Grenzsteinwanderungen - 250 Jahre Grenze

04.01.2016 | Südlohn | Oeding

Heimatvereine und Historische Kringe organisieren Grenzsteinwanderungen - Drei Wanderungen im Rahmen von „250 Jahre Grenze Westfalen-Gelderland“

Was findet statt?
Im neuen Jahr 2016 werden die als Folge der sogenannten „Burloer Konvention“ im Jahr 1766 gesetzten historischen Grenzsteine 250 Jahre alt. Zu diesem besonderen Jubiläum organisieren deutsche und niederländische Heimatvereine und historische Kringe entlang der Grenze von Suderwick/Dinxperlo nach Oeding/Kotten in drei Etappen an verschiedenen Sonntagen (17.1., 31.1. und 14.2.2016) „Wanderungen von Grenzstein tot grenssteen“. Die Wanderungen reihen sich in eine Vielzahl von Veranstaltungen ein, die noch bis zum 23. Oktober 2016 im Rahmen des Jubiläums „250 Jahre Grenze Westfalen-Gelderland“ stattfinden.


Termine und Start
1. Etappe:
Dinxperlo / Suderwick bis Kreuzkapelle in Hemden
Sonntag, 17. Januar 2016
Start am Schlagbaum Grenzübergang Dinxperlo / Suderwick West „Brüggenhütte“, Verbindungsweg Anholtseweg (Dinxperlo) / Dinxperloer Straße (Suderwick)

2. Etappe:
Kreuzkapelle in Hemden bis Roerdinkhof in Woold
Sonntag, 31. Januar 2016
Start Ehemalige Kreuzkapelle, Kreuzkapellenweg Nr. 8, Bocholt-Hemden

3. Etappe:
Grenzübergang Oeding bis Roerdinkhof in Woold
Sonntag, 14. Februar 2016
Start am Roerdinkhof, Roerdinkweg 1, Winterswijk-Woold (NL)
Nur für diese 3. Etappe wird um Anmeldung bis zum 1. Februar 2016 gebeten unter Tel.: 0031 (0) 543 564 306 oder 0031 (0) 543 564 247 oder auch per Mail an: jan@roerdink.net oder j.stronks@winterswijk.nu

Man kann jeweils in der Zeit zwischen 9.00 und 12.00 Uhr starten. Alle Strecken sind etwa 12 Kilometer lang. Die Teilnehmer laufen für sich, allein oder mit mehreren. Die Strecke ist markiert.

Bustransfer zum Start zurück!
Am Ende der beiden ersten Etappen werden die Teilnehmer mit einem Bus zurück zum Start gefahren.
Bei der 3. Etappe werden die Wanderer zum Grenzübergang nach Oeding gebracht und laufen diese zum Start am Roerdinkhof in Woold (NL) zurück. Die Transferkosten sind mit dem Startgeld von 4 € je Teilnehmer abgegolten.


Veranstalter
Die Grenzsteinwanderungen werden organisiert durch die Heimatvereine Suderwick, Barlo, Burlo-Borkenwirthe und Oeding, die Stichting Bewaar´t Olde Dinxperlo, Spork Aktiv und die Historischen Kringe Woold und Kotten. Diese Vereine arbeiten hier grenzüberschreitend gut zusammen und sind jeweils für die Strecken zuständig, die an ihren „Heimatgebieten“ vorbeiführen. Die Vereine werden unterstützt von einigen Veranstaltungspartnern.


Erläuterungen zu den Wanderungen
Gewandert wird querfeldein über Wiesen und Felder, Zäune und Gräben durch unwegsames Gelände in der Natur soweit wie möglich an den Grenzsteinen entlang. Entsprechende Fitness und gutes Schuhwerk sind mitzubringen. Die Strecken sind alle etwa 12 Kilometer lang.

Bis auf die ersten 1,5 Kilometer der 1. Etappe führen die Wanderungen durch die abwechslungsreiche kleinstrukturierte Landschaft des niederländischen Achterhoeks und deutschen Münsterlandes. Die Wanderer lernen sonst kaum zugängliche Gebiete kennen, in denen sich in früheren Zeiten spannende Begegnungen zwischen Schmugglern und Zöllnern abspielten. Um diese Figuren ranken sich ernste wie humorvolle, wahre und sicherlich auch erfundene Geschichten.

