Brücken bauen zwischen Kassel und Athen

20. November 2015. Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, kündigte in einer von ihm moderierten Veranstaltung zum Thema "Kunst und Kultur als Brückenbauer?“ im Gießhaus der Universität Kassel verschiedene Projekte zur Unterstützung deutsch-griechischer Verständigung an. Ab 2016 werde es im Rahmen des deutsch-griechischen Jugendwerkes Kooperationen geben, auch Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien sowie Bildung und Forschung seien geplant. Bereits eingerichtet ist ein deutsch-griechischer Zukunftsfonds, um angesichts der im Zweiten Weltkrieg von Deutschen begangenen Gräueltaten in einen Dialog zur Versöhnung einzutreten. Das Auswärtige Amt wird ferner die documenta 14 mit einer Million Euro unterstützen. Unterstützt werde damit das Konzept des künstlerischen Leiters der documenta 14, Adam Szymczyk, die Ausstellung neben Kassel auch in Athen auszurichten.

Teilnehmer der Veranstaltung, zu der die Stadt Kassel, die Universität Kassel sowie die Friedrich-Ebert-Stiftung Hessen eingeladen hatten, waren neben Staatsminister Michael Roth Kassels Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Bertram Hilgen, Dr. Maria Daskalakis vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel, sowie Christos Katsioulis, Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung Athen. Ein Fokus der Diskussion, die der Frage nachging, was Deutsche und Griechen voneinander lernen können, lag auf der documenta 14 im Jahr 2017, die erstmals an zwei Standorten – in Kassel und in Athen - zu sehen sein wird.

Eine Ausstellung, die wie die documenta die großen Themen der Welt behandele, müsse international aufgestellt sein, sagte Oberbürgermeister Hilgen. Nur durch ihre Internationalität habe die documenta im Laufe ihrer Geschichte den Rang einnehmen können, den sie heute als bedeutendste Weltkunstausstellung innehabe. „Als Aufsichtsratsvorsitzender habe ich die Aufgabe, diesen Rang zu schützen, der eng verbunden ist mit der künstlerischen Freiheit des Kurators, zu schützen.“ Die international besetzte Findungskommission von Kunstexperten habe Adam Szymczyk in Kenntnis seines Kassel – Athen Konzeptes ausgewählt.

Zwischen Kassel und Athen habe sich in den vergangenen Monaten ein enger Kontakt entwickelt, er und sein Athener Amtskollege Yiorgos Kaminis hätten bei Besuchen ihre jeweiligen Städte kennengelernt, sagte Hilgen. Es werde zu Athen und Griechenland zahlreiche Veranstaltungen in Kassel geben, unter anderem an der Universität und der Volkshochschule. Im Gegenzug sei geplant, dass die bisherige Inhaberin der documenta-Professoren an der Universität Kassel, Dr. Dorothea von Hantelmann, weiter über die Geschichte der documenta informiere.

Dr. Maria Daskalakis vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel betonte zur Grundfrage des gegenseitigen Lernprozesses, dass der derzeitige Fokus auf die Schuldenreduktion zu kurz greife und es grundlegend erforderlich ist, die wirtschaftliche Entwicklungen in Griechenland zu fördern. Die kann aber nicht isoliert erfolgen, parallel ist auch die Unterschiedlichkeit der Kulturen mit in den Fokus zu nehmen. „Auch hier müssen wechselseitig Brücken gebaut werden“.

Der Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Athen, Christos Katsioulis, sieht in der documenta die Chance, von beiden Ländern ein differenziertes Bild zu zeichnen. „Es gibt eine unglaublich kreative Kunstszene in Athen, der öffentliche Raum ist ein Freiraum für Künstler. Es ist gerade interessant, nicht nur die kulturelle Blüte zu betrachten, sondern vor allem auch die Ursachen für das Aufblühen dieser Kulturszene zu ermitteln.

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