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Der besungene Tod

12. November 2015. Europäische Trauermusik des 17. und 18. Jahrhunderts steht auf dem Programm der fünften Veranstaltung der Reihe „MEDIA IN VITA - die Musik und der Tod“ am Montag, 16. November, 19 Uhr in der Kirche Sankt Elisabeth am Friedrichplatz. Unter der Leitung von Professor Gregor Hollmann, seit fast 30 Jahren Dozent für Cembalo und Alte Musik an der Musikakademie, haben sich Studierende und Lehrende auf den Weg gemacht, um eine heutzutage fast vergessene Musikwelt wiederzuentdecken. Erscheint der Tod uns heute häufig so lebensfern, dass viele nichts mehr dabei finden, seine Symbole wie menschliche Schädel oder Knochen als T-Shirtaufdruck zu verniedlichen, war dem Menschen des Barockzeitalters sehr wohl stets bewusst, wie vergänglich das Leben eines Menschen war beziehungsweise wie unvermutet und schnell es zu Ende gehen konnte. Gestorben wurde natürlich zu Hause, im Kreise der Familie - und diese trug den Verstorbenen auch zu Grabe, was damals nahezu selbstverständlich immer mit einem Trauergottesdienst verbunden war, in dem natürlich auch Choräle gesungen wurden oder Musik erklang.

So entstand in christlichen Konfessionen eine große Anzahl an Trauermusiken oder liturgischen Gesängen, eben „Lamentations et tombeaux“ (Klagelieder und Grabmale), mit denen Verstorbene ins Jenseits begleitet beziehungsweise Hinterbliebenen Trost gespendet werden sollte. Einige besonders beeindruckende Werke vornehmlich der mittel- und norddeutschen protestantischen Kirchenmusik können während der Veranstaltung gehört werden. Darunter finden sich neben dem Choral des Urvaters Martin Luther „Mitten wir im Leben sind“, unter dessen Textanfang die Veranstaltungsreihe insgesamt steht, Kompositionen von Georg Philipp Telemann oder Carl Philipp Emanuel Bach. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht aber ohne jeden Zweifel Johann Sebastian Bach frühe Kantate „Actus tragicus“, die auf ebenso eindrückliche wie schlichte Weise zentrale Aussagen der lutherischen Theologie vertont.

Das Programm:

Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788) „Die Menschenliebe Jesu“, Motette für drei Singstimmen und Basso continuo (Wq 208,4)

Jean-Henri D’Anglebert (1628 – 1691) Aus: Piéces de Clavecin (1689): “Tombeau de Mr. de Chambonnières”

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) „Daß Herz und Sinn, o schwacher Mensch“, Kantate für Sopran, Violine und Basso continuo (TWV 1:194)

Martin Luther (1483 – 1546) Mitten wir im Leben sind

Johann Jakob Froberger (1616 – 1667) “Lamentation faite sur la mort très douloureuse de sa majésté Imperiale Ferdinand le troisième; et se joue lentement avec discretion” (1657, FbWV 633)

Gottfried Heinrich Stölzel (1690 – 1749) „Bist du bei mir“, Arie für Singstimme und Continuo aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach (1725)

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus tragicus, BWV 106), Trauermusik für Sopran, Alt, Tenor, Bass, zwei Blockflöten, zwei Violen da Gamba und Basso continuo

Weitere Informationen zu den Ausführenden finden Sie auch unter www.musikakademie-kassel.de.

Der Eintritt beträgt 8 Euro. Einen ermäßigten Eintritt zu 6 Euro erhalten Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Schwerbehinderte gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises. Der Erwerb eines Konzertpasses (30 Euro, ermäßigt 25 Euro) berechtigt zum Besuch von mindestens vier Veranstaltungen. Kartenverkauf erfolgt an der Abendkasse. Telefonisch können Karten bei der Musikakademie unter 0561 / 787 4180, per Fax unter 0561/787 4188 oder per E-Mail musikakademie@kassel.de vorbestellt werden.

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Susanne Albert



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