03. August 2015. Bei bestem Wetter verfolgten über 60 Teilnehmer die interessanten und kurzweiligen Notizen zu den jeweiligen Orten des Park Schönfeld und seiner wechselvollen Geschichte sowie den Botanische Garten beim Kasseler Literaturspaziergang vom vergangenen Sonntag.
Die Lesungen und Darbietungen zu Texten aus verschiedenen Jahrhunderten und Genres, gaben Eva-Maria Keller, Hartmut Müller und Karl-Heinz Nickel in den zwei Stunden zum Besten. Schon bei den ersten beiden Stationen unter der 200 Jahre alten Bröcker-Eiche und am alten Brunnen neben dem Schlösschen Schönfeld erfuhren die Teilnehmer viel Unbekanntes zur teilweise illustren Historie von Park und Haus, das zeitweilig regelmäßiger Treffpunkt Kasseler literatur- und kunstinteressierter Bürger war.
Im Botanischen Garten standen naturgemäß Pflanzen, Bäume und Sträucher im Mittelpunkt des Literaturspaziergangs. Passend zu den jeweiligen 15 Stationen ging es um Platanen, Linden, Birken, Rhododendren, natürlich Rosen und andere Pflanzen. Auch die Liebe, die Vergänglichkeit, die Vielfalt der Lauben und das Laub als Spielzeug des Sommerlichts, wurden von Eva-Maria Braun vor der malerischen Kulisse einer alten Hängebuche gekonnt in all seinen Facetten zum Flirren gebracht. Mit „Komm in den todgesagten Park“ von Dichter Stefan George wurde auch Bezug zur Geschichte des Botanischen Gartens genommen, der nach seiner Blütezeit in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts 1983 geschlossen wurde, um die Pflege der neu geschaffenen BUGA-Anlagen in der Fuldaaue bewältigen zu können. Erst mit der Gründung des Freundeskreises Botanischer Garten e.V. in 2003 wurde dem in der Zwischenzeit in einen Dornröschenschlaf verfallenen Gelände wieder neues Leben eingehaucht.
Heute präsentiert sich die denkmalgeschützte Parkanlage dank engagierter freiwilliger Hilfe und regelmäßigen Investitionen des Umwelt- und Gartenamts wieder mit unterschiedlichen Themengärten, vielen mediterranen Kübelpflanzen und einem vielfältigen Gehölzbestand als ganzjährig attraktives Ausflugsziel.
Bei etlichen Teilnehmern des Literaturspaziergangs wurde Erinnerungen an ihre Schulzeit und die damals üblichen und regelmäßigen Pflichtbesuche des Botanischen Gartens wach, in dem seinerzeit auch Tiere gehalten wurden. Mit dem zum Abschluss schmunzelnd zitierten „Philisterparadies“ von Ernst von Wolzogen, in dem man nicht etwa Lust verspüren sollte, sich ins Gras zu legen, Bäume Soldaten gleichen und Kinder unerwünscht sind („natürliche Kinder ausgeschlossen“ ), hat der Botanische Garten heute glücklicherweise wenig zu tun, wie die vielen entspannten Besucher und quirlig durchs Gelände flitzenden Schulklassen jeden Tag aufs Neue zeigen.
Natur und Kultur gingen an diesem heiteren Sonntagnachmittag eine freudige Liaison ein, und es war schön zu spüren, wie erfrischend und inspirierend die Vermittlung von Geschichte, Literatur und Kunst im Grünen sein kann.
Die nächsten Literaturspaziergänge finden statt zur Museumsnacht am Samstag, 5. September und auf dem Weinberg am Sonntag 4. Oktober.
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