Neuer, alter Glanz für die Schule Königstor

04. November 2015. Wind und Wetter haben im Laufe der Jahre Abdecksteine, Mauerwerk und Verfugung am Treppengiebel der Schule Königstor in Mitleidenschaft gezogen. Jetzt wurden die maroden Stellen saniert und das Gebäude aus dem Jahr 1891 erstrahlt im alten Glanz. Die Gesamtkosten der Giebelsanierung belaufen sich auf ca. 150.000 Euro. Aus Sicherheitsgründen wurden die Stufen des Treppengiebels schon 2011/2012 zurückgebaut. Zum Jahresbeginn 2015 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.

Die Giebelsanierung selbst wurde in zwei Bauabschnitten verwirklicht: zuerst Giebel links, danach Giebel rechts. Die Bauarbeiten konnten erst starten, nachdem die passenden Mauerklinker im Reichsformat, Farbe gelb und rot, vorhanden waren. Diese speziellen Steine waren schwierig zu beschaffen, da die heute gängigen Produktionen sich in Format und Farbe unterscheiden. Schließlich wurde der Lieferant bei einer Ziegelei im Osten Deutschlands fündig und konnte die Steine bestellen.

Sämtliches marodes Mauerwerk wurde zuerst bis auf die intakte Substanz zurückgebaut. Hierbei wurden auch die Holzpfetten vom Dachtragwerk mit ihren Auflagern im Giebelwandbereich freigelegt. Schadhafte, verfaulte und verrostete Bauteile wurden nach statischen Erfordernissen erneuert. Danach wurden die großen neuen Abdecksteine aus Beton als oberer Abschluss der Giebel mit Hilfe eines Schwerlastkranes aufgesetzt und seitlich am aufgehenden Mauerwerk angeschlossen. Ein Zuganker verbindet den oberen freistehenden Stein mit der Dachkonstruktion und sichert ihn so.

Die Abdecksteine wurden wieder aus Beton und nicht aus Naturstein hergestellt. Auf die ehemals angewandte Stampfbetontechnik, bei der pro einzelnem Abdeckstein vier bis sechs Einzelsegmente oben auf dem Mauerwerk zusammengefügt und das Ganze noch mal verputzt wurde, wurde verzichtet. Heute ist es möglich, die Abdeckplatten monolithisch, also an einem Stück, herzustellen. Nachdem die Bauabteilung des Hochbauamtes Maße genommen und Schablonen erstellt hat, übernahm eine im Landkreis Kassel ansässige Spezialfirma den Auftrag und stellte insgesamt 18 Abdecksteine her. Die Anforderungen an die Schaltechnik und das Betonieren selbst sind hoch, da sich der Steinquerschnitt sehr differenziert darstellt und eher der Natursteinsteintechnik in der Fertigung zuzuordnen ist.

Eine Herausforderung stellte auch die Restaurierung der vier Wappentafeln dar. Die Wappentafeln befinden sich in der Fassade in abgesetzten zurückliegenden Mauerwerksfeldern, links und rechts an den Giebelecken. Die Wappen sind mit Ölfarbe auf Kupferblech gemalt worden. Die Darstellung und Konturen waren stark verwittert und daher kaum noch zu erkennen. In einem Kassler Restaurationsbetrieb wurden diese Wappentafeln aufgearbeitet und in der alten Maltechnik wieder hergestellt. Die zwei Wappen links und rechts von der Gesamtfassade des Gebäudes sind die Wappen des deutschen Reiches von 1891 mit dem Reichsadler. Die beiden Wappen in der Mitte sind das Wappen von Hessen mit dem Hessenlöwen (links) und das Stadtwappen von Kassel (rechts).

Neben diesen Arbeiten an den Abdecksteinen und an den Wappen wurde schadhaftes Mauerwerk einschließlich der Verfugungen, Maßwerke und Lisenen (Blenden) in den zurückgesetzten Wandbereichen und die Fenstersimse aus Beton saniert. Auch die Dachdeckung im Wandanschlussbereich der Giebel, Blitzschutz und die Anstriche der Fenster wurden erneuert. Nach den Arbeiten wurde die Fassade gereinigt und behandelt, um sie wasserabweisend zu machen.

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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Susanne Albert


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