24. Juli 2015.
Im Beisein von Familienangehörigen hat die Stadt Kassel heute ihres großen Sohnes Philipp Scheidemann gedacht. Der frühere Reichsministerpräsident und Kasseler Oberbürgermeister wurde vor 150 Jahren, am 26. Juli 1865, geboren.
„Als leidenschaftlicher Parlamentarier und überzeugter Demokrat hat der Mitbegründer der Weimarer Republik wichtige Spuren in der Deutschen Geschichte hinterlassen“, würdigte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen bei dem Festakt im Rathaus Philipp Scheidemann. Dessen Urenkelin Lieselotte Harvey und ihr Sohn Peter waren besondere Gäste bei dem Festakt unter dem Titel „Demokrat. Staatsmann. Oberbürgermeister.“ Oberbürgermeister Hilgen sagte über Scheidemann, der in den Jahren 1920 bis 1925 Oberbürgermeister in Kassel war: „Philipp Scheidemann war ein Großer seiner Zeit, ein aufrechter Vorkämpfer für Demokratie, Freiheitlichkeit, für soziale Gerechtigkeit, Deutschland, aber auch seine Heimatstadt haben Philipp Scheidemann viel zu verdanken.“
Aus dem ereignisreichen politischen Leben Scheidemanns ragt der 9. November 1918 heraus: Als der Sozialdemokrat vom Balkon der Reichskanzlei in Berlin vor einer großen Menschenmenge die Republik ausrief, war das Ende der Monarchie in Deutschland besiegelt. Gleichzeitig machte ihn dieser historische Moment zu einer Zielscheibe für den Hass insbesondere rechtsextremistischer Demokratiegegner. So verübten 1922 im Bergpark Wilhelmshöhe drei Attentäter einen Mordanschlag mit Blausäure auf ihn. Nach dem Beginn der Nazi-Diktatur musste Scheidemann seine Heimat verlassen. Er starb 1939 im Exil in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Neben seiner politischen Laufbahn ist Scheidemann in Kassel durch seine liebenswerten Geschichten in Kasseler Mundart bekannt, die er unter dem Pseudonym „Henner Piffendeckel“ veröffentlichte.
Den Festvortrag mit dem Thema „Ein Großer der deutschen Demokratiegeschichte – Philipp Scheidemann 1865 - 1939“ hielt Prof. Dr. Walter Mühlhausen, Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg. Anschließend las Regional- und Mundartkabarettist Karl Garff (Immenhausen) Henner Piffendeckel. Auf die Begrüßung durch Oberbürgermeister Bertram Hilgen folgte zudem ein Grußwort des stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel.
Nach Philipp Scheidemann ist mit dem Scheidemann-Platz eines der herausragenden Beispiele der 50er-Jahre-Architektur in Kassel benannt. Seine Asche, die 1953 aus Dänemark überführt wurde, ist auf dem Kasseler Hauptfriedhof in einem Ehrengrab der Stadt bestattet.
Mehr Informationen zu Leben und Wirken Philipp Scheidemanns auf den Seiten der Stadt Kassel im Internet unter http://bit.ly/1Js2Lh2
(3707 Zeichen)
Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Stephan Kaiser
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de
Pressesprecher Ingo Happel-Emrich
Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.