„Strahlkraft weit über Hanau und die Region hinaus“
Greser & Lenz lockten 8.412 Besucher ins Schloss Philippsruhe
Mit 176 zahlenden Gästen allein am letzten Tag ist die vielbeachtete Karikaturen-Ausstellung „Das ist ja wohl ein Witz“ der beiden bekannten Künstler Achim Greser und Heribert Lenz nach rund elf Wochen zu Ende gegangen. Das vom Eröffnungstag an überaus rege Interesse an dieser ersten großen Werkschau der beiden Zeichner in Hessen hielt damit bis zum Ende an und sorgte dafür, dass die Schau mit insgesamt 8.412 Besucherinnen und Besuchern eine der erfolgreichsten Ausstellungen aller Zeiten im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe war. „Ich freue mich sehr, dass die Karikaturen von Greser und Lenz soviel Anklang gefunden haben. Ihre Arbeiten sind von intellektuellen analytischen Höchstleistungen geprägt und an Originalität kaum zu überbieten,“ kommentiert Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky diesen Erfolg. Der große Zuspruch für die Ausstellung sei für die beiden Künstler eine verdiente Würdigung ihres Könnens.
Profitiert hat die Ausstellung nach den Worten von Oberbürgermeister Claus Kaminsky dabei ganz klar auch von der überregionalen Berichterstattung im Vorfeld der Schau. „Wir haben am Eingang nach der Heimat-Postleitzahl gefragt und können damit wunderbar nachvollziehen, dass das Einzugsgebiet dieser Werkschau weit über die Region hinaus ging.“ Das Historische Museum Schloss Philippsruhe habe damit die einmalige Gelegenheit bekommen und genutzt, sich einem neuen und größeren Publikum zu präsentieren. „Das Profil des Kulturstandorts Hanau konnte damit weit über die Stadtgrenzen hinaus geschärft und die Positionierung als Kulturhochburg im Osten der Rhein-Main-Region einmal mehr untermauert werden.“
Die Karikaturenschau hatte nach dem Terror-Anschlag auf „Charlie Hebdo“ für Schlagzeilen gesorgt, nachdem Überlegungen über einen möglichen Verzicht bekannt wurden. Hintergrund war der immense finanzielle Aufwand für den Schutz der Ausstellung. Oberbürgermeister Claus Kaminsky entschied jedoch schnell, dass dies ein falsches Signal gewesen wäre und hielt an der Karikaturen-Schau trotz der gestiegenen Kosten fest. „Es ist in der Brüder-Grimm-Stadt gute Tradition, für Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit im Denken einzutreten,“ erinnert der OB daran, dass bei einer Gedenkkundgebung auf dem Altstädter Markt rund 600 Menschen zusammengekommen waren, um dort partei- und religionsübergreifend ein Zeichen gegen Terror und für die demokratischen Werte zu setzen. Kaminsky selbst hatte dort dazu aufgerufen, „furchtlos an unserer freien Lebensweise festzuhalten“, da es diese Freiheit sei, die unsere Gesellschaft ausmache.
In enger Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Südosthessen wurde schließlich ein umfassendes Sicherheitskonzept entwickelt. Wie die Behörde nach Abschluss der Ausstellung bestätigte, hätten sich die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen allesamt bewährt. Die Polizei selbst habe verstärkte Präsenz vor Ort gezeigt und sowohl Bewachungs- als auch Kontrollmaßnahmen durchgeführt. Die Bilanz, so das Polizeipräsidium, sei positiv.
Die finanzielle Mehrbelastung durch die aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen wie ein gesonderter Eingangsbereich, engmaschige Eingangskontrollen, Videoüberwachung der Ausstellung und des Geländes sowie der Tag- und Nachtdienste der Sicherheitskräfte auf dem Gelände in enger Abstimmung mit der Polizei beläuft sich nach Angaben von Fachbereichsleiter Martin Hoppe auf rund 130.000 Euro, womit die Gesamtkosten der Ausstellung auf insgesamt rund 160.000 Euro gestiegen sind. Nach Abzug der Eintrittsgelder (50.000 Euro) sowie der Zuschüsse vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Brüder-Grimm-Stiftung/Bürgerstiftung Hanau Stadt und Land der Sparkasse Hanau bleibt eine Zusatzbelastung durch die notwendig gewordenen Sicherheitsmaßnahmen in Höhe von 43.000 Euro, die nach Hoppes Worten durch Rückstellungen aus dem Jahr 2014 gedeckt sind.
Die Werkschau „Das ist ja wohl ein Witz“ mit mehr als 200 Karikaturen sowie Zeitschriften, Filmen und Fotografien hatte elf Wochen lang einen faszinierenden Einblick in die Arbeitsweise des Duos Greser & Lenz gegeben, die von ihrer Heimatstadt Aschaffenburg aus die Republik und ihre politische Landschaft ins Visier nehmen. Kurator Professor Claudio Hils hatte aus mehreren tausend Originalzeichnungen eine gekonnte Auswahl getroffen, die einen guten Querschnitt der bearbeiteten Themenfelder Politik, Wirtschaft, Zeitgeschichte, Medien, Kultur, Sport, Technik, Religion und Privates repräsentierte.
Das eingespielte Team zeichnet seit 1996 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), von 2004 bis 2013 für den Stern und seit 2013 auch für den Focus. Zuvor waren sie unter anderem auch für die Titanic tätig. Mit ihrer Arbeit haben sich die beiden in den letzten zwei Jahrzehnten einen Namen gemacht und wurden dafür 2004 mit dem „Geflügelten Bleistift“ in Gold des Deutschen Karikaturenpreises geehrt.
Die Brüder-Grimm-Stadt Hanau ehrte die beiden Karikaturisten anlässlich des 225. Geburtstags des Malerbruders Ludwig Emil Grimm mit dem Ludwig-Emil-Grimm-Preis. Das Preisgeld dieser Auszeichnung, die künftig alle drei Jahre verliehen wird, stiftet der Lions Club Hanau Brüder Grimm.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:
.
|