Kaminsky und Funck würdigen Ilse Werder anlässlich ihres 90. Geburtstags
Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck haben Ilse Werder, der „kleinen Grande Dame der Hanauer Kultur“, zu ihrem 90. Geburtstag gratuliert. In einem Glückwunschschreiben dankt der OB für ihr „so großartiges und breit gefächertes berufliches wie ehrenamtliches Engagement für unsere Gesellschaft insgesamt und unser Hanau im Besonderen“. Werder ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, des Landesehrenbriefs, des Kulturpreises und Ehrenbriefs des Main-Kinzig-Kreises und der August-Gaul-Plakette der Stadt Hanau. In ihr vereinten sich „ein nie nachlassendes Engagement und ein kritischer Geist“, wiederholt der OB eine Würdigung des Archivs Frauenleben im Main-Kinzig-Kreis, das Werder 1990 mit begründete und dessen Ehrenvorsitzende sie seit 2006 ist.
Werder wurde am 21. Oktober 1925 in Kassel geboren. Dort startete sie auch ihre journalistische Laufbahn, die sie später bei der „Frankfurter Rundschau“ (FR) fortsetzte. Deren Hanauer Lokalredaktion gründete sie 1967 und prägte die FR-Regionalausgabe Main-Kinzig 20 Jahre lang.
1987 zog sie von Hanau nach Bad Soden-Salmünster um und eröffnete 1991 auf einem von ihr aufgemöbelten, mehr als 300 Jahre alten Bauernhof im Ortsteil Katholisch-Willenroth „Werders Kulturscheune“. 2006 kehrte sie nach Hanau zurück, wo sie seither wieder lebt und wirkt. Zuletzt veröffentlichte sie 2013 eine Ortschronik des Hanauer Stadtteils Wolfgang.
Nicht nur dieses Buch, in dem sie den Arbeiterinnen der Pulverfabrik quasi ein Denkmal setzt, widmet Werder vor allem Frauen im Arbeitsleben. Die weibliche Perspektive der Geschichte prägt auch ihr Buch über Tabakarbeiterinnen im Main-Kinzig-Kreis sowie die Werke „Frauen in den Gewerkschaften 1945-1997 am Beispiel Hessen und im Main-Kinzig-Kreis“ und „Hanau weiblich: Ein Lesebuch“. Parlamentsvorsteherin Funck würdigt das zusammenfassend: „Sie ist in unserer Region über Jahre das herausragende Gesicht der Frauenbewegung“. Das zeige sich auch daran, dass sie den Verein „Frauen helfen Frauen“, das Frauenhaus und die Beratungsstelle „Pro Familia“ mitbegründet habe.
Zudem gehen die Wurzeln des Hanauer Kulturvereins und der in Hanau nicht mehr mit einer festen Anlaufstelle vertretenen Verbraucherberatung auf die Jubilarin zurück. Ihre 64 Jahre Mitgliedschaft in der SPD mit einbezogen, kommt Kaminsky zu dem Schluss: „Ilse Werder hat unserer Demokratie wertvolle Impulse gegeben – und wird das hoffentlich auch weiterhin tun.“
Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266
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