Wissenschaft im Rathaus: „Wirkstoff gegen Malaria – von der Pflanze zum Medikament“
Am kommenden Montag um 19.00 Uhr
Am kommenden Montag, 29. Juni, wird um 19.00 Uhr die Reihe „Wissenschaft im Rathaus“ fortgesetzt. Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, wie Wirkstoffe aus Pflanzen für die Medikamentenherstellung genutzt werden können. Der Verfahrenstechniker Prof. Dr.-Ing. Andreas Seidel-Morgenstern vom Magdeburger Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme wird dabei eine eigens entwickelte Produktionsmethode für ein Malariamedikament vorstellen.
Malaria ist eine Infektionskrankheit der roten Blutkörperchen, die durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen wird. Pro Jahr erkranken über 500 Millionen Menschen an Malaria, über eine Million sterben daran. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Pflanzeninhaltsstoff als effektivsten Antimalariawirkstoff, der aus dem in China und Vietnam wachsenden einjährigen Beifuß stammt. Doch wie kommt der Wirkstoff aus der Pflanze in das Medikament?
Prof. Dr.-Ing. Andreas Seidel-Morgenstern hat gemeinsam mit Prof. Dr. Peter H. Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, eine Produktionsmethode für den Malariawirkstoff Artesunat entwickelt, um aus Pflanzenabfällen, Luft und Licht den Wirkstoff zu erzeugen. Für diese „bahnbrechende Arbeit an neuen Produktionsmethoden für Malariamedikamente“ wurden beide Forscher mit dem renommierten internationalen Preis „Humanity in Science“ ausgezeichnet.
Andreas Seidel-Morgenstern ist Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg und Professor für Chemische Verfahrenstechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Die Vortragsreihe „Wissenschaft im Rathaus“ wurde im September 2013 gestartet. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Magdeburger Forschungseinrichtungen, der Städtischen Volkshochschule und der Stadtverwaltung. Einmal im Monat präsentieren Magdeburger Wissenschaftler ihre aktuelle Forschung und tauschen dafür ihr Forschungslabor und den Hörsaal mit dem Rathaus.Dabei werden aktuelle Forschungsthemen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen beleuchtet, die sowohl die ganze Bandbreite als auch die Schwerpunkte des Wissenschaftsstandorts Magdeburg verdeutlichen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung „Wirkstoff gegen Malaria – von der Pflanze zum Medikament“ ist kostenlos. Zur Planung der Platzkapazitäten wird um eine telefonische Voranmeldung in der Städtischen Volkshochschule unter der Rufnummer 03 91/5 35 47 70 gebeten.
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