23. Februar 2015.
Auch im 76. Jahr ihres Bestehens präsentiert die Musikakademie wieder ein abwechslungsreiches und vielseitiges Veranstaltungsprogramm für das neue Sommersemester, auf das die musikliebenden Bürgerinnen und Bürger Kassels mit Recht gespannt sein dürfen. Unterstützt wird die traditionsreiche Kultur- und Bildungseinrichtung der Stadt Kassel dabei wie in den vergangenen Jahren auch durch Fmaks, die Fördergesellschaft der Musikakademie Kassel „Louis Spohr“ e.V. Die Konzerte finden in der Regel jeweils ab 19 Uhr im Konzertsaal der Musikakademie am Karlsplatz statt.
Oberbürgermeister Bertram Hilgen beurteilt in seiner Eigenschaft als Kulturdezernent der Stadt Kassel das Veranstaltungsprogramm der Musikakademie so: „Mich beeindruckt immer wieder die Vielfalt der Veranstaltungsideen. Das Team der Dozentinnen und Dozenten unserer Musikakademie, aber auch die 140 Studierenden stellen auch dieses Mal wieder ihre Kreativität und ihr Engagement für die Qualität des Studienangebots unter Beweis. Ich freue mich über diese positive Entwicklung - Kassel ist inzwischen mehr als nur ein Geheimtipp für ein Musikstudium auf hohem Niveau.“
Neue Optik, neuer Flügel
Den Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltungen der Musikakademie werden in jüngster Zeit manch strahlende Blicke der Studierenden und Lehrenden bei ihren Auftritten kaum verborgen geblieben sein: Dank der neugestalteten Bühne des Konzertsaales können sie sich nun auch optisch in einem angemessenen Rahmen präsentieren. Die spürbare Euphorie hat aber noch einen anderen Grund: Seit Anfang des Jahres 2015 verfügt die Musikakademie über einen neuen und klangvollen Konzertflügel. Ob solistisch oder für die Begleitung anderer Instrumente beziehungsweise des Gesangs eingesetzt, ein Flügel der Modellreihe D des weltweit führenden Klavierbauers Steinway bietet Interpretinnen und Interpreten fast schon unbegrenzte Möglichkeiten, Musik und Klänge zu gestalten. Im Festkonzert zur Flügeleinweihung kann man sich am Dienstag, 12. Mai, davon überzeugen, dass dies unter den Händen der Studierenden und Lehrenden der Musikakademie gelingt.
Klavier- und Klavierkammermusik bilden folgerichtig einen Schwerpunkt der Konzerte und Veranstaltungen im Zeitraum von April bis Juli: Bereits das erste Konzert am Dienstag, 14. April, bestreitet der Kasseler Pianist und Dozent der Musikakademie, Christian Petersen, mit Werken von Schubert, Brahms und Debussy. Zu „Strani incontri - seltsamen Begegnungen“ mit Kammermusikwerken von Komponisten, die gemeinhin eben nicht für Werke mit kleiner Besetzung bekannt sind, laden am Mittwoch, 6. Mai, die Dozenten Alberto Bertino, Ingo Geppert, Dr. Peter Gries, Johannes Weber und Andrea Bertino als Gast. Dabei wird Dr. Oliver Fürbeth, Dozent für Musikgeschichte an der Musikakademie, das Publikum einmal mehr fachkundig auf der Entdeckungsreise zu den Werken Max Bruchs und Gustav Mahlers begleiten. Ein zweites Mal ist Christian Petersen, dieses Mal mit seiner Kollegin Felicia Terpitz, Dozentin für Violine, und Wolfram Geiss, zu dessen Verdiensten als Violoncellist um die Musikakademie, das Staatsorchester und das Musikleben in Kassel insgesamt man wohl wenig zu sagen braucht, noch am Dienstag, 7. Juli, zu erleben. Die drei Musiker laden zu einem Konzert unter dem Motto „Große Trios der Romantik“ mit Werken von Schubert und Brahms ein.
„Musik und Genuss“
Das Klavier steht aber auch im Mittelpunkt des Konzerts „Musik und Genuss - die Forelle und andere akustische sowie sensorische Kostbarkeiten“ am Donnerstag, 30. April. Michael Kravtchin, Dr. Peter Gries, Jan Harborth werden gemeinsam mit Dyana Mykhalevych und Tatiana Gracheva (als Gäste) nicht nur das vielleicht bekannteste Kammermusikwerk des 19. Jahrhunderts - das „Forellen-Quintett“ - sondern auch ein weiteres Werk aufführen, das Schuberts Zeitgenossin, Louise Farrenc, für dieselbe ungewöhnliche Besetzung (Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass) schrieb. Veranstaltungspartner ist die von Christel Nies vor 25 Jahren in Kassel ins Leben gerufene Reihe „Komponistinnen und ihr Werk“. Für einen stimmungsvollen und heiteren Übergang in den 1. Mai sorgt nach einer Pause, bei der auch für das leibliche Wohl der Zuhörenden gesorgt sein wird, das Gitarrenensemble der Musikakademie unter der Leitung von Michael Tröster.