Bei der ersten Wanderung ab Suderwick/Dinxperlo startet man dort, wo früher der letzte der in 1766 gesetzten Steine mit der Nummer 186 gestanden hat. Sein Jubiläum kann er nicht feiern. Er wurde, wie auch die ursprünglichen Grenzsteine am Heelweg, abgebaut und wegtransportiert, als Suderwick-West 1949 unter niederländische Auftragsverwaltung kam. Erst in 1963 wurde dieser Zustand wieder aufgehoben. Mehr Informationen hierüber und über andere  Besonderheiten an der kurios verlaufenden Staatsgrenze durch das „Zwillingsdorf Dinxperwick“ werden den Wanderern an die Hand gegeben. So erfährt man beispielsweise an der künstlerisch wertvoll gestalteten Kirche St. Michael, dass die Staatsgrenze eine zeitlang auch Religionsgrenze war. Diese Kirche aus 1765 ist auch gerade erst 250 Jahre alt geworden und entstand aus einer der Missionsstationen, die der Fürstbischof von Münster zur Zeit der Reformation an den Bistumsgrenzen bauen ließ. Beim Gang in die „Taverne“ im Brückenschlag über dem Heelweg erlebt man, dass die Grenze heute kaum noch ein Hindernis ist, im Gegensatz zu den Zeiten, an die dort eine großformatige Bilderserie erinnert. In diesem deutsch-niederländischen Begegnungszentrum kann man gerne sein erstes „kopje koffie“ zu sich nehmen. Überhaupt ist es Ziel der Wanderungen, dass sich neben der sportlichen Aktivität möglichst viele Wander- und Geschichtsfreunde von beiden Seiten der Grenze begegnen und ins Gespräch kommen.

Im Verlauf der weiteren Etappen erfährt man auch, ob es schaurig ist, durch das Reyerdings Venn oder Burlo-Vardingholter Venn zu gehen oder ob man dort mehr auf besondere Naturschönheiten und selten gewordene Pflanzen aufmerksam wird. Auf dem „Roerdinkhof“ kann man auch die älteste Scheune der Niederlande besichtigen und dort einkehren. Unterwegs ist durchaus damit rechnen, dass man in eine „Zollkontrolle“ gerät oder von Jagdhornbläsern musikalisch begrüßt wird.
Die Veranstalter garantieren, dass bei allen zu übersteigenden Weidenzäunen der Strom abgestellt ist. An allen Endpunkten und teilweise auch unterwegs sind Verpflegungsstationen eingerichtet.


Zur Geschichte der Jubiläums-Grenzsteine
Im Kloster Mariengarden in Burlo wurde im Jahr 1765 die Grenze zwischen dem damaligen Fürstbistum Münster und der heutigen Provinz Gelderland neu festgelegt. Es wurde auch beschlossen, sie mit Grenzsteinen zu markieren. In 1766 wurden daraufhin beginnend mit der Nummer 1 in Rekken/Wennewick-Oldenkotte im Dreiländereck Overijssel, Gelderland, Münsterland und endend mit der Nummer 186 an der „Rietstapper Brücke“ in Dinxperlo/Suderwick insgesamt 186 Grenzsteine aufgestellt.

Die hiervon noch verbliebenen Steine, die nun seit 250 Jahren die Grenze markieren, stehen natürlich im Mittelpunkt der Wanderungen.
Sie sind ein altes deutsch-niederländisches Kulturgut. Überwiegend handelt es sich bei ihnen um sogenannte Wappen- oder Fürstensteine, die aus Bentheimer Sandstein gehauen wurden. Auf ihnen ist neben der Jahreszahl 1766 und der jeweiligen Nummer des Steines auf der niederländischen Seite das Wappen der Provinz Gelderland und auf der deutschen Seite das Wappen des Fürstbistums von Münster eingemeißelt. Im Laufe der Zeit wurden auch noch weitere Steine in verschiedenen Formen dazwischen gesetzt und die Steine neu durchnummeriert.

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Plakat Grenzsteinwanderungen


Herausgeber: Gemeinde Südlohn
Der Bürgermeister
- Pressestelle -
Winterswyker Str. 1
46354 Südlohn
Telefon: 02862 58211
Email: presse@suedlohn.de
Web: www.suedlohn.de

Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.

Gemeinde Südlohn Pressemeldungen als Email abonnieren