Er stammt aus China, wurde zu Ehren einer russischen Kronprinzessin benannt und aus seinem Holz werden sowohl Musikinstrumente, als auch Boote gebaut. So einzigartig aber macht ihn die Farbe seiner Blüten: der Blauglockenbau. Das Umwelt- und Gartenamt pflanzt ihn nun häufiger an Straßen und Plätzen – wegen der schönen blauen Blüten und weil der Baum geringe Ansprüche an den Boden stellt.
20. Mai 2015. An einigen Orten in Kassel fallen vielen Bürgerinnen und Bürgern derzeit leuchtend hellblau blühende Bäume auf, so zum Beispiel in der Mauerstraße beim Lutherplatz. Hierbei handelt es sich um den ursprünglich aus China stammenden Blauglockenbaum (botanisch Paulownia tomentosa). Die für einen Baum ungewöhnliche Blütenfarbe fällt besonders auf, weil dieser Baum vor dem Blattaustrieb blüht und die einzelnen, zirka fünf Zentimeter großen Blüten in stattlichen Blütentrauben zusammenstehen.
Der Blauglockenbaum war früher eher im Weinbauklima bekannt, kann aber wegen des Klimawandels inzwischen in ganz Deutschland angepflanzt werden. Das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel verwendet den Baum aufgrund seiner positiven Eigenschaften nun ebenfalls häufiger als Straßen- und Platzbaum. Denn der Blauglockenbaum ist sehr hitze- und trockenheitstolerant, stellt geringe Ansprüche an den Boden und wächst problemlos zu einem stattlichen Baum heran. Nach der Blüte entfaltet der Baum sehr große, üppige Blätter und zaubert eine fast schon tropische Atmosphäre an seinen Standort.
Seinen Namen erhielt der Baum zu Ehren der aus Russland stammenden niederländischen Kronprinzessin Anna Pawlowna. Angeblich war der Blauglockenbaum auch der Lieblingsbaum von Kaiser Franz Joseph, der viele dieser Bäume in seinem Herrschaftsbereich anpflanzen ließ.
Heute wird der Blauglockenbaum sogar forstwirtschaftlich genutzt und in Plantagen zur Nutzholzgewinnung angebaut. Das Holz gehört zu den Edelhölzern und hat ungewöhnlich viele positive Eigenschaften, es ist so leicht wie Balsa-Holz, aber stabiler, dabei schwer entflammbar und kann gut als Isolierung gegen niedrige Temperaturen genutzt werden. Weitere Verwendungsmöglichkeiten bestehen als Klangholz im Instrumentenbau, aber auch als Furnier- und Kernholz im Möbelbau sowie im Flugzeug- und Bootsbau wird es inzwischen eingesetzt. In China wurde traditionell zur Geburt eines Mädchens ein Blauglockenbaum gepflanzt. Zur Hochzeit wurde der Baum dann gefällt und ein Schrank zur Aufbewahrung der wertvollen Kimonos hergestellt.
Das auch in unseren Breiten rasante Wachstum dieses interessanten Baumes ist wirklich fasziniert: Inzwischen gibt es Sorten, die zwei Meter pro Jahr wachsen können und dabei zehnmal so viel Holzmasse produzieren wie unsere einheimischen Eichen. Blauglockenbäume sind die weltweit am stärksten wachsenden Bäume. Die Blätter dieser Plantagenbäume können einen Durchmesser von fast einem Meter erreichen. Blauglockenbäume gibt es in Kassel auch auf der Insel Siebenbergen und der Samuel-Beckett-Anlage zu sehen.
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