Pilotstadt Hanau auch international ein Vorbild
- Koreanische Delegation besucht „Kinderfreundliche Kommune“
Als erste deutsche Stadt hatte Hanau im Juni 2014 das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ erhalten. Vergeben wurde es vom Verein Kinderfreundliche Kommune, der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragen wird. Für eine Delegation von sieben Südkoreanern Grund genug, der Brüder-Grimm-Stadt eine Besuch abzustatten, um sich umfassend zum Thema zu informieren. In der Aula der Brüder-Grimm-Schule begrüßte Oberbürgermeister Claus Kaminsky die weitgereisten Gäste, die von verschiedenen sozialen und wohltätigen Organisationen stammen.
„Es ist uns eine Ehre, als erste deutsche Stadt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ erhalten zu haben, dass den Einsatz der Stadt für die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes auszeichnet“, sagte der OB. „Die hohe Auszeichnung ist einerseits Bestätigung, dass wir viel richtig gemacht haben, doch andererseits auch Verpflichtung uns weiterzuentwickeln und unser Bestes zu geben!“
Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen habe die Stadt in einer zweijährigen Pilotphase einen Aktionsplan für Kinderfreundlichkeit erarbeitet, der in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. „Kinder sind unsere Zukunft und wir wollen deshalb mit ihnen zusammen ein kinder- und familienfreundliches Lebensumfeld gestalten, das ihnen die größtmöglichen Entwicklungschancen bietet. Kinderrechte müssen im Leben und in der Politik unserer Stadt verankert werden. Es ist deshalb wichtig, möglichst viele Einrichtungen, Institutionen, Kindertagesstätten, Schulen, Freie Träger, Stiftungen und natürlich Kinder und Jugendliche in den Prozess der Umsetzung des Aktionsplanes einzubeziehen. Dass das gelingen kann, beweist die positive Zusammenarbeit für den Aktionsplan. Wir freuen uns, dass wir als Pilotstadt Vorbild für andere Kommunen sein können.“
Die Juniorsachverständige Sarah Tabatabai erläuterte die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in den letzten Monaten:“ Melina Herbert und ich haben als Junior Sachverständige an den Beteiligungsprozessen mitgewirkt, die Sachverständigenkommission des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V. unterstützt und waren bei allen Entscheidungen dabei. Wir sitzen in der Steuerungsgruppe, die sich viermal im Jahr trifft und den Verlauf des Aktionsplanes begleitet.“
Die Brüder-Grimm-Schule gehört zu den zehn ausgewählten Modellschulen, die seit 2010 am Modellnetzwerk für Kinderrechte in der Region Rhein-Main mitwirken dürfen. Schüler der 3. und 4. Klassen demonstrierten den Besuchern aus Korea, wie sie mit Hilfe von Spielen, die verschiedenen Kinderrechte spielerisch vermitteln.
Im Anschluss stellten die Teilnehmer Fragen an Kinder und Beteiligte. Andrea Pillmann, Koordinatorin des Projektes, erläuterte den Besuchern den aktuellen Stand und gab Auskunft. Der Besuch in Hanau endete mit einem Rundgang durch die Stadt, Besichtigung von mehreren Spielplätzen, an denen Kindern mitentschieden und geplant hatten und einem kleinen Imbiss.
Young Go, Managerin der Asan Nanum Foundation, die den Besuch in die Wege geleitet hatte, dankte für den freundlichen Empfang: “Noch nie wurden wir auf unserer Rundreise durch Europa vom Oberbürgermeister persönlich empfangen. Das ist uns eine große Ehre! Wir werden viele neue Informationen, Anregungen und guten Ideen mit nach Korea nehmen.“
Hintergrund:
Das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ basiert auf der Child Friendly Cities Initiative, für die das UNICEF-Forschungszentrum Innocenti in Florenz internationale Standards und Instrumente entwickelte. Kernelemente sind: Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, eine kinderfreundliche Rahmengebung, ein übergreifender Aktionsplan, die Interessenvertretung für Kinder, der Vorrang des Kindeswohls, ein ausgewiesener Kinder- und Jugendetat, ein regelmäßiger Bericht der Kommune, sowie die Information über Kinderrechte und die Unterstützung von Kinderrechtsorganisationen.
Projektgemeinden beginnen mit einer Standortbestimmung anhand eines Fragebogens. Workshops mit Kindern und Jugendlichen ermitteln deren Wünsche und Vorschläge, die in den Aktionsplan einfließen. Darin sind die Ziele, Zeitpläne und Verantwortlichkeiten festgehalten. Der Aktionsplan wird vom Stadt- oder Gemeinderat beschlossen und bildet die Grundlage für die Vergabe des Siegels. So wird also kein Ergebnis zertifiziert, sondern ein Prozess. Dieser wird von einer Sachverständigenkommission unterstützt und regelmäßig evaluiert. Das Siegel wird für vier Jahre vergeben und kann danach mit einem neuen Aktionsplan verlängert werden.
Ansprechpartner:
Verein „Kinderfreundliche Kommunen e. V.“, Geschäftsführerin Dr. Heide-Rose Brückner, Tel. 030-20911601 und -624, Mobil 0170 5360447, E-Mail:info@kinderfreundliche-kommunen.de, www.kinderfreundliche-kommunen.de
Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:
Koreaner besuchen Hanau
Foto: die Besucher aus Süd-Korea und Juniorsachverständige Sarah Tabatabai, Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Andrea Pillmann, Leiterin der Stabsstelle Prävention, Ina Vaupel vom Staatlichen Schulamt, Haide Nolte, Schulleitung Brüder-Grimm-Schule
|