10 Jahre Stadtnetz „Ausbildung“: Perspektive für Jugendliche in beruflichen Einstieg nach gescheiterter Ausbildungsplatzsuche

28. April 2015. Seit jetzt zehn Jahren bietet die Kasseler Initiative Stadtnetz „Ausbildung“ jungen Menschen, deren Suche nach einem Ausbildungsplatz aufgrund schlechter Schulnoten oder fehlender Sozialkompetenzen bislang erfolglos verlief, eine echte Perspektive. Oberbürgermeister Bertram Hilgen hatte im Jahr 2005 das ehrgeizige Projekt ins Leben gerufen. Seitdem haben über 200 junge Frauen und Männer einen Ausbildungsvertrag mit der Stadt Kassel oder einem der sechs „Stadtnetz“-Unternehmen vereinbart. Rund 80 Prozent der etwas mehr als 100 jungen Menschen mit erfolgreichem „Stadtnetz“-Ausbildungsabschluss haben mittlerweile eine Beschäftigung gefunden. 30 Auszubildende der Ausbildungsjahrgänge 2005 – 2011 wurden von der Stadt Kassel, den städtischen Unternehmen und vier weiteren Kooperationspartnern übernommen.

Oberbürgermeister Hilgen sagte beim jährlichen Gesundheitstag der Stadtnetz-Auszubildenden: „Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, einen Teil junger Menschen dauerhaft vom beruflichen Einstieg auszuschließen. Gerade auch um den Fachkräftebedarf zu sichern, ist es wichtig, die Ausbildungschancen für schwächere Hauptschulabsolventen oder auch junge Migranten zu erhöhen. Und hier setzt die Initiative „Stadtnetz“ an, um auch ihre Potentiale zu nutzen.“ Über 40 Prozent der „Stadtnetz-Auszubildenden“ haben einen Migrationshintergrund. Man müsse junge Menschen dafür interessieren, eine Ausbildung zu durchlaufen. Das fördere die Integration. „Und wir müssen den Betrieben deutlich machen, dass sie gewinnen, wenn sie junge Migranten als Auszubildende wählen“, erklärte Hilgen.

Jürgen Hartrumpf, Geschäftsführer der JAFKA gGmbH: „Die Auszubildenden schätzen die Ausbildung im Stadtnetzverbund und die Vorteile der vielfältigen Unterstützungsangebote. Eine Vielzahl der Jugendlichen würde sich immer wieder für die Stadtnetz-Ausbildung entscheiden. Die Azubis fühlen sich angemessen auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet.”

Neben der Stadt Kassel gehören zur „Ausbildungsinitiative Stadtnetz“ die JAFKA gGmbH, die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV), die Kassel Marketing GmbH, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG), Die Stadtreiniger sowie die Gesundheit Nordhessen Holding AG. Unter der Trägerschaft von JAFKA werden die Auszubildenden von allen Partnern des Stadtnetzes praktisch ausgebildet.

Der innovative Lösungsansatz der „Stadtnetz-Ausbildung“ besteht im Zusammenspiel kreativer Ausbildungsplatzgestaltung und individueller Hilfsangebote. Die Initiative arbeitet eng mit dem Übergangsmanagement an den Kasseler Schulen zusammen. Durch eine intensive fach- und sozialpädagogische Begleitung der Auszubildenden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der JAFKA sollen Potentiale der Azubis entwickelt und deren Ausbildungsfähigkeit gestärkt werden.

„Das ist eine tolle Initiative“, lobt Birgit Dilchert, Personalvorstand der Gesundheit Nordhessen (GNH). „Wir haben damit nur gute Erfahrungen gemacht. Alle Auszubildenden haben ihre Abschlüsse geschafft, mehrere konnten wir übernehmen.“ Die GNH habe bisher im Rahmen der Ausbildungsinitiative Stadtnetz neun Ausbildungsplätze bereitgestellt, unter anderem für Kaufleute für Bürokommunikation, für Medizinische Fachangestellte und für eine Fachkraft für Lagerlogistik.

Peter Ley, Geschäftsführer der GWG Kassel, resümiert: „Seit dem Start der „Ausbildungsinitiative Stadtnetz“ in 2005 hat die GWG bisher 11 Ausbildungsplätze zusätzlich zur Verfügung gestellt. Drei dieser Auszubildenden befinden sich derzeit in der Ausbildung zu Immobilienkaufleuten. Acht Auszubildende haben bereits erfolgreich Prüfungen zu Kaufleuten der Bürokommunikation oder zu Immobilienkaufleuten abgelegt, drei der Absolventen sind weiterhin bei der GWG beschäftigt. Diese positive Bilanz werten wir als großen Erfolg und Bestätigung, dass die Auszubildenden der Initiative unseren Anforderungen gut gewachsen sind.“

Die Geschäftsführerin der Kassel Marketing GmbH, Angelika Hüppe, erklärt: „Kassel Marketing ist ein Unternehmen, das seinen Auszubildenden eine breite Palette an Erfahrungen bietet. Eine umfassende fundierte Ausbildung ist uns ein Anliegen. Die jungen Menschen sind eine Bereicherung für unser Unternehmen und wir sind stolz, wenn sie ihre Ausbildung mit Erfolg abschließen, was bisher immer der Fall war.“

„Wir ermöglichen unseren Auszubildenden über die Kooperation ein breites Wissensspektrum und Erfahrungspotential“, sagt Volker Gundlach, Personalchef der Stadtreiniger Kassel.

Johanna Adeyemi hat eine dreijährige Stadtnetz-Ausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation bei der Stadt Kassel im Rathaus erfolgreich abgeschlossen: „Der Ausbildungsplatz war eine einmalige Chance und ich bin froh, dass ich sie ergriffen habe. Es war nicht immer leicht, ich habe aber von vielen Seiten große Unterstützung erfahren. Dafür bin ich wirklich dankbar.“ Die 25-Jährige arbeitet mittlerweile als Sekretärin im städtischen Bürgeramt.

Auch Schabana Ghambari absolviert gerade eine Ausbildung über die Stadtnetz-Initiative. Die 22-Jährige befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zur medizinischen Fachangestellten im Kasseler Klinikum: „Die Ausbildung ist vielfältig und macht unheimlich Freude. Bis heute kann ich sagen: ich habe alles richtig gemacht.“

Insgesamt werden 18 unterschiedliche Ausbildungsberufe im Rahmen der „Stadtnetz“-Ausbildung angeboten: • Kauffrau/-mann für Büromanagement • Immobilienkauffrau/-mann • Medizinische Fachangestellte • Tischler/in • Maler/in und Lackierer/in • Köchin/Koch • Hauswirtschafter/in • Fachkraft im Gastgewerbe • Fachkraft für Lagerlogistik • Gärtner/in - Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau – • Teilezurichter/in • Elektroanlagenmonteur/in • Industriemechaniker/in • Veranstaltungskauffrau/ -mann • Bauzeichner/in • Metallbauer/in Fachrichtung Konstruktionstechnik • Fachkraft für Veranstaltungstechnik • Kauffrau/Kaufmann für Tourismus & Freizeit

Als zusätzliche Angebote konnten Auslandsaufenthalte für die Azubis sowie das „Azubi-Sharing“ (Azubi-Austausch zwischen den beteiligten Unternehmen) etabliert werden.

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