Echo-Klassik-Preisträgerin im Einsatz
Über die jüngste Dozentin der Musikakademie, Tianwa Yang, wurde im vergangenen Jahr nicht nur in Kassel viel berichtet, ist sie doch von hier aus zu einer großen, weltweit beachteten Karriere gestartet. Trotz ihren vielen Engagements rund um den Erdball führt sie ihre Arbeit mit den Studierenden der Musikakademie fort. Zusammen mit ihrem Duopartner, Nicholas Rimmer, der sich bei seinen bisherigen Auftritten an Tianwa Yangs Seite auch in Kassel als ein ihr ebenbürtiger Künstler zeigte, ist die Echo-Klassik-Preisträgerin am Dienstag, 21. April, zu hören. Das Programm steht unter dem Motto: „Phantom, Eskapade und Wiegenlied für Salome - Musik unserer Gegenwart“. Es erklingen Werke von Berio, Henze, Widmann, Schönberg und Henze.
„Das Bauhaus und die Musik“
Die seit Dezember 2014 im Konzertsaal der Musikakademie zu besichtigende Ausstellung „Kontraste. Bilder von Martin Jahn“ erfreut sich regen Zuspruchs durch das Publikum. Der Themenschwerpunkt der Musikakademie im kommenden Semester ist daher auch: „Das Bauhaus und die Musik“. Am Montag, 8. Juni, gewähren Dozentinnen und Dozenten Einblick, zu welcher Musik die Bilder der Ausstellung sie inspirieren. Dr. Albert Kaul, Dozent für Musikpädagogik, und sein Kollege Dr. Oliver Fürbeth laden am Mittwoch, 10. Juni, zu einer Werkstatt „Reduktion“ ein, in deren Mittelpunkt die Idee der Sachlichkeit in der Musik und der Kunst steht. Die Einstudierung der Musikbeiträge übernimmt Gertrud Weyhofen, die an der Musikakademie Mandoline und Elementare Musikpädagogik lehrt. Als Finissage der Ausstellung ist ein Kammerkonzert am Samstag, 13. Juni, vorgesehen, bei dem eines der wohl bekanntesten Streichquartette Deutschlands, das Verdi-Quartett, zu Gast sein wird. Die Bratschistin des Quartetts, Professorin Karin Wolf, unterrichtet seit gut zwei Jahren Viola und Kammermusik an der Musikakademie. Gemeinsam mit den drei anderen Mitgliedern des Quartetts, Susanne Rabenschlag, Matthias Ellinger und Zoltan Paulich, wird sie Werke von Mozart und Bartók spielen. Beide Komponisten genossen unter den Künstlerinnen und Künstlern des Bauhauses hohes Ansehen. Tags darauf wird das Quartett noch einen Meisterkurs für die Studierenden der Musikakademie und Gäste geben. Veranstaltungspartner der Bauhaus-Woche ist die Neue Galerie, die ebenfalls am Sonntag, 14. Juni, um 11:30 Uhr zu einer Führung „Muche und das Bauhaus“ lädt.
„Junge Bühne“ im Schloss Wilhelmsthal
Die Museumslandschaft Hessen-Kassel ist auch Veranstaltungspartner eines weiteren Konzerts: Am Donnerstag, 18. Juni, wird der Festsaal von Schloss Wilhelmsthal in Calden zur „Jungen Bühne“, auf der Studierende der Musikakademie Kammermusik in erlesenem Ambiente spielen.
Multimedia-Projekt zu John Cage
Mit dem ebenso wichtigen wie umstrittenen Komponisten des 20. Jahrhunderts, John Cage, beschäftigt sich ein Multimedia-Projekt der Musikakademie am Dienstag, 30. Juni. Idee und Konzeption stammen von den Akademiedozenten Dr. Albert Kaul und Frank Gerhardt. So viel kann schon an dieser Stelle verraten werden: Cages Musik wird nicht nur im Konzertsaal, sondern auch auf dem Karlsplatz erklingen. Wer diesen Komponisten kennt, weiß, dass seine Musik dem Publikum manchmal sehr unvermittelt den Spiegel der Hörgewohnheiten vorhält.
Baryton mit überraschenden Effekten
Ein weitgehend unbekanntes Instrument, der Baryton (kein Schreibfehler!), ist im Kammerkonzert „Esterházy“ zu erleben. Es handelt sich hierbei um ein Instrument, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein kurze Blüte erlebte. Der Viola da gamba verwandt wird der Baryton ebenfalls auf den Knien gehalten. Durch die im Hals des Instruments angebrachten, für das Publikum also nicht einsehbaren, zusätzlich mitschwingenden Saiten, bekommt der Klang nicht nur eine weiche und leicht silbrige Qualität, sondern können auch besondere und überraschende Effekte erzielt werden. Töne erklingen dann wie von Zauberhand, wenn der Daumen der Spielenden für die Zuhörenden unsichtbar jene Resonanzsaiten zupft. Was die Gambe für Landgraf Karl von Hessen-Kassel, war der Baryton für Fürst Nikolaus II. von Esterházy (Eisenstadt), in dessen Diensten Joseph Haydn über viele Jahrzehnte stand. Für seinen fürstlichen Geldgeber komponierte er eine Vielzahl von Trios in der Besetzung für Baryton, Viola und Violoncello. Laura Frey, Dr. Peter Gries und Johannes Weber werden am Montag, 15. Juni, die aus ihrer Sicht schönsten aufführen.
Weitere Informationen zu den Ausführenden, aber auch zu den hier nicht aufgeführten, weiteren Veranstaltungen der Musikakademie finden Sie auch unter www.musikakademie-kassel.de. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen beträgt acht Euro. Einen ermäßigten Eintritt zu sechs Euro erhalten Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Schwerbehinderte gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises. Kartenverkauf erfolgt an der Abendkasse. Telefonisch können Karten bei der Musikakademie unter 0561 / 787 4180, per Fax unter 0561/787 4188 oder per E-Mail musikakademie@kassel.de vorbestellt werden.
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