Information zum Auftreten des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) im Stadtgebiet von Magdeburg
Weidenwerderspitze und Wiesenpark betroffen
Versand erfolgt im Auftrag der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG).
Das Quarantänegebiet im Norden der Landeshauptstadt wurde durch die Mitarbeiter in der Projektgruppe ALB in der LLFG in den vergangenen Monaten kontrolliert. Das heißt, im gesamten ausgewiesenen Quarantänegebiet (42 km²) wurde jeder einzelne Laubbaum mindestens einmal auf Symptome, die durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer verursacht werden können, abgesucht. Dazu sind in den letzten Wochen Waldarbeiter mit Ferngläsern unterwegs gewesen. Im Verdachtsfall sind Baumkletterer in die Krone geklettert, um ggf. befallsverdächtige Aststücke zu entnehmen und genau zu untersuchen.
Bei diesen Arbeiten wurden bis heute an insgesamt 14 Fundorten befallene Bäume festgestellt. Befallen wurden bisher nur die Baumarten Roßkastanie, Ahorn, Weide und Pappel. Alle befallenen Bäume wurden kurzfristig nach Befallsbestätigung gefällt.
Gegenwärtig stehen Maßnahmen auf der Spitze des sogenannten Weidenwerders (Landzunge in der Elbe in Höhe der Steinkopfinsel) und auf der ostelbischen Seite im Wiesenpark zur Vernichtung des ALB an.
Auf dem Weidenwerder werden auf Anordnung der LLFG bis zum Ende des Monats August ca. 350 Bäume gefällt, vor Ort gehäckselt und auf dem Wasserweg direkt in das Biopelletwerk zur Vernichtung gebracht.
Am Fundort 14 – Wiesenpark - wurden Ende vergangener Woche zur Gefahrenabwehr insgesamt 7 Kastanien gefällt. An 3 Bäumen wurden Larven, Puppenwiegen und ein schlupfbereiter Käfer gefunden. Um die Ausbreitung des Käfers in der jetzt beginnenden Flugzeit zu stoppen, wurden 4 weitere Kastanien in unmittelbarer Nähe der befallenen Bäume gefällt. In Umsetzung des Durchführungsbeschlusses 2015/893/EU werden gegenwärtig seitens der LLFG alle Vorbereitungen getroffen, eine Fällzone um die befallenen Kastanien am Wiesenpark auszuweisen und zu beräumen.
Der Durchführungsbeschluss der EU vom Juli 2015 lässt es zu, dass nicht mehr alle Laubgehölze in dieser Fällzone vernichtet werden müssen. Insbesondere die Roteiche und alle Obstgehölze können – wenn an ihnen kein Befall festgestellt wird - stehen bleiben. Folgende Laubbaumgattungen müssen in der ausgewiesenen Fällzone leider gefällt werden und dürfen auch während der Dauer der festgesetzten Quarantäne nicht nachgepflanzt werden: Ahorn, Roßkastanie, Erle, Birke, Hainbuche, Lebkuchenbaum (Cercidiphyllus), Hasel, Buche, Esche, Blasenesche (Koelreuteria), Platane, Pappel, Weide, Linde und Ulme.
Von Juli bis Oktober kann der erwachsene Käfer schlüpfen. Dabei entstehen die sehr auffälligen Ausbohrlöcher, der flugfähige Käfer paart sich, und es werden wieder Eier abgelegt. Die daraus schlüpfenden Larven fressen sich wieder in die Krone von Laubbäumen ein.
Wir bitten die Bevölkerung, jeden Verdacht der Anwesenheit des Käfers zu melden. Unsere Mitarbeiter gehen jedem Hinweis nach. Für alle Bürgermeldungen in Sachen ALB ist weiterhin ein Bürgertelefon zu den normalen Bürozeiten geschaltet (03941/671-166) und folgende E-Mail- Adresse eingerichtet: ALB@llfg.mlu.sachsen-anhalt.de.
Weitere Informationen zum Schaderreger finden Sie unter:
http://www.llfg.sachsen-anhalt.de/themen/pflanzenschutz/asiatischer-laubholzbockkaefer/
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