AG Menschen mit Behinderungen berät über die neue Linienführung der MVB, die Strombrücken-Verlängerung und Behinderung im Alter
Am kommenden Donnerstag im Alten Rathaus
Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen trifft sich am kommenden Donnerstag (18. Juni) um 13.30 Uhr zu ihrer nächsten Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt.
Auf der Tagesordnung steht zum Beispiel die Frage, wie die Barrierefreiheit im öffentlichen Personenverkehr, im städtischen Raum und bei öffentlich zugänglichen Gebäuden verbessert werden kann. Dazu sind Vertreter der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), des Stadtplanungsamtes und des Tiefbauamtes eingeladen. Aktuell soll über die Auswirkungen der veränderten Linienführung der MVB, auch der Nachtlinien, im Hinblick auf die barrierefreie Nutzbarkeit gesprochen werden. Auch über die Berücksichtigung der Belange mobilitätseingeschränkter Menschen bei den Planungen zur künftigen Strombrückenverlängerung soll gesprochen werden.
Diskutiert wird zudem über das Thema Alter und Behinderung. Diese Frage wird infolge des demographischen Wandels immer wichtiger. Fast 60 % der Menschen mit Behinderung sind bereits im Seniorenalter, woraus sich Anforderungen an die soziale Infrastruktur, die medizinische Versorgung und an die Barrierefreiheit von Verkehrsmitteln oder Wohnungen ergeben.
Hintergrund:
An der kommunalen Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen beteiligen sich Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive. Die AG war 1999 als beratendes Gremium und Forum für die Belange behinderter Menschen gegründet worden.
Zum Jahresende 2013 lebten rund 7,5 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland – das entsprach 9,4 % der gesamten Bevölkerung. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, waren das rund 260.000 oder 3,6 % schwerbehinderte Menschen mehr als am Jahresende 2011.
In Sachsen-Anhalt lebten 2014 rund 184.000 anerkannte Schwerbehinderte. Das sind 8,0 % der Bevölkerung, also weit weniger als im Bundesdurchschnitt. In der Landeshauptstadt Magdeburg sind mit Stand vom Dezember 2014 rund 17.600 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,5 %). Schließt man die Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 mit ein, sind bis zu 25.000 Menschen betroffen (11 %).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 9.600 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G), schätzungsweise 2.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 287 sind blind, 210 gehörlos und ca. 4.300 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten ca. 2.100 Menschen (Merkzeichen H).
Fast 2.300 Magdeburger besitzen das Merkzeichen RF und zahlen aufgrund von Seh- oder Hörbehinderung oder schwerer Behinderung einen ermäßigten Rundfunkbeitrag, soweit sie nicht wegen geringen Einkommens ganz befreit werden. 59 % der Betroffenen sind bereits 65 Jahre und älter, während nur 2,3 % jünger als 18 Jahre sind 52 % der Behinderten sind weiblich.
An den beiden Magdeburger Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind über 1.000 Betroffene beschäftigt. Rund 900 Menschen mit Behinderungen leben in stationären Einrichtungen (Heime bzw. Wohnstätten an den Werkstätten). Mehr als 7.000 Magdeburger sind pflegebedürftig, mehr als 2.800 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt, die übrigen in der Familie oder von ambulanten Pflegediensten.
Nach der offiziellen Arbeitslosenstatistik waren im Dezember 2014 in Magdeburg 445 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, davon rund zwei Drittel im Bereich des SGB II (Jobcenter). Im Oktober 2013 wurden noch 500 arbeitslose Schwerbehinderte gemeldet.
Ansprechpartner:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter
Telefon: 0391/540 2342
E-Mail: behindert@magdeburg.de
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