18. September 2015. Ab September wird es für die Gäste vom Zentrum für Menschen mit Demenz und Angehörige (ZEDA) ein neues kulturelles Angebot in Kassel geben. An vorerst zwei Terminen, erst im Sepulkralmuseum und danach im Naturkundemuseum, erleben die Teilnehmer jeweils eine kurze Führung und anschließend den Anreiz, sich kreativ damit zu beschäftigen. „Museum in zwei Teilen“ nennt sich die neue Veranstaltungsreihe, bei der die Betroffenen die Erfahrungen und Eindrücke durch kreative Atelierarbeit, wie Malen und Gestalten, individuell verarbeiten. „Kulturelle Angebote vermitteln Lebensfreude, fördern die Gesundheit und die Kommunikation“, sagte Bettina von Soest, eine der Initiatoren, dazu.
Die beiden Museumspädagoginnen, Bettina von Soest, Gerontologin des Stadtmuseums, und Kathrin Trinkies, Ergotherapeutin beim Sepulkralmuseum, brachten die Idee für das Projekt „Demenzkranke im Museum“ aus Frankfurt mit. Dort kooperiert der Arbeitsbereich „Altersmedizin“ der Goethe-Universität mit dem Städel Museum im Forschungsprojekt „ARTEMIS“.
Erstmalig im deutschsprachigen Raum werden dabei auch Auswirkungen von interaktiver Auseinandersetzung mit Kunst auf das Wohlbefinden und das Kommunikationsverhalten demenzkranker Menschen sowie die Beziehung zu betreuenden Angehörigen untersucht.
„Die Vermittlung von Kulturwissen ist zwar der Ausgangspunkt“, so Bettina von Soest, „aber das Erleben, das Miteinander und die anschließende kreative Auseinandersetzung ist das eigentliche Anliegen“. Die belasteten Angehörigen können in anregender Atmosphäre sich und den Erkrankten einmal anders wahrnehmen. Das schaffe eine neue Nähe und wirke in den Alltag hinein.
Dass die Veranstaltungsreihe in Kassel mit seinen zahlreichen Kulturstätten erfolgreich sein kann, daran haben die Museumspädagoginnen keine Zweifel.
Hintergrund:
Entstanden ist diese Zusammenarbeit der beiden Museen durch das gemeinsame Interesse der Museumspädagogin und Ergotherapeutin Kathrin Trinkies, Sepulkralmuseum, und der Gerontologin Bettina von Soest, Stadtmuseum, an Erzählcafés für die ältere Generation. Da beiden Museumspädagoginnen bewusst ist, dass nicht nur die Bevölkerung immer älter wird, sondern auch die Anzahl der Älteren, die an Demenz erkranken, wächst, haben sie Kontakt mit „ZEDA“ aufgenommen. „ZEDA“, das Zentrum für Menschen mit Demenz und Angehörige vom Diakonischen Werk Kassel, bietet Erkrankten und Angehörigen Informationen und Beratung. Angehörige können spezielle Fortbildungsangebote und stundenweise Entlastung in Anspruch nehmen.
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