10. März 2015.
Um das von ihm konzipierte Musiktheater in Gelsenkirchen drehte sich das Leben von Werner Ruhnau - dass einer der bedeutendsten Theaterarchitekten des 20. Jahrhunderts jedoch in der Kasseler Künstler-Nekropole beigesetzt werden soll, hatte er schon lange testamentarisch festgelegt. Nun ist Werner Ruhnau im Alter von 92 Jahren in seiner Wahlheimat Essen verstorben. „Wir sind traurig über seinen Tod, doch sein letzter Wunsch, dass seine Grabstätte in Kassel als Ort des Festes und Spieles genutzt wird, möge hier bei uns in Erfüllung gehen“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen.
In der vom 1997 verstorbenen documenta-Künstler Harry Kramer entworfenen Nekropole haben verschiedene Künstler bereits zu Lebzeiten ihr eigenes Grabmal errichtet. Ruhnau wählte für seines 1995 die Form eines Amphitheaters. Spiel und Tanz sind an diesem Ort zentrale Elemente. Seit der Einweihung probten Ruhnau und seine langjährige Lebensgefährtin Elisabeth Stelkens einmal jährlich im Rahmen von Geburtstagsfeiern ihr Begräbniszeremoniell an ihrem zukünftigen Bestattungsort. Zu einem Trompetenstück von Landgraf Moritz wurde - mit spielerischer Leichtigkeit und dennoch ernst - ein Schreittanz aufgeführt, der in einem Reigen endet.
Der Architekt Werner Ruhnau - in seiner Jugend geprägt von Bauhaus, Werkbund und Klassischer Moderne - verlegte sich schon früh auf sein Spezialgebiet. Die Gelsenkirchener Theaterbauten (heute „ Musiktheater im Revier“), die 1959 eröffnet wurden, setzen bis heute Maßstäbe. In Wiederbelebung der mittelalterlichen „Bauhütte“ bezog Werner Ruhnau die Bildhauer wie Robert Adams, Paul Dierkes, Norbert Kricke und Jean Tinguely sowie den Maler Yves Klein konzeptionell in die Ausgestaltung mit ein. Die zwei monochromen Bildtafeln an den Außenwänden des Foyers und vier monochromen großformatigen Schwammreliefs in speziellem Ultramarinblau trugen maßgeblich zur internationalen Anerkennung des französischen Malers und Begründers des „Nouveau Réalisme“ bei.
In Erinnerung an genau diese Schaffensperiode gehört seit 2009 auf Initiative des Freundeskreises der Stadtbibliothek Ruhnaus Kunstwerk "Die blaue Revolution - die Klimatisierung des Raumes" zum Bestand der Artothek Kassel.
Die Trauerfeier findet im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier statt. Die Asche Ruhnaus soll zu einem späteren Zeitpunkt in Kassel beigesetzt werden. Weitere Infos zur Künstler-Nekropole: www.kassel.de/kultur/sehenswuerdigkeiten/Bergpark/01925/index_print.html
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