17. April 2015.
Die beeindruckenden Erlebnisse bei einem knapp zweiwöchigen Arbeitseinsatz junger Polen und Deutschen in der KZ-Gedenkstätte in Auschwitz, darunter junge Erwachsene aus Kassel, standen am Donnerstag im Mittelpunkt eines Empfangs von Stadträtin Brigitte Bergholter im Rathaus. Das von der Volkswagen AG geförderte Projekt fand jetzt mit einem mehrtägigen Erfahrungsaustausch seinen Abschluss. Unter den Gästen war auch der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK), Christoph Heubner. Zum Abschluss legte die Gruppe in Gedenken an die Opfer des Holocausts am Mahnmal des Aschrottbrunnens vor dem Rathaus Blumen nieder.
Stadträtin Brigitte Bergholter begrüßte die Projektgruppe mit den Worten: „Ich finde es großartig, dass sich junge Menschen aus Deutschland und Polen, das so unter den Deutschen leiden musste, gemeinsam für das Gedenken in Auschwitz einsetzen.“ Anschließend berichteten die Auszubildenden von ihren persönlichen Erfahrungen. „Wir wurden sehr gut von den Arbeitern im Museum aufgenommen und in die Arbeit miteingebunden. So erhält man Einblicke, die man sonst niemals bekommen würde“, berichtete eine Teilnehmerin. Von einem besseren Verständnis der in Auschwitz verübten Gräueltaten sprachen auch die polnischen Berufsschüler. „In Polen gibt es einen großen Andrang, bei diesem Projekt mitmachen zu dürfen, von daher freuen wir uns, dass wir teilnehmen konnten“, sagte ein Berufsschüler.
Andreas Reiss, Leiter der Weiterbildung von der Volkswagen Akademie Kassel betonte: „Die jüngsten Ereignisse zeigen, wie wichtig es ist, dass sich Unternehmen und Menschen mit dem Gedenken befassen“. Projektleiterin Ines Doberanzke ergänzte, dass man sich bei Start dieser Arbeit vor 30 Jahren niemals habe vorstellen können, was daraus einmal werden würde. Mittlerweile gebe es sechs Projektgruppen. Auch für Manager gelte das entsprechende Angebot.
Für dieses Engagement bedankte sich Christoph Heubner für das IAK als Zusammenschlusseder Überlebenen und ihrer Organisationen, der insbesondere auch die Arbeit der Berufsschüler lobte: „Was Volkswagen und jetzt auch Audi in der Gedenkstätte organisieren, ist den Überlebenden des Holocausts sehr wichtig.“
An dem Empfang nahm auch eine Gruppe Schüler vom Friedrichsgymnasium Kassel teil. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Kassels mit Ramat Gan in Israel beschäftigen sich die Gymnasiasten mit dem Schicksal jüdischer Familien, die in der Nazi-Zeit von Kassel nach Israel zu fliehen versuchten. „Bei unseren Recherchen im Stadtarchiv stellten wir schnell fest, wie schwierig eine solche Forschung ist“, berichteten die Schüler, doch seien in der Gedenkstätte Breitenau mittlerweile viele Informationen gebündelt vorhanden. Im Oktober werden sie nach Israel fliegen, um die Ergebnisse dort mit israelischen Schülern zu präsentieren.
Die deutschen Projektteilnehmer freuten sich beim Abschlusstreffen darauf, ihren neugewonnen polnischen Freunden Kassel und Wolfsburg zeigen zu können.
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