waren bei dem Termin anwesend.
Der Nachlass umfasst das Ende 2014 unverändert dem Archiv übergebene Frankfurter Atelier Hans Hillmanns, seinen Arbeitsplatz, seine Bücherregale – die an der Kasseler Kunsthochschule eigens für Hillmann geschaffen wurden – mit über 2000 Bänden, unzähligen Fotografien, Notizen, Musikalben, Tagebüchern, Skizzen und rund 100 Plakate.
Internationaler Ruhm, Teilnahme an der documenta III
Das Werk des Grafikers und Illustrators Hans Hillmann wird international hoch geschätzt. Hillmann wurde in Kassel ausgebildet und war hier in Kassel als Professor an der Hochschule für bildende Künste lange tätig, neben seinem Lehrer Hans Leistikow gilt Hillmann als wegweisend für die international beachteten Kasseler Plakatschule.
Internationale Filmstars wie Jean-Luc Godard, Ingmar Bergman, Jean Cocteau, Michelangelo Antonioni, Federico Fellini oder Luis Buñuel wollten von Hans Hillmann entworfene Plakate für ihre Filme, auch als Illustrator war Hillmann gefragt.
Neben diesem Ruhm ist der Nachlass Hillmann auch so bedeutend für das documenta Archiv, weil Hillmann 1964 mit seinen Werken in der Sektion Graphik und Design der documenta III vertreten war. Sein Nachlass fügt sich neben den Vor- und Nachlässen von Arnold Bode, Harry Kramer und Floris Neusüss in die Bestände des Archivs ein und dokumentiert anschaulich die wichtige Beziehung zwischen Kunsthochschule und documenta.
Wie kam es zur Schenkung?
Die Witwe Marlies Rosa Hillmann kannte die Bedeutung der Stadt Kassel für Hillmann und rief das documenta Archiv im Herbst 2014 an. Archivleiter Dr. Mörsch konnte beider Sichtung Frau Hillmann überzeugen, den Nachlass nach Kassel zu geben.
Mit der zusätzlichen Spende in Höhe von 10.000 Euro kann das Archiv mit der Aufarbeitung des Nachlasses noch in diesem Jahr beginnen. Ziel darüber hinaus ist eine Ausstellung sowie ein Wiederaufbau des Ateliers Hillmann 2016 im Kasseler Kunstverein.
Hintergrund:
Hans Georg Hillmann (1925-2014), Grafiker, Illustrator und Grafikdesigner ist vor allem durch seine international ausgezeichneten Plakate bekannt geworden und gilt als einer der Begründer des modernen deutschen Filmplakats.
Hillmann besuchte von 1948 bis 1949 die Kasseler Schule für Handwerk und Kunst und von 1949 bis 1952 die Kasseler Werkakademie (in der Graphikklasse von Hans Leistikow). Danach betätigte der Künstler sich erst als freischaffender Grafiker, zunächst in Kassel, dann in Frankfurt am Main. 1959 nahm Hillmann eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel an.
1964 wurden seine Arbeiten im Rahmen der Abteilung Design und Graphik im Kontext der documenta 3 gezeigt, eine Sonderausstellung in den Räumen der Kasseler Werkkunstschule (die spätere Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel). Als Illustrator arbeitete er für das FAZ-Magazin, die Jugendzeitschrift twen und zahlreiche renommierte Verlage.
Hillmann gilt als einer der bedeutendsten Graphiker Nachkriegsdeutschlands. Er entwarf rund 130 Filmplakate zwischen 1953 und 1974, von denen zahlreiche mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden; etwa der Toulouse-Lautrec-Preis der internationalen Plakatausstellung in Paris, den Hillmann 1962 erhielt.
Zwei wegweisende Meilensteine der Hillmannschen Filmplakatkunst sind seine Plakate für Akira Kurosawa’s The Seven Samurai oder Robert Bresson’s Pickpocket. Hillmann hatte wie jene bekannten Regisseure seine eigene, unverkennbare Handschrift. Filme von Jean-Luc Godard, Ingmar Bergman, Jean Cocteau, Michelangelo Antonioni, Federico Fellini und Luis Buñuel wurden mit Hillmanns Plakaten beworben.
Auch Alain Resnais und Edgar Reitz buchten Hillmann, um Plakate für ihre Werke zu entwickeln. Seine lange professionelle Beziehung zu Jean-Luc Godard, für den Hillmann in der Regel die deutschen Filmplakate entwarf, und die Wertschätzung Godards für Hillmanns Kunst wird in einem Film des Regisseurs besonders deutlich: In Godards Film 2 or 3 Things I Know About Her von 1967 sind zahlreiche Hillmann Werke im Hintergrund zu sehen.
Einen Überblick und Einblick in den Nachlass Hans Hillmann sind zu finden www.documentaarchiv.stadt-kassel.de/miniwebs/documentaarchiv/21054/index.html
Ausgewählte Plakate von Hillmann kann man hier sehen:
http://www.bfi.org.uk/news-opinion/sight-sound-magazine/features/hans-hillmann-four-directors-pay-tribute
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