11. November 2015.
Eine japanische Delegation aus Fukushima unter der Leitung von Bürgermeister Kaoru Kobayashi, bestehend aus Kommunalvertretern und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft, besuchten Kassel, um sich über Klimaschutz und Erneuerbare Energien zu informieren. Im Kasseler Rathaus und bei einer Exkursion zu Vorzeigeprojekten und Unternehmen der Region erhielten sie wichtige Erkenntnisse für eine Zukunft Fukushimas mit Erneuerbaren Energien.
Fukushima erlangte durch den Reaktorunfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Jahr 2011 traurige Berühmtheit. Jetzt will die Stadt Fukushima gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern auf erneuerbare Energien setzen. Bei einem Besuch im Kasseler Rathaus diskutierten sie mit Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Umweltdezernent Christof Nolda über die Hintergründe und Fortschritte der städtischen Klima- und Energiepolitik. Der Vorstand der Städtischen Werke, Dr. Thorsten Ebert, legte dar, ob eine Energieversorgung der Strom-, Wärme- und Verkehrsmärkte in Nordhessen mit dezentralen und erneuerbaren Energien möglich und sinnvoll ist.
Anschließend stand die Energiewende in der Praxis auf dem Programm: Zuerst besuchte die Delegation die SMA Solar Technology AG (SMA). Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon informierte die Gäste über Solarenergie und lud sie zu einer Besichtigung der CO2-neutralen Produktionsstätten in Niestetal ein. Nach einem Mittagessen in der SMA-Kantine ging es weiter zum Windpark Rohrberg, wo Lars Rotzsche, Fachbereichsleiter Windkraft der Städtischen Werke, Windenergieanlagen in verschiedenen Baustadien präsentierte. Auf großes Interesse stieß bei der Delegation aus Fukushima das Konzept der Bürgerbeteiligung an den Windparks.
Umweltdezernent Christof Nolda freute sich über den Besuch aus Japan: „Wir geben unsere Erfahrungen und Erkenntnisse in Sachen kommunaler Klima-und Energiepolitik gerne weiter und unterstützen die Region Fukushima auf ihrem Weg zu einer hundertprozentigen Versorgung durch Erneuerbare Energien. Die Katastrophe in Fukushima hat weltweit Betroffenheit und vor allem in Deutschland ein Nachdenken über die künftige Energiepolitik ausgelöst und dazu geführt, dass Deutschland aus der Atomenergie aussteigt und bis Ende 2022 das letzte Kernkraftwerk vom Netz nimmt.“
Hintergrund:
Seit dem Reaktorunfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi infolge der Tohoku-Erdbebenkatastrophe von 11. März 2011 entwickelte sich ein gesteigertes Interesse der Bürgerinnen und Bürger Fukushimas an sicheren erneuerbaren Energien. Zwar gab es seitens der Stadt schon vorher Bemühungen zur Einführung erneuerbarer Energien, diese wurden mit der Verabschiedung eines Ausbauförderungsplans für erneuerbare Energien im Februar 2015 deutlich verstärkt.
Entlang dieses Plans sollen Bürger, Unternehmen und Verwaltung gemeinsam die Einführung erneuerbarer Energien entsprechend der regionalen Gegebenheiten von Fukushima City vorantreiben. So soll sich Fukushima zu einer ökologischen Vorreiterstadt mit hohem Selbstversorgungsanteil im Energiebereich entwickeln und perspektivisch zu einer Gesellschaft beitragen, die nicht mehr auf die Nutzung von Kernenergie angewiesen ist.
Kassel weist eine ähnliche Bevölkerungszahl wie Fukushima City auf. Ziel des Besuchs der japanischen Delegation ist es, sich unmittelbar über die Aktivitäten, Erfolge und Herausforderungen in Kassel zu informieren, um das gewonnene Wissen in die Umsetzung des Ausbauförderungsplans in Fukushima einfließen zu lassen.
Mitglieder der Delegation:
Klimaschutz in Kassel
Die Stadt Kassel ist schon lange im Klimaschutz aktiv: Bereits 1991 unterzeichnete sie das "Bündnis Europäischer Städte und der Indianervölker Amazoniens für den Schutz des Regenwaldes, des Klimas und des Lebens der Menschheit". 2006 wurde der der Stadt Kassel für ihr vorbildliches Engagement zum Schutz des Klimas beim Wettbewerb "Bundeshauptstadt im Klimaschutz" der Titel "Klimaschutzkommmune" verliehen.
Im November 2009 hat Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen die hessische Charta für den Klimaschutz unterzeichnet. Im Oktober 2011 gehörte Kassel zu den Erstunterzeichnern der Charta "100% Erneuerbare-Energien-Regionen" (100ee-Regionen). Schließlich gehörte die Stadt Kassel 2014 zu den Preisträgern des Bundeswettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz 2014“.
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Delegation aus Fukushima zu Gast in Kassel
Oberbürgermeister Bertram Hilgen begrüßt Fukushimas Bürgermeister Kaoru Kobayashi im Kasseler Rathaus
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