Sie haben in Kassel das Museum für Sepulkralkultur und die Künstlernekropole geschaffen: Zum 90. Geburtstag von Hans-Kurt Boehlke und Harry Kramer

23. Januar 2015. Zwei Kasseler Kulturschaffende mit identischen Geburtsdaten, die der Stadt ein bedeutendes Erbe hinterlassen haben, würden am Sonntag, 25. Januar 2015, ihren 90. Geburtstag begehen: Hans-Kurt Boehlke (1925 - 2010) und Harry Kramer (1925 -1997). „ Viele Jahre haben sie sich in unserer Stadt engagiert, ihr Wirken ist sichtbar und in der Erinnerung verankert“, sagte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen.

In seiner Geburtsstadt Kassel habe Hans-Kurt Boehlke mit dem 1992 eröffneten, Museum für Sepulkralkultur ein deutschlandweit einmaliges Haus geschaffen. Mit großem Engagement und auch Beharrlichkeit habe er darauf hingearbeitet, nachdem es ihm gelungen war, 1960 den Sitz der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal von Bonn nach Kassel zu verlagern. Im Jahr 1979 wurde hier auch das Institut für Sepulkralkultur gegründet.

Hans-Kurt Boehlke sei zudem Mahner und Ratgeber beim Wiederaufbau der schwer zerstörten Stadt Kassel gewesen. Dabei habe er sich unermüdlich für den Erhalt des noch vorhandenen oder rekonstruierbaren architektonischen Erbes eingesetzt.

Die Stadt Kassel, der er zeitlebens eng verbunden war, hatte ihn für sein Wirken mit der Stadtmedaille und dem Wappenring ausgezeichnet.

Gemeinsames Projekt Künstlernekropole

An der Seite von Harry Kramer war Hans-Kurt Boehlke Mitbegründer und später Vorsitzender im Stiftungsrat der Künstlernekropole am Blauen See im Habichtswald.

Die Nekropole war das letzte große Kunstprojekt des documenta-Teilnehmers Harry Kramer. Mit der Nekropole wollte er Künstlern eine Möglichkeit bieten, ohne Auflagen und auftragsmäßigen Verpflichtungen ihre eigenen Grabstätten als authentische Werke zu schaffen. „Dafür hat er gekämpft, denn das künstlerisch anspruchsvolle Vorhaben konnte erst nach jahrelangen Verhandlungen mit Behörden und Naturschützern durchgesetzt werden“, erinnerte OB Hilgen rückblickend. Auch Harry Kramers Asche ist anonym in der Künstlernekropole beigesetzt.

Als Hochschullehrer an der Hochschule für bildende Künste in Kassel (heute Kunsthochschule Kassel) erwarb Harry Kramer große Anerkennung. In den 1970er und 1980er Jahren erarbeitete er zusammen mit seinen Studenten aufsehenerregende Gemeinschaftsarbeiten, -aktionen und Performances. Als junger Mann war Kramer Schauspieler, Tänzer und Puppenspieler, bevor er in den 1950er und dann in den 1960er Jahren zu einem international vielbeachteten Künstler wurde: Mit seinem mechanischen Theater (1952), mit seinen sogenannten automobilen Skulpturen, mit experimentellen Filmen.

Ein Filmprojekt „Harry Who“ der Kunsthochschule Kassel, eine Hommage an Harry Kramer, wurde 2013 in der Künstlernekropole uraufgeführt.

Aus Anlass seines 90. Geburtstages realisiert die Kunsthalle seiner Geburtsstadt Lingen eine großformatig angelegte Überblicksausstellung und präsentiert Drahtplastiken, Schiebeplastiken, Schiebebilder, Bilder und Filme aus der Zeit von 1960 bis in die 1990er Jahre.

Das Harry Kramer Archiv befindet sich im documenta Archiv in Kassel und ist im Aschrotthaus (Oberste Gasse 24, 34117 Kassel) untergebracht. Der umfangreiche Nachlass, der persönliche Gegenstände, Originalkunstwerke und Archivalien zu seinem künstlerischen Schaffen, aber auch seiner Lehrtätigkeit aufweist, wird durch Stiftungen und Ankäufe regelmäßig erweitert, zuletzt durch den Ankauf des Objekts „Lolli“ aus dem Jahr 1968.

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