Kreis Steinfurt. Zum Schuljahr 2015/16 verändert sich die Förderschullandschaft im Kreis Steinfurt grundlegend – eine Auswirkung der fortschreitenden schulischen Inklusion.
Vor zwei Jahren haben sich der Kreis und die bisherigen Träger der Förderschulen in den Bereichen „Lernen“, „Sprache“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ diesem Umstand gestellt und auf ein gemeinsames Förderschulangebot für den Kreis Steinfurt verständigt. Dieses Konzept wird von allen 24 Kommunen des Kreises mitgetragen. „Vor allem ging es uns um die Verwirklichung des Elternwahlrechts“, erklärt Kreis-Schuldezernent Dr. Peter Lüttmann.
Ein gute Nachricht aus Münster: Die Bezirksregierung hat jetzt die Beschlüsse der Stadträte und des Kreistages zum neuen Förderschulkonzept genehmigt.
Im Kern sieht das Konzept vor, dass der Kreis weitgehend die Trägerschaft für die Förderschulen übernimmt. An die Stelle der Förderschulen, die nicht die erforderlichen Mindestgrößen erreichen, treten dann die – teilweise neu zu gründenden - Schulen des Kreises.
Die Bezirksregierung hebt in ihrer Genehmigung hervor, dass mit dem gemeinsam entwickelten Konzept die schulische Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention unterstützt werde. „Die einvernehmlich gefundenen Lösungen unterstreichen das Bemühen aller Beteiligten, das Wahlrecht der Eltern zwischen der Förderung ihres Kindes in der Regelschule oder der Förderschule weiterhin zu gewährleisten“, sagt Schulabteilungsleiter Wolfgang Weber von der Bezirksregierung Münster.
„Die offizielle Genehmigung ist ein wichtiger Meilenstein im gesamten Prozess“, so Dr. Lüttmann. Die vielfältigen Bemühungen zur Umsetzung des Konzeptes schreiten unterdessen in allen Bereichen weiter voran.
Im Einzelnen ist vorgesehen, die Grüterschule im Förderschwerpunkt „Lernen“ an den Standorten in Rheine und Mettingen zu führen. Die Peter-Pan-Schule (Förderschwerpunkt „Sprache“) wird zukünftig Standorte in Rheine, Emsdetten und Ibbenbüren-Dörenthe unterhalten. Im Förderschwerpunkt „Emotionale und Soziale Entwicklung“ bleibt die Janusz-Korczak-Schule mit zwei Standorten in Ibbenbüren bestehen. Dazu kommt im Grundschulbereich eine Förderschule mit den Standorten Steinfurt-Borghorst und Lengerich hinzu sowie im Bereich der Sekundarstufe eine neue Förderschule in Greven. In Wettringen bleibt darüber hinaus die Josefsschule in privater Trägerschaft bestehen. Die weiteren Förderschulen in den drei genannten Bereichen werden zum Ende des laufenden Schuljahres aufgelöst. Die Förderschulen für körperlich-motorische und geistige Entwicklung im Kreis Steinfurt sind von den Änderungen nicht betroffen.